Eisbären erhalten keine Bundesliga-Lizenz

Schlechte Nachricht für Basketball-Fans in Bremerhaven: Aufgrund von Altschulden hat die Bundesliga den Eisbären vorerst keine Lizenz für die Saison 2019/20 erteilt.

Mannschaft der Eisbären bei einem Spiel.
Die Eisbären wollen die Entscheidung der BBL nicht akzeptieren. Bild: DPA | nph / Rojahn

Der Bundesligist Eisbären Bremerhaven hat vorerst keine Lizenz für die neue Saison in der Basketball-Bundesliga erhalten. Dies teilte die BBL nach einer Entscheidung des Lizenzligaausschusses mit.

Zur Saison 2019/2020 müssen die Bundesligisten einen Mindestetat von drei Millionen Euro und ein positives Eigenkapital von 250.000 Euro nachweisen. Der Lizenzantrag der Eisbären scheitert derzeit am umzureichenden Eigenkapital. Die Bremerhavener fühlen sich jedoch unfair behandelt und wollen Berufung einlegen. Sie sagen, der betroffene Paragraph beinhalte auch, dass die Liga dem Club eine Lizenz mit Auflagen erteilen könne, die dafür Sorge tragen, dass das gewünschte Ziel erreicht wird.

Geschäftsführer Grube macht dem Verband Vorwürfe

Eisbären-Geschäftsführer Wolfgang Grube kritisiert vor allem die scheinbar ausgebliebene Kommunikation seitens der BBL. "Ich erwarte, dass man mit uns redet und gemeinsam Vorstellungen entwickelt. Die anderen Vereine haben alle Auflagen bekommen. Mit denen ist offensichtlich geredet worden. Das ist in so einem Geschäft, in dem man mit Millionen umgeht, nicht ungewöhnlich", sagte Grube gegenüber den Hörfunkwellen von Radio Bremen. Für Optimismus sorgt bei ihm die Unterstützung für die Eisbären in der Stadt Bremerhaven.

Alle wollen uns helfen. Besonders die Stadt macht sich Sorgen, weil wir ein großer Imageträger sind. Die haben alle schon angerufen und setzen sich zusammen, um zu schauen, was man machen kann. Wir reden auch mit der Wirtschaft, das ist selbstverständlich.

Eisbären-Geschäftsführer Wolfgang Grube gegenüber den Hörfunkwellen von Radio Bremen

Auch ein sportlicher Abstieg droht

Bundesliga-Basketball in Bremerhaven wäre allerdings auch im Falle einer erfolgreichen Berufung für die nächste Saison noch nicht gewährleistet. Schließlich stecken die Eisbären auch sportlich zwei Spieltage vor dem Saisonende noch im Schlamassel. Aktuell liegen sie dank eines starken Zwischenspurts mit fünf Siegen in Folge auf dem 16. Tabellenplatz. Das würde für den Klassenerhalt reichen. Die Crailsheim Merlins als Tabellensiebzehnter sind allerdings nur zwei Punkte entfernt. Vorteil für die Eisbären: Den direkten Vergleich mit Crailsheim konnten sie für sich entschieden. Bei Punktgleichheit am Saisonende stünden die Bremerhavener daher über Crailsheim.

Um den sportlichen Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen, benötigen sie aus den letzten beiden Spielen noch mindestens einen Sieg. Am Freitagabend (20:30 Uhr) wartet allerdings eine schwierige Auswärtsaufgabe auf die Eisbären. Sie müssen beim Tabellendritten ALBA Berlin antreten. Deutlich einfacher haben es da die Crailsheimer, die zeitgleich beim bereits abgestiegenen Schlusslicht Science City Jena antreten.

Mehr zum Thema:

  • Karsten Lübben
  • Heiko Neugebauer

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. Mai 2019, 18:06 Uhr