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Füllkrug über Verhältnis zu Kohfeldt: "Sehr selten im Fußball"

Niclas Füllkrug besorgte per Hattrick den Werder-Sieg gegen Schalke. Dass Coach Florian Kohfeldt auf ihn setzte liegt wohl daran, dass er den Stürmer schon ewig kennt.

Video vom 27. September 2020
Niclas Füllkrug strahlt während eines Fernsehinterviews mit dem Sportblitz.
Bild: Radio Bremen

Zum Saisonauftakt gegen die Hertha blieb Niclas Füllkrug nur die Jokerrolle, gegen Schalke wurde der Werder-Stürmer zum Mann des Abends. Seine drei Tore bedeuteten drei wichtige Punkte für die Bremer, doch der Konkurrenzkampf in der Werder-Offensive ist groß – Füllkrug ist nicht gesetzt.

Wie der 27-Jährige mit der Situation umgeht, wie es ihm ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss geht und wieso sein Verhältnis zu Trainer Florian Kohfeldt etwas Besonderes ist, erzählt Füllkrug exklusiv im Sportblitz-Interview.

"Letzte Woche war ich's nicht, diese Woche war ich's"

Niclas Füllkrug und Florian Kohfeldt stehen nach dem Spiel sehr dicht voreinander beim Händeschütteln.
Kennen sich schon lange: Der 37 Jahre alte Florian Kohfeldt (rechts) trainierte bereits den 13-jährigen Niclas Füllkrug. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dass er beim Saisonauftakt nur kurz zum Einsatz kam, hatte ihn schon geärgert, gibt Füllkrug zu. Doch er weiß, dass Kohfeldt dabei immer noch seine schwere Verletzung im Blick hat: "Ich glaube, er möchte, dass ich bei 100 Prozent bin, wenn ich regelmäßig spielen soll", vermutet Füllkrug und versucht, geduldig mit der Situation umzugehen.

Ich bin mir sicher, das der Trainer immer die Elf aufstellt, bei der er die höchste Wahrscheinlichkeit sieht, das Spiel zu gewinnen. Letzte Woche war ich's nicht und diese Woche war ich's. So muss man das hinnehmen und versuchen, das so zu wenden, dass man selber Kraft daraus zieht.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug im Sportblitz-Interview

Streit? Alles kein Problem!

Doch immer wirkte Füllkrug dann doch nicht so genügsam und folgsam. Nach dem Relegationshinspiel gegen Heidenheim sah man ihn auf dem Spielfeld in einem lebhaften Streitgespräch mit Kohfeldt. Und während des Trainingslagers im Zillertal schickte ihn der Coach mit den Worten vom Platz: "Wenn du keinen Bock hast, dann geh' raus!" Füllkrug betont, das sei alles viel zu hochgekocht worden.

"Der Trainer ist der Chef und wenn er mich vom Platz schickt, dann gehe ich natürlich", stellte Fülkrug klar, "da lief in der Situation nicht alles perfekt, aber wir haben das sofort danach aus dem Weg geräumt und es ist überhaupt kein Problem. Und in Heidenheim ging es um etwas Fußballerisches, keine persönlichen Befindlichkeiten. Ich habe nur meine Meinung geäußert, das war nichts Dramatisches."

"Unsere Beziehung kann das super wegstecken"

Doch dass Füllkrug überhaupt so mit Kohfeldt reden kann und darf, liegt sicherlich daran, dass Kohfeldt ihn schon coachte, als dieser erst 13 Jahre alt war. Sie hielten immer Kontakt, vor allem während der schwierigen, langen Verletzungen, die Füllkrug in seiner Karriere schon erlitten hatte. Sie mögen sich, die Vertrautheit ist über die Jahre gewachsen. Und so kann man sich wohl auch mal die Meinung sagen, ohne dass hinterher etwas hängen bleibt.

Das ist etwas sehr Seltenes im Profi-Fußball. Wir kennen uns halt schon ewig. Und dementsprechend kann diese Beziehung so etwas dann auch super wegstecken.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug im Sportblitz-Interview

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Autoren

  • Dino Bernabeo Redakteur und Autor
  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 27. September 2020, 19:30 Uhr