Fragen & Antworten

So steht es um die Finanzen der Eisbären Bremerhaven

Ob die Eisbären künftig in der 2. Liga spielen, ist vor allem eine Frage des Geldes. Die Stadt Bremerhaven würde ihre Zuwendungen auf jeden Fall zurückschrauben.

Die Fans der Eisbären Bremerhaven.
Wie viel Geld schulden die Eisbären der Stadt Bremerhaven?
Die Zahlungsrückstände des Basketball-Klubs bei der Stadt Bremerhaven für die Miete der Stadthalle sind kein Geheimnis. "Die Summe liegt im unteren sechsstelligen Bereich", erklärt Raymond Kiesbye gegenüber buten un binnen. Kiesbye ist Geschäftsführer der Stadthalle Bremerhaven Veranstaltungs- und Messe GmbH und der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Im Falle einer Einigung mit den Eisbären am Donnerstag soll auch festgelegt werden, wie die offenen Schulden durch den Verein endlich getilgt werden.
Wie viel Miete müssen die Eisbären für die Stadthalle bezahlen?
Die Miete betrug in der Basketball-Bundesliga rund 9.000 Euro pro Heimspiel. Für die Spiele in der ProA, also der 2. Liga, hat die Betreibergesellschaft der Stadthalle den Eisbären bereits ein Angebot unterbreitet. Eine genaue Summe möchte Kiesbye nicht nennen. Nach Informationen von buten un binnen liegt das Angebot in etwa bei 5.900 Euro pro Heimspiel.

Eine Einigung konnte bisher allerdings nicht erzielt werden. "Den Eisbären ist die geforderte Summe zu hoch, aber unter dieses Angebot können wir eigentlich nicht gehen", sagt Kiesbye. Unter dem Strich will die Betreibergesellschaft der Halle nämlich kein Geld drauflegen.
Wie viel Geld erhalten die Eisbären von der Stadt Bremerhaven?
Der Profisport ist natürlich ein Imageträger für die Stadt Bremerhaven. Deshalb erhalten die Eisbären Bremerhaven und der Eishockey-Klub Fischtown Pinguins jährliche Zuwendungen von der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Hierfür wird der Werbewert der beiden Vereine bemessen. In der Bundesliga sollen etwa 450.000 Euro pro Saison an die Eisbären geflossen sein. Durch den Abstieg in die ProA reduziert sich nach Informationen von buten un binnen der Wert um ein Drittel. Künftig würden die Eisbären also rund 300.000 Euro pro Saison erhalten.
Machen die Eisbären weiter oder gehen beim Basketball in Bremerhaven die Lichter aus?
Eine seriöse Prognose fällt aktuell äußerst schwer. Um eine gute Rolle in der ProA spielen zu können, bräuchten die Eisbären wohl einen Etat um die zwei Millionen Euro. Neben den Zuwendungen durch die Stadt müssten die Eisbären von externen Sponsoren also rund 1,7 Millionen Euro erhalten. Fraglich, ob dem Klub das nach den Querelen zuletzt gelungen ist. Das Image das Vereins hat schließlich erheblich gelitten.

Daher ist am Donnerstag Spannung garantiert. Dann treffen die Vertreter der Eisbären auf die Vertreter der Stadt Bremerhaven. Gemeinsam soll geprüft werden, welches finanzielle Konstrukt auf die Beine gestellt werden kann. Bis zum Montag möchte der Klub bekanntgeben, ob er in der 2. Liga startet. Auch die Lizenz-Unterlagen müssten bis dahin bei der ProA eingereicht werden.

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Autoren

  • Ariane Wirth
  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 15. Juli 2019, 18:06 Uhr