Fragen & Antworten

Keisse und de Buyst gewinnen die Bremer Sixdays

Mit einem furiosen Schlussspurt haben die Belgier die Sixdays gewonnen. Wie der Sieg zustande kam, und was Sie sonst noch wissen sollten: Wir beantworten die fünf wichtigsten Frage

Sektdusche Keisse de Buyst Siegerehrung Sixdays
Wie kam der Sieg zustande?
Vier Teams waren rundengleich, in der sogenannten Nullrunde, ins Finale gegangen und lieferten sich bis kurz vor Schluss einen harten Kampf um den Sieg. Doch 33 Runden vor dem Ende zeigte das belgische Duo Iljo Keisse und Jasper de Buyst, wie stark es wirklich ist. Sie fuhren einen doppelten Rundengewinn, eine sogenannte "Doublette", heraus und gewannen mit einer Runde Vorsprung vor dem Vorjahressieger Theo Reinhardt mit seinem Partner Marc Hester. Dritte wurde das italienisch-schweizerische Paar Simone Consonni und Tristan Marguet mit zwei Runden Rückstand.
Keisse und de Buyst fahren beide für ein World-Tour-Straßenteam, sind bei den großen Rundfahrten dabei. Diese Stärke von der Straße gepaart mit der Technik eines guten Bahnfahrers macht sie aus.

Als ich die Leute habe schreien hören, bin ich gleich ein zweites Mal rumgefahren und habe die Doublette gemacht.

Iljo Keisse, Sixdays-Sieger
Keisse und de Buyst bei den Sixdays Bremen
Eine "Doublette" ganz zum Ende der Jagd: Keisse (links) und de Buyst haben ihre Stärke demonstriert. Bild: Soller Fotografie | Oliver Soller
Wie gut wurde das Sechs-Tage-Rennen angenommen?
Wie viele Zuschauer die 55. Bremer Sixdays genau besucht haben, steht noch nicht fest. Eine erste Bilanz soll es laut Geschäftsführer Hans-Peter Schneider am Mittwoch geben. "Ich glaube nicht, dass wir uns gesteigert haben", so Schneider. Im vergangenen Jahr kamen rund 60.000 Zuschauer an den sechs Tagen.
Nicht zufrieden sind die Sixdays-Macher nach wie vor mit dem Sonntag, der schlecht angenommen wird. Eine Überlegung sei, das Rennen später starten zu lassen, damit mehr Zuschauer von außerhalb kommen könnten.
Die Umstellung des Showprogramms mit dem Verzicht auf Mallorca-Größe Micky Krause sei die richtige Entscheidung gewesen. Bei der Coverband "Ever so", die zweimal am Abend aber dafür kürzer gespielt hat, seien am Samstag viele Sportzuschauer in der Halle geblieben.
Was waren die Höhepunkte bei den Sixdays?
Die sportliche Klasse auf der Bahn zählt definitiv zu den Höhepunkten der Sixdays. Viele Top-Fahrer, darunter die World-Tour-Fahrer Iljo Keisse, Jasper de Buyst und Simone Consonni sowie der deutsche Madison-Weltmeister Theo Reinhardt und weitere Top-Sportler haben sich über sechs Tage ein hartes Duell geliefert. Zudem haben die Sprinter mit den deutschen Aushängeschildern Maximilian Levy (viermaliger Weltmeister) und Robert Förstemann (Weltmeister 2010) Spitzensport geboten. Förstemann fuhr am Freitag einen neuen Bahnrekord.
Die Sprinter haben außerdem auch neben der Bahn für mächtig Stimmung gesorgt - so der singende Schotte Jonathan Mitchell, der mit seiner Interpretation von Robbie Williams "Angels" den Zuschauern am Montag Gästehaut-Momente bescherte.
Sprinter Jonathan Mitchell singt bei den Sixdays.
Was war der Tiefpunkt bei den Sixdays?
Ganz klar der schwere Sturz von Sprinter Robert Förstemann am Samstagabend. Er brach sich das linke Schulterblatt, zwei Rippen und das Schlüsselbein - und kam nur einen Tag nach der OP am Montag Dienstagabend auf einen Besuch vorbei, "um mich für die viele Unterstützung, die mich erreicht hat zu bedanken".
Wie geht es jetzt weiter?
Viele Fahrer sind schon auf dem Weg nach Hause. Einige fahren noch beim Sechs-Tage-Rennen in Berlin, das nächste Woche beginnt. Im Bahnradsport steht Ende Februar die Weltmeisterschaft in Polen an. Im kommenden Jahr findet sie in Berlin statt - als Generalprobe für Olympia 2020. Denn "Madison", das Zweier-Mannschaftsfahren wie bei den Sixdays-Jagden, ist wieder olympisch und wird 2020 in Tokio gezeigt. Das nächste Bremer Rennen startet am 9. Januar 2020.

Sixdays: Darum waren die Belgier Keisse und de Buyst die Favoriten

Mehrere Fahrer auf der Bahn bei den SIxdays.
  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Sechs-Tage-Radio, 15. Januar 2019, 20-23 Uhr