Für Werder und den Profi-Sport bleiben im November die Tribünen leer

Die Fußball-Bundesliga muss wieder Geisterspiele austragen. Die Kanzlerin und Ministerpräsidenten wollen die Fans erneut aus den Stadien verbannen – nicht nur im Fußball.

Leere grüne Kunststoffsitze im Weserstadion mit rot-weiß gestreiftem Band abgesperrt.
Im November werden die Bundesliga-Spiele von Werder Bremen ohne Zuschauer stattfinden. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Auch der Profisport und damit die Fußball-Bundesliga wird von den verschärften Corona-Maßnahmen getroffen. Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen die Partien im November nur noch ohne Zuschauer zulassen. Das geht aus dem Beschlusspapier infolge der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Nach dem ersten Stillstand im März hatten es die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Deutsche Fußball-Bund mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept geschafft, den unterbrochenen Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Bundesliga wieder aufzunehmen – zunächst vor Geisterkulissen.

Handball, Eishockey und Co. in Existenznot

Für die aktuelle Saison erhielt die DFL grünes Licht von der Politik, zumindest bis zu 20 Prozent der Gesamtkapazität der Stadien mit Zuschauern füllen zu dürfen. Allerdings hatten die örtlichen Behörden weiterhin das Recht, die Zuschauerzahl zu reduzieren oder gar einen Ausschluss zu veranlassen. Dies ist nach dem sprunghaften Ansteigen der Corona-Fallzahlen zuletzt vielerorts geschehen. Auch für das kommende Wochenende ist bereits für zahlreiche Partien beider Ligen eine drastische Herabsetzung oder der Ausschluss von Fans verfügt worden.

In den anderen Profi-Ligen sieht es dagegen bereits jetzt düsterer aus, viele fürchten um ihre Existenz. Im Basketball, Handball, Eishockey oder Volleyball sind die Vereine deutlich stärker auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. Die Anordnung der Geisterspiele widerspreche "eigentlich dem, was wir letzte Woche mit den Chefs der Staatskanzleien besprochen haben", sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Da war der Tenor noch eindeutig: Der Sport hat seine Hausaufgaben gemacht und trägt nicht zum Infektionsgeschehen bei." Er kündigte an, nochmals "den Dialog" suchen zu wollen.

Werder-Fans gucken weiterhin in die Röhre

Video vom 18. Oktober 2020
Frustrierte Werder-Fans schauen in einem Wohnzimmer auf dem Fernseher das Spiel.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 28. Oktober 2020, 18:06 Uhr