5 Stammspieler verletzt: Die Pinguins gehen am Stock

Video vom 13. Oktober 2021
Pinguins-Spieler Vladimir Eminger sitzt vorgebeugt mit hängendem Kopf auf der Bank.
Bild: Imago | Beautiful Sports
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Alle zwei Tage ein Eishockey-Spiel, im Oktober müssen die Pinguins gar 13 Mal ran. Der Klub aus Bremerhaven zahlt für den Kraftakt den Preis – mit Verletzungen.

Als am Dienstagabend in der Eisarena Bremerhaven die Schlusssirene ertönte und der Traum vom Achtelfinale in der Champions League ausgeträumt war für die Fischtown Pinguins, da mischte sich in die Gefühls-Gemengelage aus Enttäuschung und Stolz auch ein bisschen Wehmut mit hinein.

"Hätten wir heute in Komplettbesetzung gespielt, wären wir weitergekommen", war sich Pinguins-Manager Alfred Prey sicher. Dass die Hätte-Wäre-Wenn-Spekulationen zu nichts führen, weiß auch Prey, doch er hatte nicht ganz Unrecht. Denn seine Mannschaft war deutlich gehandicapt in die wohl wichtigste Partie der Vereinsgeschichte gegangen – oder besser gesagt – gehumpelt.

Krogsgaard fällt monatelang aus

Fünf Stammspieler standen Trainer Thomas Popiesch nicht zur Verfügung gegen Sparta Prag: Alex Friesen, der nach der letzten DEL-Partie gegen Wolfsburg mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht wurde. Dazu Vladimir Eminger, Christian Wejse, Reid McNeill und Anders Krogsgaard.

Bei Verteidiger Krogsgaard ist die Situation sogar besonders bitter. Der dänische Nationalspieler war im Hinspiel gegen Prag nach einem Check gegen die Bande geprallt und hatte sich dabei so schwer verletzt, dass er inzwischen zwar erfolgreich operiert wurde, aber für mehrere Monate ausfallen wird.

Pinguins müssen nach Ersatz suchen

Weil der 25-Jährige so lange nicht zur Verfügung steht, sind die Pinguins nun gezwungen, noch einmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden, um für kurzfristigen Ersatz zu sorgen, bestätigte Manager Prey.

Wirklich adäquaten Ersatz hatte Popiesch gegen Prag jedoch nicht für seine Ausfälle gefunden. Ihm standen so nur fünf, statt der benötigten acht Verteidiger zur Verfügung. Ein Stürmer musste umfunktioniert werden und einige junge Nachwuchsspieler rückten auf. Gegen ein Spitzenteam wie Prag war das jedoch nicht genug.

13 Spiele allein im Oktober

Dass seine Pinguins am Stock gehen, ist wohl dem gnadenlosen Terminkalender der Deutschen Eishockey Liga (DEL) geschuldet. Alle zwei Tage ein Spiel, die Bremerhavener kommen allein im Oktober auf 13 Partien. Auf die Champions-League-Ansetzungen wurde von Seiten der DEL keinerlei Rücksicht genommen. So spielen die Pinguins am Donnerstag direkt gegen Düsseldorf weiter.

Popiesch hatte die DEL dafür scharf kritisiert. Für diesen Kraftakt zahlen die Pinguins nun den Preis mit vielen Verletzungen und Ausfällen. Und es könnten in der nächsten Zeit noch mehr hinzukommen, die die Bremerhavener mit ihrem kleinen Kader nur schwer kompensieren können.

Meistens zeigen sich die Folgen der Belastung erst Wochen später, aber vielleicht haben wir den Preis schon jetzt gezahlt, weil der ein oder andere Spieler im Ermüdungszustand seine Verletzung erlitten hat. Wir werden wohl erst in ein paar Monaten sehen, wie die Bilanz ausfällt.

Pinguins-Trainer Thomas Popiesch im Sportblitz

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 13. Oktober 2021, 18:06 Uhr