Nach Corona-Fällen im Bremer Amateur-Fußball: Wird die Liga gestoppt?

Vereine wie der OSC Bremerhaven oder TuS Schwachhausen wünschen sich die Aussetzung des Spielbetriebs. Doch wie der Bremer Fußball Verband entscheidet, ist unklar.

Video vom 21. Oktober 2020
Lüder Fasche, Teammanager des TuS Schwachhausen, am Rande des Trainingsplatzes im Sportblitz-Interview.
Bild: Radio Bremen

Für den OSC Bremerhaven gab es am Mittwoch gute Nachrichten vom Gesundheitsamt: Nach den zwei positiven Corona-Tests bei Gegner Blumenthaler SV wurde die Quarantäne für die OSC-Spieler des Bremen-Ligisten aufgehoben. "Für uns heißt das, dass wir den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen können, mehr nicht", sagte OSC-Trainer Björn Böning gegenüber dem Sportblitz: "Was das für den Spielbetrieb heißt, muss der Bremer Fußball Verband (BFV) entscheiden."

Und auf diese Entscheidung warten alle Bremer Fußball-Amateurmannschaften nun, nachdem mehrere Vereine Corona-Fälle zu beklagen hatten. Für Böning ist der Appell an den BFV klar: "Es muss reagiert werden aufgrund der steigenden Fallzahlen. Das kann man nicht ignorieren. Der Spielbetrieb muss ausgesetzt oder abgesetzt werden."

TuS Schwachhausen hofft auf Unterbrechung

So sieht man es auch beim TuS Schwachhausen, dessen 1. Herren-Mannschaft ebenfalls mit vier Fällen betroffen ist. Teammanager Lüder Fasche hofft im Gespräch mit dem Sportblitz, dass die Plätze am Wochenende vorerst leer bleiben werden: "Der Aufwand, den die einzelnen Vereine in der Corona-Zeit betreiben müssen, also die Ehrenamtlichen, ist immens. Und das nur, um eine Spielordnung aufrecht zu erhalten, das belastet ungemein."

Bisher gab der BFV vor, wann eine Mannschaft nicht zum Spiel antreten darf – bei sieben positiven Fällen am Spieltag. "Das war praxisfremd", moniert Fasche: "Wir müssen als Verein die Freiheit haben, zu sagen: Wir treten am Wochenende nicht an." Sein Vorschlag: "Wir brauchen jetzt erst einmal Ruhe und Klarheit und eine Beruhigung des Spielbetriebs für vielleicht zwei Wochen. Dann kann man die Zahlen nochmal genau betrachten." Auch wäre es für ihn denkbar, den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten, aber ohne Benutzung der Kabinen.

Die Stimmungslage sei unter vielen Bremer Vereinen ähnlich wie beim TuS Schwachhausen. "Wenn uns weiter auferlegt wird, dass wir antreten müssen, dann müssen wir auch weiter trainieren", sagt Fasche. Läge die Entscheidungsgewalt bei den Vereinen selbst, könnten sie jene Amateur-Spieler, die in Sorge um eine Quarantäne und die Auswirkungen auf ihren Arbeitsplatz sind, im Zweifel nach Hause schicken. Der Ball liegt nun beim Verband, der in der Vergangenheit nicht immer sehr entscheidungsfreudig war.

"Eine Ligapause im Bremer Amateurfußball ist unvermeidlich"

Video vom 21. Oktober 2020
Sportblitz Moderator Stephan Schiffner beim Talk im buten un binnen Studio.
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 21. Oktober 2020, 18:06 Uhr