Pinguins-Fans sauer: Neue Eisarena-Bande sorgt für schlechte Sicht

Neue Scheiben in der Eisarena Bremerhaven verzerren den Blick aufs Feld – zum Ärger der Fischtown-Pinguins-Anhänger. Der Hallenbetreiber sucht nach einer Lösung.

Verzerrter Blick durch die neuen Scheiben in der Eisarena.
Zur Verdeutlichung: Beim Blick durch die neuen Scheiben auf das Gestänge, wird die verschwommene Sicht deutlich.

In der Eisarena Bremerhaven kommt es nach einem Umbau zu Sichtbehinderungen. Der Blick durch die neuen Kunststoffscheiben ist teilweise verschwommenen, außerdem wurde die Zahl der Halterungen erhöht. Das sorgt bei etlichen Eishockey-Fans für Ärger. "Wir sitzen in der ersten Reihe, haben 1.400 Euro für unsere Karten bezahlt und sehen nichts", schreibt ein wütender Zuschauer auf der Facebook-Seite des Pinguins-Fanprojekts. In Blöcken der teuersten Kategorie könne man so gut wie nichts sehen, ein anderer. Eingebaut hat die sogenannten flexiblen Banden im Sommer die Stadthalle als Betreiber der Eisarena. Dadurch soll das Verletzungsrisiko der Spieler verringert werden. Doch gleichzeitig verringert sich die Sicht aufs Feld.

Neue Bande war Vorgabe der Deutschen Eishockey Liga

Ein Blick von der Tribühne aufs Feld zeigt die neuen Scheiben in voller Breite.
Sichtprobleme durch neue Banden gibt es auch in anderen Eisarenen, in Bremerhaven sitzen die Fans besonders nah am Geschehen.

"Das haben wir uns nicht ausgesucht sondern war eine Vorgabe der Deutschen Eishockey Liga, die verbindlich zu erfüllen war", sagt Stadthallen-Geschäftsführer Raymond Kiesbye. Eine flexible Bande soll den Aufprallschutz verbessern und das Verletzungsrisiko für die Spieler minimieren. Sie habe eingebaut werden müssen, andernfalls wäre die Betriebserlaubnis für DEL-Spiele verloren gegangen. Nun bietet sich laut Kiesbye in den unteren Reihen der Blöcke acht bis zwölf von insgesamt 22 eine verzerrte Seitenansicht. "Das ist in der Tat so und das ist sehr bedauerlich."

Verein war im Vorfeld nicht involviert

Alfred Prey, der Manager der Fischtown Pinguins schaut auf das Eis
Pinguins-Teammanager Alfred Prey hofft auf eine schnelle Lösung. Bild: Imago | Eibner

Aus Sicht des Vereins sei die Angelegenheit ebenfalls sehr bedauerlich, sagt Pinguins-Teammanager Alfred Prey. Man sei in die bauliche Maßnahme im Vorfeld nicht involviert gewesen. "Der Kunde ist König und wir hoffen, dass hier relativ schnell durch den Betreiber der Eisarena eine Lösung gefunden wird, die alle Seiten befriedigt", so Prey. Daran arbeitet nun auch die Stadthalle: "Wir sind im Gespräch mit Hallenbetreibern, die eine andere Variante eingebaut haben, um dort die Erfahrungen abzufragen und zu gucken, ob irgendetwas machbar ist", sagt Kiesbye.

Wir haben nach dieser Empfehlung nicht vermutet, dass es zu Einschränkungen kommt.

Raymond Kiesbye, Stadthallen-Geschäftsführer
Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch.
Stadthallen-Geschäftsführer Raymond Kiesbye hat sich bei der neuen Bande auf den Hersteller verlassen.

Entstanden sei die Situation, weil die Stadthalle bei der Anschaffung einer ausdrücklichen Empfehlung der österreichischen Herstellerfirma gefolgt sei, die diese Scheiben und Banden auch in zahlreichen weiteren Eisarenen eingesetzt habe. Dabei sei es um die Haltbarkeit und niedrige Kosten gegangen. "Wir haben nach dieser Empfehlung nicht vermutet, dass es zu Einschränkungen kommt", sagt Kiesbye. Diese Probleme gebe es vom Grundsatz her nun in allen Arenen. "Um die Bande mit den Scheiben flexibel zu halten, mussten Breite und Zahl der Halterungen vergrößert werden. Nur dann kann das Gebilde bei einem Aufprall wie gefordert nachgeben", erklärt Jan Banaschewski, technischer Leiter der Stadthalle. "Bei der Eisarena in Bremerhaven ist es vielleicht besonders deutlich, weil sie die kleinste der Liga ist", glaubt Kiesbye. "Dort sitzt man mehr im Geschehen, mehr Zuschauer gucken durch diese Scheiben."

Politiker fordert Diskussion im Aufsichtsrat

Gekostet hat der Einbau nach Angaben des Stadthallen-Geschäftsführers insgesamt etwa 155.000 Euro, wobei ein Großteil auf die Banden entfiel. Eine Investition, die vorfinanziert worden sei und über einen längeren Zeitraum dem Verein über die Miete zur Refinanzierung gegeben werde. Inzwischen hat sich auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Raschen zu Wort gemeldet. Demnach müsse die Gesamtsituation im Aufsichtsrat diskutiert werden, dem er angehört. "Die Geschäftsführung der Stadthalle muss darstellen, wie schnellstmöglich die Sicht auf allen Plätzen wiederhergestellt werden kann", fordert Raschen. Wer für eine Jahreskarte 700 Euro bezahle, habe ein Anrecht auf eine gute Sicht.

Keine schnelle Problemlösung in Sicht

Man nehme die Bedenken der Fans mehr als ernst, versichert Teammanager Prey. "Die Fans sind unser höchstes Gut. Wir müssen sehen, dass wir unsere Zuschauer hier in Bremerhaven zufrieden stellen können." Hoffnung auf eine schnelle Lösung macht Kiesbye indes nicht: "In der laufenden Saison ist aller Wahrscheinlichkeit nach nichts mehr zu machen, weil dort natürlich reger Spielbetrieb ist." Wenn etwas geändert werden könne – was bis jetzt noch gar nicht klar sei – dann erst zur nächsten Saison.

Autor

  • Joschka Schmitt

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier läuft, Bremen Vier, 19. September 2019, 17:15 Uhr