Was Sie über das neue Schifffahrtsmuseum wissen sollten

Alles neu beim Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) Bremerhaven: Es hat nicht nur ein drittes "f" dazu bekommen. Auch Ausstellungen und Marketing werden ganz neu.

Fassade des Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven
Das Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven

"Wer denkt, dass wir schließen, der irrt sich", sagt Sunhild Kleingärtner, Direktorin des Museums –nach der Schließung einiger Gebäudeteile hatte es in der Stadt Irritationen gegeben. "Wir machen nicht dicht, wir öffnen uns und gehen einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft." Bis 2021 sollen die wichtigsten Projekte fertig sein, dafür stehen 42 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind die Neuerungen:

1 Das Logo

Schriftzug an einem Gebäude: "Deutsches Schifffahrtsmuseum"
Zwei Menschen halten ein M-Logo hoch

Geschwungene Wellenschrift in roter Farbe war gestern. Ab sofort besteht das Logo aus einem großgeschriebenem "M" über einem langem Strich. "Das Logo ist jetzt klarer und einprägsamer als früher", findet Kleingärtner. "Gleichzeitig spielen wir damit auf die wechselseitige Beziehung von Mensch und Meer an, die wir stärker in der Ausstellung thematisieren wollen. Schiffe stellen quasi das Bindeglied dar. Der Strich wiederum symbolisiert den Horizont." Auch für Plakate und zukünftige Veranstaltungen sei das neue Logo gut, "weil es sich spielerisch verändern und immer wieder anpassen lässt". Der neue Schriftzug hat außerdem ein drittes "f" bekommen. Damit schreibt das Museum seinen eigenen Namen nun Duden-konform. Auch die Webseite des Museums wurde schon auf das Erscheinungsbild umgestellt.

2 Die Ausstellung

"Wir wollen die Forschung im neuen Museum nicht nur sichtbar, sondern auch erlebbar machen", erklärt Kleingärtner, die zusammen mit ihrem Team unter anderem für ein größeres Kinder-Angebot im DSM gesorgt hat. "Dazu werden wir die Innenräume anders gestalten." Im Bangert-Gebäude gehe es bald vor allem um das Meer als Naturraum ("Planet Meer"), im Scharoun-Gebäude um das Meer als Netzwerk. "Faktoren wie Politik und Nachhaltigkeit spielen dabei eine große Rolle. Und die Wahrnehmung jedes Einzelnen. Schifffahrt hat für verschiedene Akteure schließlich verschiedene Bedeutungen." Im Jahr 2021 soll der Umbau abgeschlossen sein. Mit jährlich wechselnden Ausstellungen sollen Besucher zum Wiederkommen ermuntert werden.

3 Die Sammlung

Eine Frau vor einem Bildschirm
Das neue Forschungsdepot im Fischereihafen soll etwa 2.400 Quadratmeter Nutzfläche haben.

Die laut Sunhild Kleingärtner "größte maritime Sammlung in Deutschland" kommt nicht komplett in den Ausstellungen unter. Darum bekommt das Museum einen Magazin-Neubau in der Eichstraße im Fischereihafen. Das 9000-Quadratmeter-Grundstück wurde bereits erworben, 2.400 Quadratmeter sollen Nutzfläche werden. Ein Gebäudeentwurf eines Bremer Architektenbüros liegt schon vor, im kommenden Jahr könnte der erste Spatenstich sein.

4 Der Museumshafen

Eine Fahne weht an einem Schiffsmasten
Bekenntnis zum Museumshafen: Auf der "Seute Deern" flattert schon eine Flagge mit dem neuen Logo.

"Zu einem Schifffahrtsmuseum gehören einfach begehbare Schiffe", betont die Direktorin. "Als Anziehungs- und Identifikationspunkte für Einheimische und für Touristen." Daher sei es eine der größten Aufgaben des Museums zusammen mit Stadt und Land, an einem Konzept für den Museumshafen und das Freigelände zu arbeiten, das auch die notwendige Sanierung der Schiffe umfassen soll. "Natürlich fragen viele nach der 'Seute Deern'. Ich kann nur so viel sagen, dass die Sanierung den Etat des Museums sprengt, wir aber mit unserem Stiftungsrat an einer Lösung arbeiten, da wir an dem Erhalt jedes einzelnen Schiffes interessiert sind." Sunhild Kleingärtner bekannte sich aber ausdrücklich zum gesamten Museumshafen mit allen Schiffen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 16. Mai 2018, 15:20 Uhr