Ruttmann neuer Geschäftsführer bei den Eisbären Bremerhaven

Der ehemalige Nachwuchsleiter übernimmt die Führung des Basketball-Klubs. Sein erstes Ziel: Schulden abbauen und den Verein wieder bundesligatauglich machen.

Der Neue ist ein Altbekannter bei den Eisbären Bremerhaven: Nils Ruttmann übernimmt beim Basketball-Zweitligisten fortan die Geschäftsführung. Der 37-Jährige ist bereits seit Juli 2014 im Verein, erst als Nachwuchstrainer, dann Koordinator und später Nachwuchsleiter. Nun übernimmt er die Leitung an vorderster Front.

Ruttmann übernimmt einen Klub – seinen Klub – in Schieflage. Die Eisbären sind in der vergangenen Saison sportlich aus der Basketball-Bundesliga abgestiegen. Zuvor war ihnen schon die Lizenz für die nächste Saison wegen zu hoher Schulden entzogen worden. Eine Bruchlandung auf ganzer Linie also. Darum ist das oberste Ziel des neuen Geschäftsführers auch klar: die Altlasten von rund 650.000 Euro abzubauen. Dies in drei Jahren zu schaffen, sei ein realistisches Ziel, so Ruttmann.

Wichtig ist, dass der Standort nun auf kleinerem Niveau wirtschaftlich stabil steht. Dass wir in ruhigere Fahrwasser kommen und nicht nochmal so eine unruhige Phase erleben.

Nils Ruttmann

Für Gesellschafter Wolfgang Grube, der die Verantwortung im operativen Geschäft nach über eineinhalb Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit in der Geschäftsführung abgibt, sei Ruttmann die logische Wahl, heißt es in einer Pressemitteilung. "Mit Nils Ruttmann haben wir uns für einen strukturell starken Geschäftsführer entschieden, der in den Jahren in unserem Nachwuchs nicht zuletzt auf Grund seiner juristischen Expertise unter Beweis gestellt hat, dass er nachhaltig wirtschaftlich und personell gesunde Strukturen aufbauen kann."

Ruhe schaffen, Strukturen aufbauen

Der Neue will endlich Ruhe in den Klub bringen, damit dieser sportlich erfolgreich sein kann. Doch Ruhe, damit tat man sich zuletzt schwer bei den Eisbären. Auch Ruttmanns Engagement als Geschäftsführer resultiert mutmaßlich aus Zwist. Denn Ruttmann tritt die Nachfolge von Stephan Völkel an, der seinen Posten nach nur einem Monat – offiziell – aus persönlichen Gründen wieder geräumt hat. Aus dem Umfeld des Klubs war jedoch zu hören, dass ihm die Zusammenarbeit mit den Gesellschaftern zu schwierig gewesen sein soll.

Wolfgang Grube ist einer dieser Gesellschafter – und war vor Völkel außerdem Geschäftsführer. Grube bezeichnet die Eisbären als sein Lebenswerk. Ihm wird nachgesagt, nur schwer loslassen zu können. Streit habe es mit Vorgänger Völkel aber nicht gegeben, erklärte Grube im Gespräch mit buten un binnen beim Tag der Fans. Grube sei von der Kündigung völlig überrascht worden.

Ich will die kleine Basketball-Community Bremerhavens zusammenbringen. Den Fans, den Zuschauern und Partnern entgegenzukommen und einen familiären Charakter herzustellen. Damit wir zusammenhalten.

Nils Ruttmann

Klar ist: Der neue Geschäftsführer Ruttmann wird sich auch mit Grube auseinandersetzen und gut zusammenarbeiten müssen, damit es ruhiger werden kann im Klub. Denn Grube war es auch, der in der Außendarstellung zuletzt nicht immer gut ausgesehen und viel Sympathien für den Klub verspielt hatte. Vor rund zwei Monaten beklagte er sich im Interview mit buten un binnen über die mangelnde Unterstützung durch die Unternehmen und die Fans in Bremerhaven. Und wünschte sich im gleichen Atemzug Fans wie vom damaligen Ligakonkurrenten Rasta Vechta. Ruttmann will das Verhältnis zwischen Fans, Firmen und Klub wieder verbessern.

Mehr Spieler mit regionalem Bezug

Damit dieses Vorhaben gelingt, soll auch das Spiel der Eisbären in Zukunft besser und vor allem attraktiver werden. Ruttmann will mehr Heimspiele gewinnen als in der Vergangenheit und so mehr Zuschauer in die Halle locken. Außerdem habe man sich bei der Kaderzusammenstellung bewusst für mehr Spieler mit Bremerhavener Bezug entschieden. So soll eine bessere Identifikation der Bremerhavener mit dem Klub erreicht werden.

Für Nils Ruttmann ist der neue Job übrigens eine Premiere. Geschäftsführer steht bisher noch nicht in seiner Vita. Doch sein Herz schlägt seit frühester Kindheit für den Sport. Begonnen hat er selbst als Spieler mit neun Jahren, spielte bis vor zwei Jahren auch noch aktiv. 2014 entschied er sich gegen eine Karriere in einer Augsburger Anwaltskanzlei und für den Wechsel nach Bremerhaven.

Eisbären-Boss Grube: "Mit gebremstem Schaum in die 2. Liga"

Geschäftsführer Grube beim Interview im Sportblitz-Studio.


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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 18. September 2019, 18:06 Uhr