Interview

Pinguins-Manager trotzt der Krise: "Wir spielen ein gutes System"

Schlittern die Eishockey-Cracks der Fischtown Pinguinsin in eine Krise? Zuletzt gab es sieben Niederlagen in Folge. Das sagt Teammanager Alfred Prey dazu.

Alfred Prey, hat Ihre Mannschaft das Siegen verlernt?
Nein, im Gegenteil. Wir haben jetzt zwar sieben Niederlagen erlebt, aber eigentlich waren auch vier Unentschieden dabei, wenn man als Fußballer denkt. Niederlagen in der Verlängerung oder nach Penaltyschießen fühlen sich zwar wie Niederlagen an, aber im Endeffekt ist es nur ein Punkt mehr. Es liegt im Moment eher daran, dass Fortuna ihre Hand von Bremerhaven genommen hat, und ich hoffe, dass sich das bald ändert.
Nur Pech kann es allerdings auch nicht sein, was zu den Niederlagen geführt hat. Was hat zuletzt noch gefehlt?
Wenn man die letzten Spiele sieht, dann muss man sagen, dass wir gut gespielt haben. Wir haben in Düsseldorf ein super Auswärtsspiel hingelegt. Wir haben auch am Sonntag gegen Schwenningen über 60 Minuten mehr oder weniger auf ein Tor gespielt. Nur im Abschluss waren wir etwas unkonzentriert und vielleicht auch zu leichtfertig, und das hat sich dann in barer Münze ausgezahlt, sprich in der Tatsache, dass wir nur mit einem Punkt vom Eis gehen konnten. Generell glaube ich, dass wir ein gutes System spielen und dass wir eine charakterlich und im Kollektiv gefestigte, gute Mannschaft haben. Wir können ganz beruhigt in die Zukunft schauen.
Afred Prey, der Manager der Fischtown Pinguins schaut auf das Eis
Manager Alfred Prey schaut ganz beruhigt in die Zukunft. Bild: Imago
Ihre Mannschaft hat in dieser Saison schon auf Platz vier gestanden. Einige Spieler haben schon von der Meisterschaft geträumt. Hat sie das aus der Bahn geworfen?
Die Frage finde ich nicht ganz fair, weil wir immer erwarten, dass ein Spieler positiv denkt. Und wenn ein Spieler nach seinen Zielen gefragt wird, dann muss er ja immer das Maximalziel annehmen. Sie wollen ja nicht einen Spieler verpflichten, der sagt: Wir wollen nicht absteigen. Generell glaube ich nicht, dass uns das aus der Bahn geworfen hat. Wir als Verein müssen im Gegensatz zu den Spielern mit den Zielen eher bescheiden umgehen, und ich bin überrascht, wenn von vielen Leuten der siebte Platz auf dem wir im Moment stehen, als Misserfolg gewertet wird. Wir stehen nur fünf Punkte hinter Platz sechs und haben unser Ziel noch nicht aus den Augen verloren.
Die Erwartungshaltung ist mit den Erfolgen der Vergangenheit gestiegen. Ist das tolle Auftreten Ihrer Mannschaft zu Beginn der Saison fast schon ein Fluch?
Das kann man so sagen. Wir müssen einfach zufrieden sein, und ich habe schon ein bisschen Angst, dass die Erfolge und die guten Spiele für uns manchmal zur Bürde werden, weil die Erwartungshaltung dadurch einfach so hoch steigt und wir dieser nicht mehr gerecht werden können.
Bereits am Dienstag spielen Sie mit ihrer Mannschaft beim Tabellenführer Adler Mannheim. Was erwarten Sie dort von ihrer Mannschaft?
Wenn ich ganz ehrlich bin, glaube ich, dass wir dort sogar eine Chancen haben, weil das Erreichen der Pre-Playoffs in den letzten Tagen und Wochen so etwas wie ein Rucksack war. Nachdem wir das nun erreicht haben, müssten alle unbeschwert aufspielen können. Warum sollten wir nicht auch in Mannheim für eine Überraschung gut sein.
  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 18. Februar 2019, 18:06 Uhr