Interview

Coach Woltmann: "Bremen ist ein gutes Pflaster für uns"

Der Saisonstart der Eisbären Bremerhaven ist geglückt, nun steht heute um 15 Uhr das Duell gegen Bayern München an. Trainer Arne Woltmann ist dennoch optimistisch.

Der Trainer der Eisbären Bremerhaven Arne Woltmann in einer Sporthalle.
Herr Woltmann, am vergangenen Wochenende gab es eine knappe Niederlage gegen Bamberg. Was konnten Sie trotzdem Positives aus dem Auftritt herausziehen?
Ganz wichtig war, dass wir uns bis zum Ende nicht aufgegeben haben. Dass wir gekämpft und alles aufs Parkett geworfen haben, was wir hatten. Und wir haben gezeigt, dass wir mit einer Mannschaft wie Bamberg zumindest lange mithalten konnten.
Ist Bayern München als Gegner noch eine andere Hausnummer als Bamberg?
Ganz bestimmt. Wenn man sich die Kader beider Teams anschaut, sind da doch erhebliche Unterschiede. Bei den Bayern sieht man klar, dass sie ihren Kader für die Euro-League zusammengestellt haben – extrem tief, extrem talentiert, sehr athletisch. Das wird nochmal ein Stück schwerer.
Wo sehen Sie die Stärken der Bayern?
Ich glaube, die Athletik ist eine ganz andere Hausnummer. Auch die Physis, mit der sie spielen können. Natürlich haben sie eine ganz andere Erfahrung mit vielen Spielern, die auf internationalem Parkett zuhause sind. Das ist die große Stärke der Mannschaft.
Eisbäre Darnell Jackson springt mit dem Basketball in der Hand höher als seine Teamkollegen und Gegner.
Will hoch hinaus: Der US-Amerikaner Darnell Jackson (Mitte) kam als Last-Minute-Transfer nach Bremerhaven. Bild: Imago | Pressefoto Baumann
Wie wollen Sie dieser Stärke begegnen?
Wir müssen unsere Stärken einbringen und unser Offensivspiel so aufziehen, wie wir wollen. Das heißt, wir müssen schnell den Ball bewegen und ihn in die Hände unserer Scorer bringen. Das wird Bayern sicher versuchen zu verhindern, aber da werden wir hoffentlich Mittel und Wege finden, wie wir es trotzdem hinbekommen.
Hat ein Spieler wie Chris Warren die Qualität, da den Unterschied zu machen?
Bestimmt. Ich denke, wenn man sich den Bayern-Kader anschaut, dann sind da einige Spieler, die viele Minuten gehen, die sehr groß und kräftig sind. Wie Stefan Jovic, der auf Warrens Position spielt – der wird sicherlich Schwierigkeiten haben, so einen kleinen, quirrligen Spieler zu verteidigen. Da werden wir bestimmt einige Vorteile haben.
Welche Rolle spielt es, dass die Partie in Bremen ausgetragen wird?
Bremen ist für uns ein gutes Pflaster. Wir haben letzte Saison dort drei gute Spiele abgeliefert. Auch wenn wir zwei davon verloren haben, aber die Spiele waren eng – wieder gegen die Topfavoriten Bayern und Bamberg. Dementsprechend hoffen wir, dass wir wieder so gute Spiele hinlegen und vielleicht mehr als eins gewinnen.
Ist die Atmosphäre in der Bremer Stadthalle besonders?
Ich glaube, die Halle ist super gemacht für Basketball. Die Tribünen sind eng am Spielfeldrand, man hat das Gefühl, die Zuschauer sitzen fast über unseren Köpfen. Da ist eine tolle Atmosphäre und die Lautstärke kommt gut aufs Spielfeld rüber. Wenn die Fans begeistert sind, dann überträgt sich das definitiv auch auf uns.
Haben Sie Ihren neuen Spielern schon erklärt, dass sie nicht vor 2.000 Zuschauern, sondern vor mehr 6.000 Zuschauern spielen?
Es ist alleine schon lustig, dass wir darüber sprechen müssen, warum wir am Sonntag zwar ein Heimspiel haben, aber trotzdem ein bisschen fahren müssen. Die Spieler gehen natürlich davon aus, dass Heimspiele in Bremerhaven stattfinden. Jetzt fragen sie, warum sie nach Bremen müssen – aber wir haben ihnen ein paar Bilder gezeigt und jetzt freuen sie sich drauf und sind motiviert, in Bremen zu spielen.
Vier Spieltage sind rum – Ihre Mannschaft hat zwei gewonnen, zwei verloren – ist der Saisonstart aus Ihrer Sicht gelungen?
Ich glaube, wir können uns nicht beklagen. Wir haben in Gießen ein Spiel gewonnen, wo nicht viele gewinnen werden, haben Zuhause gegen Crailsheim unsere Hausaufgaben gemacht, in Ludwigsburg haben wir uns lange Zeit gut verkauft und bis zum Anfang des 4. Viertels stand es unentschieden und auch gegen Bamberg haben wir gut gespielt – von daher sind wir sehr positiv gestimmt. Wir schauen jetzt, dass wir das Bayern-Spiel gut hinbekommen und dann kommen wieder ein paar Gegner, mit denen wir uns auf Augenhöhe sehen.
Sie haben fast nur neue Spieler im Kader – hat sich Ihre Mannschaft inzwischen gefunden?
Das ist natürlich ein Prozess, der bei so vielen Neuzugängen länger dauert. Aber die Entwicklung ist positiv und wenn das so weitergeht, dann werden wir sicher als Einheit noch besser funktionieren.

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  • Yannick Lowin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 25. Oktober 2018, 18:06 Uhr