Griechen in Ekstase: Charisteas und sein "Tor des Monats" im EM-Finale

Video vom 9. Juli 2021
Werder-Profi Angelos Charisteas lässt sich Hand-in-Hand mit seinem Teamkollegen von den griechischen Fans für den EM-Titel bejubeln.
Bild: Imago | Laci Perenyi
Bild: Imago | Laci Perenyi

Ein Kopfball für die Ewigkeit: Obwohl es bei Werder nicht gut lief, vertraute Otto Rehhagel auf Angelos Charisteas – und sie schrieben griechische Fußball-Geschichte.

Es war zweifellos der größte Moment seiner Karriere. EM-Finale 2004 im Estadio da Luz in Lissabon vor 62.000 Zuschauern, Außenseiter Griechenland gegen Gastgeber Portugal. Und in der 57. Minute ist es soweit: Angelos Charisteas köpft zum 1:0 und das reicht am Ende für den Titel – der Jubel explodiert, Griechenland in Ekstase.

Und er ist bis heute ihr Held: Charisteas, der Werder-Profi und damals gerade 24 Jahre alt. Seither hieß er nur noch "Euro-Harry". Natürlich war es Charisteas, dem in dieser magischen Nacht von Lissabon der EM-Pokal überreicht wurde. Aber ihm behagte das eigentlich nicht, denn die große Bühne ist nie seine Welt gewesen.

Ich bin sprachlos. Die Gefühle überwältigen mich. Ich glaube, das ist mein bester Moment.

Werder-Profi Angelos Charisteas 2004 nach dem EM-Sieg

Von Werders Ersatzbank ins EM-Rampenlicht

Werder-Profi Angelos Charisteas wird nach dem Gewinn des EM-Titels von einem griechischen Teamkollegen hochgehoben.
Der Held des Final-Abends: Angelos Charisteas traf insgesamt drei Mal bei der EM. Bild: Imago | Laci Perenyi

Der Vater dieses spektakulären Fußball-Erfolgs war damals Trainer Otto Rehhagel. Er hatte ein Gespür für die richtigen Leute am richtigen Ort und kannte sich natürlich bei Werder bestens aus.

So brachte er Stürmer Charisteas von der Ersatzbank in Bremen ins Rampenlicht bei der EM.

Ich habe gesagt: 'Angelo, du darfst auch Fehler machen. Du brauchst nicht nach draußen zu schauen. Nur wenn ich mal rufe: Lauf mal da oder dort hin, aber ansonsten kannst Du Fehler machen.'

Griechenlands Nationalcoach Otto Rehhagel über Charisteas

Dieses Vertrauen hat Charisteas gespürt und es beflügelte ihn zu drei Treffern bei der EM. "Otto hat vom ersten Moment gesagt, wir können alles machen." Und dieses griechische Team machte. Tagelang wurde in ganz Griechenland dieser furiose EM-Titel gefeiert, Rehhagel und "Euro-Harry" mittendrin.

Traumtor wird auch "Tor des Monats"

Zurück in Bremen bekam Charisteas die nächste Auszeichnung, die Medaille für das "Tor des Monats", für das ihn die große Mehrheit der Sportschau-Zuschauer gewählt hatte.

Vielleicht spreche ich in 20 Jahren mit meinen Kindern und dann zeige ich Ihnen diese Medaille.

Werder-Profi Angelos Charisteas im Sommer 2004

Inzwischen ist Charisteas 41 Jahre alt, hat zwei Kinder. Gezeigt hat er ihnen die Medaille vermutlich längst, aber bestimmt noch öfter erzählt von der magischen Nacht von Lissabon. Bei Werder ging es damals für ihn nicht lange weiter. Mit Miroslav Klose und Ivan Klasnic hatten die Bremer ein neues kongeniales Sturmduo, Charisteas war abgemeldet und verließ die Grün-Weißen zur Winterpause.

Seinen großen Moment aber wird er nie vergessen und er hat ihm einen besonderen Platz in den Fußball-Analen eingebracht: Denn Griechenlands EM-Triumph ist in der Geschichte der Europameisterschaft immer noch die größte Sensation.

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. Juli 2021, 18:06 Uhr