Trotz Spardrucks: Sixdays-Veranstalter sind zufrieden

Die 56. Auflage des Bremer Sechs-Tage-Rennens war nicht die letzte. Doch aufs Geld müssen die Macher trotzdem schauen – auch deswegen fehlte dieses Jahr ein prominenter Startschütze.

Halle 1 bei den Sixdays Bremen
Insgesamt, so der Eindruck, sind mehr Menschen wegen des Sports zu den Sixdays gekommen als bisher. Bild: Soller Fotografie

Vor dem Kassensturz nach dem letzten Rennabend ist die Bilanz, die die Veranstalter am Dienstag gezogen haben, eher eine gefühlte. "Konkrete Zahlen wird es Donnerstag geben", sagt Geschäftsführer Felix Wiegand. Aber gefühlt seien die Ränge voller gewesen als vergangenes Jahr. Damals kamen 59.000 Menschen über die sechs Tage in die ÖVB-Arena, 2018 waren es 60.000. Mit dieser Größenordnung sei er "zufrieden", sagt auch Hans Peter Schneider, ebenfalls Geschäftsführer. Er ist als Vertreter der städtischen Gesellschaft M3B vertreten, die fast ein Viertel an den Sixdays hält.

Vor allem, so die Macher, habe es mehr sportinteressierte Zuschauer gegeben, die Ränge seien besser besucht gewesen. "Ich finde, das Sportpublikum ist mehr geworden, sie kommen früher und gehen später. Das heißt, die Verweildauer ist länger", sagt Projektleiter Mario Roggow. Dafür hätten die Macher auch einiges investiert, viel in Fachzeitschriften geworben und in Städten, in denen es früher Sechs-Tage-Rennen gab.

Da steckt schon viel betriebliches Ehrenamt mit drin.

Hans Peter Schneider, Geschäftsführer Sixdays Bremen

Doch eines wird klar: Wirklich Geld verdienen lässt sich mit dem Sechs-Tage-Rennen derzeit nicht. "Wir brauchen schon mehr, so ist es nicht", sagt Schneider. "Da steckt schon viel betriebliches Ehrenamt mit drin." Die Sponsorensuche sei nie einfach, das sei auch im vergangenen Jahr nicht anders gewesen. "Bei uns steht keiner vor der Tür und sagt: Ich habe hier mal 10.000 Euro", so Schneider. Aber: "Wir schreiben eine schwarze Null."

Kein Geld für große Namen

Geschäftsführer der Sixdays, Hans Peter Schneider von der Messe Bremen
Geschäftsführer Hans Peter Schneider Bild: Soller Fotografie | Oliver Soller

Damit die Sixdays-Macher mit ihrem Etat hinkommen, muss gespart werden. In diesem Jahr fiel das vor allem beim Anschuss und beim Showprogramm auf. Einen prominenten Startschützen wie Howard Carpendale im vergangenen Jahr, wolle man sich nicht immer leisten. Denn, so erklärt es Schneider, die Besucher, die nur wegen diesem Startschützen mehr zu den Sixdays kämen, würden die Kosten nicht aufwiegen.

Das erste Mal war am Freitagabend auch die Halle 4 für einige Stunde an den Veranstalter für eine Schlagerparty unvermietet, Sixdays-Besucher mussten dafür ein extra Ticket lösen. "Das war ein Versuch", so Felix Wiegand. Ob sie dieses Modell nochmal ausprobieren, könne er noch nicht sagen. Der Veranstalter der Schlagerparty habe auch nicht viele Tickets verkauft.

Mit dem besucherschwachen Sonntag sind die Sixdays-Macher nach wie vor nicht zufrieden und wollen weiter am Konzept feilen. Auch am Dienstag würden sie sich mehr Besucher wünschen. Investiert hat das Konsortium in eine neue Bahn. Der Belag der alten hatte neun Jahre gehalten. Ein Zeichen dafür, dass in Bremen, anders als an anderen ehemaligen Standorten, noch lange nicht Schluss sein soll mit dem Sechs-Tage-Rennen.

Sixdays: Das war Montag in den Hallen und auf der Bahn los

Video vom 14. Januar 2020
Sixdays Bremen
Bild: Soller Fotografie | Oliver Soller

Autorin

  • Maike Albrecht Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Sechs-Tage-Radio, 14. Januar 2020, 21 Uhr