DEL-Klubs fordern finanzielle Hilfen – sonst falle Saisonstart aus

Von einer Verschiebung des Starts wären auch die Fischtown Pinguins betroffen. Den Klubs fehlen laut DEL für den Saisonstart 60 Millionen Euro.

Video vom 22. September 2020
Die leere Eishockey Halle der Fischtown Pinguins.
Bild: Radio Bremen

Die Klubs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) setzen der Politik ein Ultimatum: Nur wenn bis zum 2. Oktober verbindliche Zusagen für staatliche Unterstützung der klammen Klubs vorliegen, soll die Saison wie geplant am 13. November beginnen. Von einer Absage des Saisonstarts wären auch die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven betroffen.

Ohne Zuschüsse ist ein Spielbetrieb nicht möglich, stellte die DEL nach der Gesellschafterversammlung erneut klar. Stundenlang hatten Vertreter der 14 DEL-Klubs in Frankfurt zusammengesessen. Dabei herrschte schnell Einigkeit: Ohne Unterstützung geht es nicht. Einnahmen durch Ticketverkäufe sind überlebenswichtig für die Vereine – doch "aufgrund der aktuellen Vorgaben der Politik sind wir nicht in der Lage, Spieltagserlöse verlässlich zu kalkulieren", sagte Jürgen Arnold, Aufsichtsratsvorsitzender der DEL.

Die Klubs monieren, dass es deshalb unter den derzeitigen Rahmenbedingungen wirtschaftlich nicht seriös darstellbar sei, am anvisierten Termin festzuhalten. Deshalb müssten die bereits seit Wochen laufenden Gespräche in den kommenden Tagen noch einmal dringend intensiviert werden.

Uns fehlen für einen verantwortungsvollen Saisonstart rund 60 Millionen Euro, die wir ohne die Hilfe Dritter alleine nicht aufbringen können.

Jürgen Arnold, Aufsichtsratsvorsitzender der DFL

Klubs können auf Zuschauereinnahmen nicht verzichten

Die DEL, die bereits die Vorsaison vor den Play-offs abgebrochen hatte, steckt wirtschaftlich in einer existenziellen Krise. Anders als die Fußball-Bundesliga kann sie sich Geisterspiele nicht leisten: Die Zuschauereinnahmen machen bei den Klubs rund 60 Prozent des Etats aus. Der Saisonstart war bereits vom 18. September auf den 13. November verlegt worden.  Nach dem Beschluss der Bundesländer in der vergangenen Woche, die Zahl der Besucher auf 20 Prozent der Hallenkapazitäten zu begrenzen, hatte die Liga bereits Alarm geschlagen. "So ist kein Überleben möglich", meinte Wolfgang Gastner, Hauptgesellschafter der Nürnberg Ice Tigers. "Unser Geschäftsmodell wird gerade verboten", erklärte Philipp Walter, Geschäftsführer der Kölner Haie. Sollte es keine Einigung geben, könnten im deutschen Eishockey möglicherweise gar bald die Lichter ausgehen.

Dann gibt es kein Profi-Eishockey mehr in Deutschland, dann gibt es auch keine Nationalmannschaft mehr. Dessen müssen sich alle bewusst sein.

Philipp Walter, Geschäftsführer der Kölner Haie

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 22. September 2020, 18:06 Uhr