Kohfeldt kämpft gegen seine Abstiegsstress-Pfündchen an

Auch am Werder-Trainer ist die schwierige Saison nicht spurlos vorüber gegangen, wie Kohfeldt eingesteht. Die Nachwehen verfolgten ihn sogar bis an den Urlaubspool.

Florian Kohfeldt schaut vor dem Spiel nachdenklich zur Seite.
Spuren einer stressigen Saison: Werder-Trainer Florian Kohfeldt sagt, er habe sechs Kilo bis zur Relegation zugenommen. Bild: DPA | Thorsten Wagner

Es ist fast schon beruhigend zu sehen, dass Trainer in der Fußball-Bundesliga auch nur Menschen sind. Denn den Druck und Stress, dazu die enorm hohem Erwartungen zusammen mit der großen Verantwortung für Verein und Mitarbeiter schütteln sie oft nicht einfach so ab. Das bleibt hängen, wie an vielen anderen Normalbürgern mit hektischem Alltag auch – in Form von überflüssigen Pfunden.

Und während sich viele gerade mit ihrem leidigen Corona-Übergewicht herumplagen, geschuldet dem Zu-viel-essen-zu-wenig-bewegen-Faktor, kämpft auch Florian Kohfeldt mit seinem Idealgewicht. Bei ihm war es Stress, der zehrende Abstiegskampf hat Spuren beim Werder-Coach hinterlassen. "Sechs Kilo" hat er in dieser Katastrophensaison zugenommen, gesteht Kohfeldt im Podcast "Phrasenmäher" der "Bild"-Zeitung ein. "Dreieinhalb Kilo habe ich schon wieder verloren - zum Saisonstart bin ich hoffentlich wieder auf altem Niveau."

Heidenheim verfolgte Kohfeldt bis an den Pool

Florian Kohfeldt hölt sich die Hände ans Gesicht (Archivbild)
Kein leichter Job an der Seitenlinie: Für Florian Kohfeldt gab es in der Saison mehr Tiefen als Höhen. Bild: Reuters | Patrik Stollarz/Pool

Wie belastend vor allem die Phase rund um die Relegation für ihn war, bemerkte Kohfeldt sogar noch zwei Wochen später beim Strandurlaub mit der Familie. Am Pool sei er mal kurz weggenickt, erzählt er, und dann hochgeschreckt, weil er glaubte, das Entscheidungsspiel gegen Heidenheim stünde jetzt an. Angeschaut hatte er sich auch erst im Urlaub wieder die Bilder der Relegation. Und Kohfeldt erkannte sich zwar selbst noch, doch so "will ich mich nicht noch mal sehen". Zwei Wochen Ausspannen mit der Familie seien zumindest ein guter Anfang gewesen.

Optisch bin ich rund um das Heidenheim-Spiel um sehr viele Jahre gealtert. Jetzt, mit etwas Urlaub und Abstand, kann ich zumindest sagen, dass ich mir ein paar Erfahrungen sehr hart erarbeitet habe.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt im Podcast "Phrasenmäher"

Noch herrscht Optimismus vor der neuen Saison

Die Rettung in allerletzter Sekunde, die kaum enden wollende Negativspirale, die ständigen Verletzungsausfälle und nicht zuletzt der kippelige Trainerstuhl – für Kohfeldt war die Saison keine Achterbahnfahrt, es schien eher eine Runde in der Geisterbahn zu sein. "Ich glaube nicht, dass ich so eine Saison nochmal 'überleben' würde", meint Kohfeldt daher. Weder, dass er den Job behalten dürfte, noch etwas emotional nochmal durchstehen würde.

"Es war ja auch kein Selbstverständnis, dass ein Verein an einem jungen Trainer in so einer Saison so lange festhält", fügt der 37-jährige Coach hinzu: "Emotional wäre es auch wirklich schwierig. Es war ja nicht nur der Abstiegskampf, sondern was an skurrilen Dingen, auch mit den Verletzungen und Unfällen passiert ist, kann sich keiner vorstellen." Nun hat Kohfeldt den Akku wieder aufgeladen, ist guter Dinge vor der neuen Saison. Und auch zuversichtlich, was sein Idealgewicht angeht. Doch wie lange es dieses Mal anhält, muss sich zeigen –denn entspannter wird Kohfeldts Job sicher nicht werden.

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Video vom 11. August 2020
Werder Bremens Sport Geschäftsführer Hubertur Hess-Grundewald im Interview.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 10. Juli 2020, 18:06 Uhr