Hattrick von Füllkrug: Werder bezwingt maue Schalker

Nach dem schwachen Saisonstart gelang den Bremern mit dem 3:1-Sieg auf Schalke der erste Schritt aus der Krise. Zu viel Gegenwehr bekamen sie allerdings nicht.

Davy Klaassen, Joshua Sargent und Manuel Mbom feiern mit Niclas Füllkrug den Treffer.
Matchwinner auf Schalke: Stürmer Niclas Füllkrug (Mitte) besorgte alle drei Treffer für Werder Bremen. Bild: DPA | Edith Geuppert

Während das 1:3 den Schalkern das 18. Spiel ohne Sieg bescherte und die Krise des Tabellenletzten weiter verschärfte, konnten Florian Kohfeldt und seine Mannschaft nach dem Fehlstart vor einer Woche wieder aufatmen. Niclas Füllkrug führte Werder nach Standard-Situationen von Ludwig Augustinsson (22./37.) und mit einem Foulelfmeter (59.) zum Sieg. Mark Uth (90.+3) gelang nur noch das 1:3. "Ein verdienter Sieg", analysierte Kohfeldt bei Sky: "Jeder hat gesehen, wie wir Bundesligaspiele gewinnen können. Und daran müssen wir jetzt anknüpfen."

Für Diskussionen sorgte Schalkes Abwehrspieler Ozan Kabak, der – von den Fernseh-Kameras eingefangen – in Richtung des am Boden liegenden Augustinsson spuckte. "Das war Absicht, eine bewusste Aktion", sagte Sky-Experte Lothar Matthäus. "Als Spieler angespuckt zu werden, ist das Schlimmste. Ich hoffe, dass er noch bestraft wird." In der 84. Minute sah Kabak wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot und sorgte damit für die negative Schlusspointe unter einen Schalker Abend zum Vergessen.

Verunsicherung auf beiden Seiten

Das Spiel musste wegen der Corona-Zahlen kurzfristig ohne Zuschauer ausgetragen werden, Schalke hatte mit etwa 11.000 Besuchern geplant. Im Endeffekt blieb den "Königsblauen" zumindest der Frust und die Wut der Anhänger erspart. Kohfeldt ersetzte gleich vier Spieler. Die Verunsicherung und Nervosität war auf beiden Seiten von Beginn an greifbar.

Bezeichnend, dass das 0:1 durch eine aus Schalker Sicht völlig unnötige Standard-Situation fiel: Keeper Ralf Fährmann ging mit der Hand an einen Schuss von Augustinsson, der weit vorbeigegangen wäre. Die Ecke brachte Augustinsson rein, Sargent verlängerte per Kopf und Füllkrug schob völlig ungedeckt ein. Der auf der Linie stehende Mark Uth hob den Arm, obwohl für jeden erkennbar er das Abseits aufgelöst hatte.

Füllkrug hatte leichtes Spiel

Die Schalker agierten nun noch verunsicherter, Werder wurde stabiler. Auffällig war vor allem Linksverteidiger Augustinsson. Wie schon die Bayern in der Vorwoche nutzte Schalkes Gegner die Unsicherheit des zum Rechtsverteidiger umgeschulten Nationalspielers Sebastian Rudy. Doch auch die Innenverteidiger Stambouli und Kabak waren nicht auf der Höhe. Bremens zweites Tor fiel leichter als im Training: Ein einfacher Freistoß – und Füllkrug durfte einköpfen.

Zur Pause wechselte Wagner doppelt, unter anderem kam Routinier Vedad Ibisevic (36) zu seinem Debüt im Schalke-Trikot. Schalke schien nun mental zurück im Spiel, kam zu Chancen, vergab sie aber kläglich. Ibisevic köpfte fast so freistehend wie zuvor Füllkrug vorbei (53.), Nassim Boujellab schoss in bester Position daneben (55.). Kabaks völlig unnötiges Foul gegen Füllkrug, der den Elfmeter selbst verwandelte, machte die leise Hoffnung kaputt. "Das ist schwer zu erklären", sagte Schalkes Neuzugang Vedad Ibisevic konsterniert bei Sky.

Für Werder geht es gegen Schalke um Wiedergutmachung

Video vom 25. September 2020
Tahith Chong kämpft im Training mit Maximilian Eggestein um den Ball.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Bundesliga, 26. September 2020, 18 Uhr