Oh weh, HSV: Das nächste Nordderby muss weiter warten

Der Hamburger SV hat seine Chance auf den Bundesliga-Wiederaufstieg verspielt. Gegen Paderborn unterlag Werders Erzrivale mit 1:4 – die Relegation ist nur noch bloße Theorie.

Aaron Hunt steht enttäuscht mit den Händen in den Hüften auf dem Spiefeld.
Enttäuschung pur: Aaron Hunt (Mitte) spielte lange Jahre bei Werder Bremen, nun verpasst er mit dem Hamburger SV den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Bild: Imago | DeFodi

Der Hamburger SV hat nach einer bitteren Niederlage im Spitzenspiel der Zweiten Bundesliga seine Chance auf den direkten Wiederaufstieg verspielt. Der HSV verlor am vorletzten Spieltag beim SC Paderborn 1:4 (0:1) und benötigt nun ein Fußball-Wunder, um noch den Relegationsrang zu erreichen. Die Hamburger haben bei drei Punkten Rückstand auf Rang drei und einer Tordifferenz von null nur noch eine rein theoretische Chance – denn Union Berlins Tordifferenz beträgt 21 Tore.

Wir haben jedes Mal versagt, wenn es darauf ankam. Ich habe heute nicht gesehen, dass wir uns gewehrt haben. Es ist katastrophal, wir sind völlig verdient nicht aufgestiegen.

HSV-Kapitän Aaron Hunt
Die enttäuschten HSV-Spieler stehen nach dem verpassten Wiederaufstieg vor ihrer Fankurve.
Frust, Enttäuschung und Tränen: Die HSV-Profis sind fassungslos nach dem verpassten Wiederaufstieg. Bild: Imago | DeFodi

Nur mit Sicherheitsabstand hatten er und seine Teamkollegen sich vor den aufgebrachten Anhang getraut, vereinzelt flogen Becher in Richtung der Spieler. Die Fans sangen: "Wir sind Hamburger und ihr nicht."

Auf den Tag genau ein Jahr nach dem ersten Bundesliga-Abstieg des HSV trafen Paderborns Doppelpacker Sebastian Vasiliadis (25., 46.) und Christopher Antwi-Adjei (81., 85.) mitten ins Herz der Hamburger, für die einzig Rick van Drongelen (71.) erfolgreich war. Die Norddeutschen könnten zwar am letzten Spieltag noch nach Punkten mit dem dritten Aufstiegsanwärter Union Berlin gleichziehen – weil sie aber im Vergleich eine deutlich schlechtere Tordifferenz haben, spricht alles für eine weitere Saison im Unterhaus.

Paderborn wirkte wild entschlossen

Dieses Schreckensszenario hätte sich der HSV, der sowohl in der Hinrunde als auch im DFB-Pokal gegen den SCP gewonnen hatte, ersparen können. Doch im "Endspiel" in Paderborn wirkten zu Beginn nur die Gastgeber wild entschlossen. Angetrieben von den starken Sven Michel, Kai Pröger, Philipp Klement und Vasiliadis sorgte der SCP vor allem bei Umschaltsituationen für Gefahr. Bei einer ersten Chance scheiterte Pröger an Hamburgers Torhüter Tom Mickel, der den erkrankten Julian Pollersbeck vertrat (11.).

Es ist ein Spiegelbild der vergangenen Wochen. Wir haben alles versucht, gegen die Entwicklung anzukämpfen. Bittere Wochen, bittere Tage, die wir erst einmal verdauen müssen

HSV-Trainer Hannes Wolf

Anschließend fand auch der HSV besser ins Spiel, vergab aber durch Leo Lacroix (15.) und van Drongelen (19.) zweite gute Chancen. Mitten in dieser Hamburger Druckphase fiel der Führungstreffer des SCP: Vasiliadis schob den Ball nach einer zu kurzen Abwehr von Mickel mühelos ins Tor.

Auch Ex-Bremer Hunt brachte nicht die Wende

HSV-Trainer Hannes Wolf erhöhte nach der Pause das Risiko und wechselte Aaron Hunt für Abwehrspieler David Bates ein – doch nur Sekunden nach Wiederanpfiff fiel der zweite Gegentreffer. Lacroix verlor den Ball leichtfertig an Vasiliadis, der sich die Chance nicht nehmen ließ.

Hamburg hatte den Gastgebern kaum noch etwas entgegenzusetzen. Im Gegenteil: Paderborn fand immer wieder Lücken, kam zu besten Chancen und drängte auf die Entscheidung. Hamburgs van Drongelen sorgte mit seinem Anschlusstreffer nur kurzzeitig für Spannung, weil Antwi-Adjei kurz darauf alles klarmachte.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 12. Mai 2019, 19:30 Uhr