Auge in Auge mit dem Wolf – eine Gefahr?

In Bremen und umzu wurden sie im vergangenen Jahr immer wieder gesichtet: Wölfe. So verhalten Sie sich am besten bei einer Begegnung mit den wilden Vierbeinern.

Die Bremer Stadtmusikanten erschrecken vor einem Wolf
Ein Wolf als fünftes Mitglied käme für die Bremer Stadtmusikanten wahrscheinlich weniger in Frage.

Bei einem gemütlichen Spaziergang durch Wiesen und Wälder entspannt man am liebsten und lässt die Seele baumeln. Diesem Vorhaben nicht unbedingt dienlich wäre es jedoch, plötzlich von einem Wolf verfolgt zu werden. Das ist in Bremen zwar recht unwahrscheinlich, angesichts einiger Sichtungen im vergangenen Jahr aber auch nicht komplett ausgeschlossen. Ob der Wolf wirklich eine Gefahr werden kann, weiß Marcus Henke. Er ist von der Landesjägerschaft Niedersachsen/Bremen und gibt Tipps, wie eine mögliche Begegnung mit dem Wolf glimpflich verläuft.

buten un binnen: Woher kommt der Wolf eigentlich?
Marcus Henke: Wir haben in Bad Bederkesa ein Rudel, im Landkreis Osterholz, im Rotenburger Raum und auch südlich von Bremen gibt es Wölfe. Da ist eine Menge Bewegung drin und die Wölfe nehmen zu. Begegnungen, wie wir sie jetzt erleben, werden keine Einzelfälle bleiben. Das wird sich wiederholen.
Wie verhalte ich mich richtig, wenn mir ein Wolf über den Weg läuft?
Zunächst einmal gilt es Ruhe zu bewahren. Der Mensch soll sich bei einer Begegnung mit einem Wolf selbstbewusst und ruhig verhalten. Wenn sich der Wolf nähert, kann man in die Hände klatschen, die Arme hochheben und sich laut äußern. So denkt der Wolf, dass er sich besser zurückziehen sollte. Kinder sollten auf keinen Fall versuchen, vor dem Wolf wegzulaufen.
Fluchtverhalten kann also den Jagdtrieb des Tieres wecken. Wann kann es denn noch gefährlich werden?
Der Wolf wird beispielsweise bei Hunden gefährlich, die nicht an der Leine gehalten werden. Dann kann der Hund zu einer "Konkurrenz" im Nahrungsgebiet des Wolfes werden. Hundehalter sollten ihre Hunde also aktuell anleinen. So erkennt der Wolf den direkten Zusammenhang zwischen dem Hund und dem Menschen. Damit wird die Hemmschwelle für den Wolf größer.

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Hat der Wolf denn keine Angst vor dem Menschen?
Dass der Wolf sich nicht den Menschen nähert, ist falsch. Der Wolf ist ein Großraumtier, er hat keine Feinde. Der Mensch steckt zwar nicht in seinem Beuteschema, aber er hat bisher in Deutschland keinerlei Anlass gehabt, Angst oder Respekt vor den Menschen zu entwickeln. Junge Wölfe probieren sich aus, und diesen Zustand müssen wir genau beobachten. Da wird auch die Politik gefordert sein.
Was wird gegen den Wolf unternommen?
Wir können nicht viel machen. Wir können das nur weiter beobachten und geben die Daten an die Landesjägerschaft Niedersachsen/Bremen weiter für das Wolfsmonitoring. Die Wölfe selber haben weite Laufwege. Gerade männliche Wölfe zu dieser Zeit suchen neue Reviere und laufen in einer Nacht durchaus 70 bis 80 Kilometer weit. Wo die hinwollen, weiß man nicht genau.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 4. Januar 2018, 13:20 Uhr