Diese 7 rätselhaften Phänomene lösten Verunsicherung in Bremen aus

Ufos, Lichter am Nachthimmel, Explosionen, ein mysteriöses Wummern: Egal, was die Menschen aufschreckte – uns hielt nichts davon ab, der Ursache nachzugehen.

Ein Ufo über dem Rathaus (Montage)
Zwar hat noch niemand behauptet, dass ein Ufo auf dem Marktplatz gelandet wäre, aber so könnte es aussehen. Bild: Imago | agefotostock/Hense

1 Feuerwehreinsatz wegen Raketen-Test

Zuletzt sorgte ein Test im Zentrum für angewandte Raumfahrtforschung (Zarm) an der Bremer Universität für einen Feuerwehreinsatz. Laut einer Sprecherin war am Nachmittag ein Test mit einem alternativen Raketenantrieb stärker ausgefallen als geplant. Von einer Explosion könne aber keine Rede sein, so die Sprecherin. Untersucht wurde demnach ein Gemisch aus Kerzenwachs und Sauerstoff. Die Feuerwehr war von einer größeren Explosion ausgegangen und mit einem Großaufgebot vor Ort. Es gab nur geringe Schäden. Neun Menschen konnten das Gebäude selbst verlassen und blieben nach Angaben der Feuerwehr unverletzt. Es bestehe keine Gefahr durch gefährliche Stoffe.

Das Institut postete auf Twitter, wie diese Tests normalerweise aussehen.

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Twitter anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

2 Helle Punkte am Bremer Nachthimmel

Im Januar 2020 lösten kleine, vorbeifliegende Punkte am Nachthimmel viel Verwunderung aus. Wie an einer Perlenkette zogen 60 Lichter über Norddeutschland hinweg. Andreas Vogel vom Olbers-Planetarium in Bremen hat die Leuchten untersucht und eine simple Erklärung für das Phänomen. "Das sind die sogenannten Starlink-Satelliten. Eine ganze Reihe von Telekommunikationssatelliten. 60 Stück an der Zahl, die alle gleichzeitig ausgesetzt worden sind", so Vogel. Hinter den Satelliten steckt der Milliardär Elon Musk mit seiner Firma SpaceX. Bereits zum dritten Mal schickte das Unternehmen die Satelliten in die Erdumlaufbahn.

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Youtube anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

3 Bremerhavener filmt Feuerkugel über der Nordsee

Dorian Cieloch aus Bremerhaven wollte sich im September 2019 eigentlich nur beim Kitesurfen filmen, doch dann landete er mit seiner Kamera einen echten Glückstreffer. Der 32-Jährige merkte zunächst gar nicht, welches Himmelsspektakel er da gerade gefilmt hatte. Erst ein späterer Betrachter seines Videos sei auf den Lichtschweif aufmerksam geworden. Laut der ESA handelte es sich um ein natürliches Objekt, das im Raum Oldenburg/Bremen in die Erdatmosphäre eintrat und dann auseinander platzte. "Wir sind uns ziemlich sicher, dass es ein kleiner Asteroid war", sagt ESA-Experte Detlef Koschny. Die Größe des Objektes schätze er auf ein bis zwei Meter Durchmesser.

Video vom 13. September 2019
Am Himmel ist eine Feuerkugel zu sehen.
Bild: Dorian Cieloch | Dorian Cieloch

4 Mysteriöses Wummern im Bremer Westen

Im Oktober 2019 wandte sich eine Facebook-Userin mit einem interessanten Hinweis an uns: "Seit Wochen ist im Raum Woltmershausen/Rablinghausen zu unregelmäßigen Zeiten ein dumpfes Klopfen zu hören", beschrieb sie ihre Erfahrungen. Und damit war sie nicht alleine: Schon seit einigen Tagen wunderten sich offenbar viele Bewohner in den Stadtteilen um den Europahafen über ein mysteriöses Wummern und Dröhnen, das durch den Boden bis in ihre Häuser dringt. Die Ursache für das Geräusch fanden wir in der Baustelle am Europahafen in der Überseestadt, wo aktuell das Fundament für neue Büros und Wohnungen gelegt wurde. Dazu mussten 268 Pfähle bis zu 18 Metern tief in den Boden gerammt werden, erklärte ein Sprecher der verantwortlichen Baufirma Zech. Wenn die Ramme nach unten fällt, dann wird die Luft komprimiert und es entsteht das Wummer-Geräusch, das sogar noch auf der anderen Weserseite spürbar war.

Video vom 9. Oktober 2019
Diese Ramme im Europahafen schlägt bis zu 18 Meter tiefe Löcher in den Boden
Diese Ramme im Europahafen schlägt bis zu 18 Meter tiefe Löcher in den Boden. Bild: Radio Bremen | Rebecca Küsters

5 Kampfflugzeug löst Überschall-Knalle aus

Anfang Oktober 2017 flog ein Eurofighter südwestlich über Bremen und erreichte kurzzeitig im leichten Steigflug die Überschall-Geschwindigkeit, also mehr als 1.200 Kilometern pro Stunde. Die Bundeswehr erklärte auf Nachfrage, dass dabei der Luftdruck so groß ist, dass er sich durch Knalle entlädt. Die Flugzeuge schleppen den Knall sinnbildlich hinter sich her, solange sie mit Überschall-Geschwindigkeiten unterwegs sind. Genauer: Sie ziehen einen sogenannten Machschen Kegel hinter sich her. Wo der Kegel den Boden streift, hört man einen Überschallknall und spürt manchmal auch eine Druckwelle. Dieser Streifen kann laut Luftwaffe bis zu 80 Kilometer breit sein.

Grafik: Knallentwicklung eines Eurofighters
Der Überschallknall ist nicht nur einmal zu hören: Die Jets ziehen ihn als Schallkegel hinter sich her, solange sie mit Überschall fliegen. Bild: Radio Bremen | Grafik

6 Lauter Knall in Bremen-Findorff weckt Anwohner

Archivbild: Experten der Spurensicherung suchen im zerstörten Foyer einer Sparkassen-Filiale nach Hinweisen auf die unbekannten Täter, die hier mehrere Geldautomaten gesprengt hatten.
So heftig kann es nach einer Geldautomatensprengung aussehen. (Archivfoto) Bild: DPA | Boris Roessler

In eine Sommernacht 2017 gab es in der Hemmstraße einen heftigen Knall. Eine Zeugin beobachtete drei Verdächtige, die aus der Bank kamen und mit einem dunklen Auto flüchteten. Nach Angaben der Polizei nutzten die Täter ein Gasgemisch, um die Geldautomaten zu sprengen. Wie viel Geld sie erbeuteten, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Es war in Bremen bereits die vierte Sprengung von Geldautomaten in diesem Jahr.

7 Unbekanntes Flugobjekt über Bremen gesichtet

Anfang Januar 2014 brachte ein Ufo die Mitarbeiter der Flugsicherung in helle Aufregung. Das Objekt wurde vom Tower des Flughafens gesichtet. Daraufhin wurde der Flugverkehr vorübergehend eingestellt. Augenzeugen berichten übereinstimmend von einem eher leisen Flugobjekt, wie ein Jet soll es geklungen haben. Ein Hubschrauber wurde ausgeschlossen. Offenbar flog das unbekannte Flugobjekt nicht hoch genug, um auf dem Radar der Flugsicherung aufzutauchen. Außerirdische oder geheime militärische Einsätze wurden ausgeschlossen.

Der Airport Bremen bei Nacht, dahinter ein Radarbildschirm mit eingezeichnetem unbekannten Flugobjekt (Montage)
Fluglotsen hatten das Objekt mehrmals kurz aus dem Kontrollturm am Flughafen Bremen gesichtet. Bild: Radio Bremen | Michael Pundt

Die Polizei ermittelte drei Monate wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, konnte den Fall jedoch nicht lösen. Sie kamen aber zu dem Schluss, dass es sich um ein Modellflugzeug oder um einen Multicopter gehandelt haben muss.

Autorin

  • Heike Kirchner

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 8. September 2020, 17 Uhr