72:89 gegen Bayern: Eisbären geht in zweiter Halbzeit die Puste aus

Beim Heimspiel in der Bremer Stadthalle halten die Bremerhavener das Spiel durch gute Verteidigung lange offen, unterliegen dem amtierenden deutschen Meister aber mit 72:89.

Ein Basketballspieler versenkt den Ball im Korb.
Keith Benson Bild: Imago | Nordphoto

Die Eisbären Bremerhaven haben ihr Heimspiel in fremder Halle mit 72:89 verloren. In der Bremer Stadthalle hielten die Außenseiter aus Bremerhaven lange mit dem großen Favoriten FC Bayern München mit, im letzten Viertel setze sich der amtierende deutsche Meister jedoch immer weiter ab.

Das Spiel vor 6.320 Zuschauern startete mit vielen vergebenen Würfen. Beide Mannschaften erspielten sich gute Möglichkeiten, nutzten diese aber nicht. Bremerhaven zeigte eine gute Verteidigung gegen die favorisierten Gäste aus München, die sich sichtlich schwer taten. Mit 12:15 aus Sicht der Eisbären ging es in die erste Viertelpause. "Am Anfang haben wir unseren Plan gut ausgeführt", sagte Eisbär-Profi Jordan Brangers nach der Partie.

Führung zur Halbzeit

Auch im zweiten Spielabschnitt arbeiteten die Bremerhavener weiterhin gut, brachten ihre Offensive von jenseits der Dreierlinie ins Rollen. Vor allem die Aufbauspieler Chris Warren und Jordan Brangers zeigten sich kreativ und trafen Würfe aus dem Dribbling oder direkt über ihre Gegenspieler hinweg. Warren, in der laufenden Saison ligaweit der beste Scorer, setzte mit einem Dreier zur 41:38-Führung mit Ertönen der Sirene den Schlusspunkt der ersten Halbzeit.

Von den Gästen gab es viel Lob für die Leistung der Bremerhavener in den ersten beiden Vierteln: "Sie haben exzellent gespielt", adelte Bayern-Coach Dejan Radonjic den Gegner. Arne Woltmann, Trainer der Eisbären, ordnete das Spiel seiner Mannschaft ein paar Schubladen weiter unten ein: "In der ersten Halbzeit haben wir ganz anständig gespielt", sagte er nach der Partie.

Holpriger Start ins dritte Viertel

Weniger zufrieden war Woltmann mit dem Start in das dritte Viertel. München kam furios aus der Kabine und startete einen Lauf von neun Punkten in Folge. "Wir haben in der Halbzeit darüber gesprochen, dass Bayern sicherlich den Druck erhöhen wird", so Woltmann. "Offensichtlich haben wir das zwar besprochen, aber nicht wirklich verstanden." Er reagierte mit einer Auszeit, nach der sich seine Eisbären zwar fingen, aber keine Führung erspielen konnten.

Trotzdem gelang es dem Außenseiter immer wieder, die Münchener zu ärgern und für Emotionen zu sorgen. Nach einem Korbleger von Chris Warren reckte Bayern-Trainer Radonjic ungläubig seine Arme in den Himmel, wenige Minuten später feierte die Münchener Bank einen erfolgreichen Korbleger von Alex King durch kollektives Aufspringen und Handtuchwedeln. Die Eisbären blieben in Schlagsdistanz, Fabian Bleck beendete das dritte Viertel mit einem Korbleger zum 60:68-Rückstand.

Risikofreudigkeit wird nicht belohnt

Der Schlussabschnitt nahm die Formen der ersten Minuten an und beiden Mannschaften gelangen kaum Punkte. Bremerhaven konnte sich nicht effektiv herankämpfen und beim Zwischenstand von 62:68 rund fünf Minuten vor Schluss erhöhten sie das Risiko in ihrem Spiel, was der hochkarätige Kader von Bayern ausnutzte. Abgebrüht schenkten sie den Bremerhavenern einen Korb nach dem anderen ein und setzten sich bis zum 72:89-Endstand immer weiter ab. Bester Schütze des Spiels war Nationalspieler Danilo Barthel mit 21 Punkten, der junge Jordan Brangers avancierte mit 18 Punkten zum Topscorer der Eisbären.

Die Bremerhavener stehen nach der Niederlage weiterhin im Mittelfeld der Basketball-Bundesliga, Meister München bleibt ungeschlagener Tabellenführer.

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  • Yannick Lemke

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 28. Oktober 2018, 19:30 Uhr