Aufatmen bei Werder: Politik gibt grünes Licht für Geisterspiele

"König Fußball" ist zurück auf dem Thron: Trotz der Corona-Krise wird der Ball im Mai wieder rollen, so der Entscheid am Mittwoch. Das genaue Datum ist aber noch offen.

Blick auf die leeren Ränge des Weser-Stadions und den weißen Schriftzug "Ostkurve" bei Sonnenuntergang.
Ab Mai darf die Bundesliga ihre Saison fortsetzen - aber nur vor leeren Rängen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Politik hat den Weg für den Neustart der Fußball-Bundesliga ab der zweiten Mai-Hälfte freigemacht. Darauf einigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch in einer Videoschalte. Damit erhält die Deutsche Fußball Liga (DFL) als Dachorganisation der 36 Profi-Klubs der 1. und 2. Liga die lange erhoffte Genehmigung für Geisterspiele.

Seit Mitte März ist die Saison in beiden Ligen unterbrochen, ab wann die Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit genau auf dem Programm stehen, ist aber noch offen. Vor dem genehmigten Neustart mit Geisterspielen muss "eine Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers, vorweggehen". Dies geht aus dem Papier hervor, auf das man sich am Mittwoch einigte, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen erfuhr. Von einer Quarantäne-Dauer von zwei Wochen war darin explizit nicht mehr die Rede.

Damit könnte der 15. Mai, auf den die DFL als möglichen Termin gehofft hatte, doch noch möglich sein. Ein Start eine Woche später scheint wahrscheinlicher. Noch neun Spieltage stehen aus. Die DFL-Mitglieder beraten sich am Donnerstag über die neuen Beschlüsse.

"Dem Profisport insgesamt wieder eine Perspektive geben"

Die Wiederaufnahme der Spiele in der 1. und 2. Bundesliga ohne Zuschauer gelte ab einem Datum im Mai als "akzeptabel", um "den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen", heißt es in der Beschlussvorlage, die den Nachrichtenagenturen DPA und AFP bereits am Mittwochvormittag verlagen.

"Wichtig ist, dem Profisport insgesamt eine Perspektive zu geben", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im ZDF-"Morgenmagazin": "Auch viele Millionen Fans fragen natürlich, wann es wieder losgehen kann. Es gibt sehr gut ausgearbeitete Konzepte, wenn die gelebt und umgesetzt werden, kann man mit einem solchen Kontaktsport wieder starten."

Bärendienst durch Hertha-Profi Kalou

Doch in den vergangenen Tagen hatte es vermehrt Kritik gegeben. Der Hertha-Profi Salomon Kalou hatte am Montag Szenen aus der Umkleidekabine mit seinem Handy gefilmt und bei Facebook live verbreitet, auf denen zu sehen war, wie er vielen Teamkollegen die Hand gab. Das widerspricht dem Hygienekonzept, das die DFL den Vereinen vorschreibt, um die Saison fortsetzen zu können.

"Wir haben in den letzten Tagen gesehen, bei dem einen oder anderen muss das Verständnis dafür, dass es hier um etwas geht, offensichtlich noch geweckt werden", so Spahn weiter. Deswegen sei "ein klares Durchgreifen" der DFL und der einzelnen Teams "ganz, ganz wichtig".

Werder-Chef Bode: "Werden keinen Spieler zu Geisterspielen zwingen"

Video vom 3. Mai 2020
Der Vorsitzende des Werder Bremen Aufsichtsrates Marco Bode im Sportblitz-Studio.
Falls sich ein Bremer Spieler Sorgen um die Gesundheit machen sollte und deshalb nicht spielen möchte, würde der Klub ihn nicht zwingen. Das verriet Aufsichtsratsboss Marco Bode.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 6. Mai 2020, 18:06 Uhr