Remis in München: Werder beendet schwarze Serie gegen die Bayern

Wer hätte das gedacht? Den Bremern gelingt nach 22 Pflichtspielpleiten in Folge mit 1:1 zumindest ein Remis gegen den Erzrivalen aus München. Werder führte sogar.

Torschütze Maximilian Eggestein springt Joshua Sargent glücklich auf den Arm, Kevin Möhwald läuft strahlend auf sie zu.
Jubel bei Werder: Maximilian Eggestein (oben) besorgte in der 45. Minute die Führung für die Bremer. Bild: Nordphoto/Straubmeier/Pool/via Gumzmedia

Für Florian Kohfeldt gab es in seinem 100. Spiel als Bundesliga-Trainer überraschend doch etwas zu feiern. Nach 22 Pflichtspielpleiten in Folge gegen die Bayern holten die Bremer am Samstagnachmittag in München immerhin ein 1:1. Maximilian Eggestein hatte in der 45. Minute nach feinem Pass von Joshua Sargent cool den Ball aus der Mitte im Tor von Manuel Neuer zur Führung versenkt. Kingsley Coman besorgte in der 63. Minute per Kopfball den Ausgleich für die Bayern.

Bayern-Coach Hansi Flick hatte neben dem doppelten Punktverlust einen weiteren Verlust - einen verletzten Spieler mit Lucas Hernandez (Rücken). Flick verzichtete vier Tage nach der historischen 0:6-Klatsche für die DFB-Auswahl zunächst auf gleich vier deutsche Nationalspieler - und er verpokerte sich damit. Das Trio Leon Goretzka, Serge Gnabry und Leroy Sane kam von der Bank.

Die Bayern konnten sich bei Torwart Manuel Neuer bedanken, dass sie nicht schon früh zurücklagen: Der Kapitän parierte in seinem 400. Pflichtspiel für die Bayern stark gegen Joshua Sargent und Ludwig Augustinsson (16.). Wenig später verzog Leonardo Bittencourt freistehend (24.). Flicks ungewöhnliche Aufstellung mit nur einem Sechser und dem überforderten Youngster Jamal Musiala, der erstmals in der Liga beginnen durfte, erzündete nicht.

Werders Defensive bereitete den Bayern Probleme

Torhüter Jiri Pavlenka kann den Kopfball von Kingsley Coman nicht mehr parieren.
Kann Kingsley Comas Kopfball nicht parieren: Werder-Keeper Jiri Pavlenka (rechts). Bild: Nordphoto/Straubmeier/Pool/via Gumzmedia

Die Bayern taten sich schwer, in der Bremer Fünferreihe Lücken zu finden, und hatten viele Ballverluste. Als Coman doch mal durchkam, wurde er von Ömer Toprak im Strafraum gefoult - der fällige Elfmeterpfiff blieb rätselhafterweise aus (26.). "Wenn wir Mut mit dem Ball haben, holen wir sie aus ihrer Komfortzone", hatte Kohfeldt vorher gesagt - und genau so kam es. Kurz vor der Pause überraschten die gedankenschnellen Bremer die Münchner Hintermannschaft nach einem Einwurf im kollektiven Tiefschlaf. Sargent enteilte Martinez, seine Hereingabe verwertete Eggestein unbedrängt von Goretzka zur Führung.

Ein Lattenknaller von Douglas Costa nach der Pause (52.) war der Weckruf für den Rekordmeister, der Werder zunehmend stärker unter Druck setzte. Coman traf per Kopf nach Goretzkas Flanke zum Ausgleich. Der eingewechselte Eric Maxim Choupo-Moting vergab die Riesenchance zum 2:1 (84.), auf der anderen Seite parierte Neuer gegen Sargent (87.).

Werder vor der Mammut-Aufgabe gegen die Bayern

Video vom 20. November 2020
Eine Gruppe Werder-Spieler um Trainer Florian Kohfeldt betreten den Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 21. November 2020, 19 Uhr