Sixdays-ABC: Wer ist Außenseiter, wer führt und um was geht es?

Die Regeln der Sixdays sind nicht einfach. Wie funktioniert die Jagd, wie errechnet sich der Gesamtstand? Und wer ist heute Favorit auf den Sieg? Mit diesem ABC steigen auch Sie beim Finale durch!

Iljo Keisse bei den Sixdays Bremen
Iljo Keisse vorne ist mit der stärkste Fahrer im Feld – und hofft auf einen Sieg am Dienstag. Bild: Soller Fotografie | Oliver Soller

Grundwissen

Rundengewinn vor Punktgewinn: Die Mannschaft oder die Mannschaften, die in der sogenannten Nullrunde sind, führen in der Gesamtwertung. Zu sehen an der 0 auf dem Ergebnistableau. Dahinter folgen die Punkte. Sind mehrere Teams in der gleichen Runde, zählen die Punkte. Das Ziel in den Jagden und in der Finaljagd am Dienstagabend ist es, die Konkurrenz zu überrunden. Für einen Rundengewinn muss ein Team vorne aus dem Feld ausbrechen, einmal rumfahren und das Feld wieder einholen. Dann bekommen sie eine Runde gutgeschrieben. Die Teams, die um den Sieg kämpfen, müssen also immer schauen, was die Konkurrenz macht, Ausreißer einfangen, selbst attackieren. Gewinnen kann nur ein Team, das in der Nullrunde ist.


A
Andreas Graf und Achim Burkart bei den Sixdays Bremen
Achim Burkart (vorne) und sein Partner Andreas Graf machen den Favoriten mächtig Druck. Bild: Soller Fotografie | Oliver Soller

A wie Außenseiter: Die Montagnacht hat die Rollen nochmal klar verteilt. Zwei Teams liegen rundengleich an der Spitze. Aber auch die Mannschaften auf Rang drei, vier und fünf haben theoretisch noch Chancen auf den Gesamtsieg. Die besten Außenseiter-Chancen hat das Team in rot, Achim Burkart und Andreas Graf. Sie liegen zwar eine Runde hinter den Führenden, können sich aber vor dem Finale über die Punkte noch eine Bonusrunde sichern – wenn sie die 200-Punkte-Marke knacken. Auch Vorjahressieger Theo Reinhardt und sein Partner Marc Hester in schwarz haben noch Chancen auf den Gesamtsieg. Doch auch sie liegen eine Runde und einige Punkte hinter den beiden Top-Mannschaften.


B

B wie Bonusrunde: In den einzelnen Disziplinen sammeln die Teams Punkte. Für jede erreichte Hunderter-Marke bekommt das Team eine Bonusrunde. Das gilt aber nur bis zum Start der Finaljagd am Dienstagabend. Knackt ein Team durch die Wertungssprints am Ende des Finales noch eine Hunderter-Grenze gibt es keine Bonusrunde!

B wie Bremsen: Bahnräder sind speziell und auf das Nötigste reduziert. Sie haben keine Bremsen und nur einen Gang. Zwei Räder, ein Rahmen, eine Kette, Sattel, Lenker: Das war es. Die Fahrer können nicht aufhören zu treten und bremsen mit den Beinen, in dem sie Druck aus den Pedalen nehmen und leicht gegenhalten.


D
Blick über die Schultern der Schiedsrichter
Die Wertungsrichter haben den besten Blick auf den Zielstrich. Hier werden die Punkte per Computer addiert.

D wie Doppelte Punkte: Die fünf Wertungssprints am Ende der Finaljagd zählen doppelt. Statt 5-3-2-1 gibt es nun 10-6-4-2 Punkte. Oft wurde das Rennen durch diese Punkte entschieden. Die Fahrer müssen also nicht nur schnell fahren sondern auch schnell rechnen.


F

F wie Favoriten: Klarer Favorit auf den Gesamtsieg ist das belgische Duo Keisse / de Buyst in orange, auch wenn sie als Zweitplatzierte in den finalen Abend gehen. Sie haben das Rennen von Beginn an dominiert. Beide Fahrer sind in so genannten World Tour-Teams auf der Straße unterwegs, fahren die großen Rundfahrten und haben viel Power.

Simone Consonni und Tristan Marguet bei den Sixdays Bremen
Simone Consonni (rechts) und Tristan Marguet haben Montagnacht die Führung übernommen. Bild: Soller Fotografie | Oliver Soller

Doch auch Mannschaft Nummer Eins in weiß hat sehr gute Chancen es heute zu schaffen – und das wäre eine große Überraschung. Denn der junge Italiener Simone Consonni fährt sein erstes Sechs-Tage-Rennen überhaupt. Doch auch er ist hauptberuflich in der World Tour auf der Straße unterwegs, fuhr 2018 die Spanien-Rundfahrt. Allerdings dürften Keisse und de Buyst den Vorteil der Erfahrung auf ihrer Seite haben: Keisse hat jetzt bereits 80 Sixdays in den Beinen und 23 mal gewonnen.


G
Sixdays 2017
Klassischer Sound bei den Sixdays: Das laute Gong der Glocke an der Bahn.

G wie Glocke: Wenn die Glocke ertönt, dann steigt die Nervosität der Fahrer. Das Läuten bedeutet: Noch eine Runde bis zum Sprint oder dem Ende der Prüfung. Die letzte Glocke bei den Sixdays Bremen 2019 ist am Dienstag zirka um 22.50 Uhr zu hören.


L
Sixdays 2017 Fahrerlager an Bahn
Immer linksrum, ein alter Grundatz im Bahnradsport.

L wie Linksrum: Alle Bahnradrennen laufen linksrum. Warum genau das so ist, ist nicht hundertprozentig belegt. Hartnäckig hält sich die Meinung, das liege daran, dass auch das menschliche Herz links zu finden ist.


P

P wie Partyfreie Zone: Dienstag steht der Sport im Vordergrund. Wer also noch auf Live-Musik oder Disko in den Hallen hofft, ist hier fehl am Platz. Bahn statt Bühne ist das Motto am Dienstag.


Z
Radrennfahrer kurz vor der Ziellinie
Bild: sixdaysbremen

Z wie Zielstrich: Es gewinnt der Fahrer einen Sprint, dessen Vorderreifen als erstes den Zielstrich erreicht. Die Richter sitzen direkt am Zielstrich und ziehen bei hauchdünnen Entscheidungen das Zielfoto heran. Einzige Ausnahme der Regel: Beim Ausscheidungsfahren entscheidet der Hinterreifen. Der Fahrer, dessen Hinterreifen als letzter über den Zielstrich rollt, scheidet aus.


  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Sechs-Tage-Radio, 15. Januar 2019, 20-23 Uhr

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