Delaney und der schmale Grat

Es könnte das letzte Heimspiel von Thomas Delaney für Werder gewesen sein. Der Däne möchte ehrlich sein und schweigt daher lieber über seine Zukunftspläne.

Thomas Delaney applaudiert nach dem Spiel den Werder-Fans.
Thomas Delaney hat bisher 44 Bundesliga-Partien für Werder Bremen absolviert und dabei sieben Treffer erzielt. Bild: Imago | MIS

Thomas Delaney ist ein offener Typ. So hat man den Dänen stets erlebt, seit er vor anderthalb Jahren vom FC Kopenhagen nach Bremen wechselte. Und als Delaney am Samstagnachmittag nach dem torlosen Unentschieden gegen Leverkusen in den Katakomben des Weser-Stadions erschien, hatte er dann auch keine Probleme damit, die durchwachsene Leistung seiner Mannschaft klar zu benennen. "Wir haben so viele Fehler gemacht, auch technische Fehler, und wir waren immer einen Schritt zu spät. Viele Chancen hatten wir auch nicht und sind hinter unseren Möglichkeiten geblieben." Doch dann kam das Thema natürlich auf seine möglichen Wechselabsichten, die seit Wochen im Raum stehen. Und da wurde es für ihn dann schon kniffeliger, ganz offen zu sein. War es vielleicht nicht nur das Abschiedsspiel von Kapitän Zlatko Junuzovic, sondern auch das von Thomas Delaney?

Ich weiß es nicht, ich kann das nicht kommentieren. Es ist ein sehr schmaler Grat, ehrlich zu sein, aber auch gleichzeitig dem Klub gegenüber respektvoll zu sein, mit dem ich einen Vertrag habe. Ich bin glücklich hier, aber alles ist möglich im Fußball.

Thomas Delaney

Delaney-Berater hatte ein Gespräch mit Baumann

Delaney hatte immer mit offenen Karten gespielt und nie einen Hehl daraus gemacht, dass er davon träumt, in der Premier League zu spielen. Und falls es ein lukratives Angebot für den Regisseur geben sollte, würde ihm Werder auch keine Steine in den Weg legen. So ist es zwischen beiden Seiten vereinbart. Am Freitag wurde Delaneys Berater Michael Stensgaard am Weser-Stadion gesichtet, der sich mit Sportchef Frank Baumann zum Gespräch traf – natürlich nur auf einen Kaffee. Wurde dabei über Delaneys Zukunft gesprochen? "Nochmal, das kann ich leider nicht kommentieren", meinte der Däne und es war ihm sichtlich unangenehm.

Thomas Delaney vor dem Weser-Stadion mit blauer Baseball-Mütze und dunkler Sonnenbrille.
Thomas Delaney will seine Zukunftspläne momentan nicht kommentieren. Bild: Andreas Gumz

Ob Delaney bleibt oder im Sommer geht, wird wohl auch davon abhängen, wie stark er mit der dänischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland auftritt. Wer bei solchen Großereignissen überzeugt, kann seinen Marktwert schnell mal um ein paar Millionen anheben und das Interesse der finanzstarken Klubs wecken. Darauf ist auch Baumann gefasst. "Man sollte im Fußball nichts zu 100 Prozent ausschließen", sagte er über die Chancen, dass Delaney Werder verlassen könnte. "Wie sich Thomas momentan äußert, ist völlig legitim. Er betont auch, dass er sich hier wohl fühlt und dass ihn hier nichts wegzieht. Aber es ist auch verständlich, dass er sagt, dass er ein tolles Angebot gerne annehmen würde, wenn eins käme." Noch ist alles offen, doch zwischen den Zeilen stehen die Zeichen wohl eher auf Abschied.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Bundesligashow, 5. Mai 2018, 15 Uhr