Eichhörnchen hungern – So können Bremer helfen

Die Nüsse sind in diesem Jahr früher reif geworden – als die Eichhörnchen noch gar nicht gesammelt haben. Die Futtersuche für den Winter ist schwierig.

Ein junges Eichhörnchen, welches gestreichelt wird.
Bild: privat | Karin Petra Freiling

Pinsel, Henry, Feivel – bei Karin Petra Freiling vom Eichhörnchen Notruf Bremen hat jedes der 14 Eichhörnchen einen Namen. Viele von ihnen musste sie mühsam von Hand aufziehen und päppeln. Denn sie waren entweder verletzt oder haben ihre Mütter verloren. Doch nicht nur die Eichhörnchen, die in der Notfallstation landen, könnten in diesem Jahr Probleme bekommen. "Die Nüsse sind in diesem Jahr durch die Hitze früher als sonst reif geworden und aufgrund der Trockenheit sind viele Nüsse taub – also hohl", erklärt Freiling. Die Natur sei fast einen Monat früher soweit gewesen, doch die Eichhörnchen würden trotzdem erst jetzt anfangen zu sammeln. "Jetzt finden sie noch gut was, aber zum Ende hin wird es knapp", sagt Freiling.

Verhungern würden die Eichhörnchen ohne die menschliche Hilfe allerdings nicht, heißt es vom Naturschutzbund Nabu in Bremen. Denn auch wenn es weniger Nüsse gebe, würden die Eichhörnchen noch genug Vorräte finden. Schließlich seien Eichhörnchen nicht wählerisch. Sie fressen neben Nüssen auch Beeren, Pilze, Schnecken und Insekten. Gelegentlich würden sie sogar Eier aus Nestern rauben.

Verwaiste Eichhörnchen suchen Hilfe

Ein junges Eichhörnchen in einem Handtuch.
Kleine Eichhörnchen, die ihre Mutter verlieren, sind hilflos. Dann kommt es vor, dass sie die Nähe der Menschen suchen. Bild: privat | Karin Petra Freilig

"Wenn ein junges Eichhörnchen Hilfe braucht, dann kommt es oft auf Menschen zu", sagt Freiling. Das sei ein klares Zeichen dafür, dass es seine Mutter verloren hat. Da Eichhörnchenjunge komplett von ihrer Mutter abhängig seien, hätten sie kaum Chancen, ohne Hilfe zu überleben. Diese Hilfe bietet Freiling den Eichhörnchen an. Sie nimmt die Jungtiere auf, versorgt sie und päppelt sie auf. "Bis sie wieder Saltos schlagen", sagt sie und lächelt. Anfangs seien die Eichhörnchen ganz zahm und hoppeln bei Fuß. Das ändere sich, sobald sie geschlechtsreif werden. Dann werden sie scheu und interessieren sich nicht mehr für ihre Zieh-Mama.

In der großen Voliere, wo die fitten Eichhörnchen schon für die freie Wildbahn üben, wird klar, dass sie bei weitem keine Haustiere sind. An ihr Futter trauen sie sich nicht heran, solange die Menschen in der Nähe sind. Nur einige der elf springen wild durch die Gegend. Drei ihrer Päppelkinder sind aktuell noch nicht gesund genug, um mit den elf in der großen Voliere zu sein. Sie wohnen in einem großen Vogelkäfig – doch auch dort lässt sich das Springen und Klettern gut üben. Den Winter werden die Tiere noch bei Freiling bleiben, bevor sie sie zum Frühjahr auswildert. "Vielleicht suchen sich ja auch einige einen Baum bei uns im Garten und lassen sich hier nieder. Das wäre natürlich schön", sagt Freiling.

So füttern Sie richtig

Ein Eichhörnchen-Baby sitzt in einer Hand
Karin Petra Freilig päppelt verwaiste Eichhörnchen für den Eichhörnchen Notruf Bremen auf. Bild: privat | Karin Petra Feiling

Wer gerne Eichhörnchen in seinem Garten beobachten und ihnen bei der Futtersuche helfen möchte, kann ihnen Futter anbieten. Gut eignen würden sich Apfelstücke, Nüsse in ihrer Schale, Karottenstücke oder Weintrauben. Brot- und Essensreste sowie Erdnüsse und Mandeln sollte man Eichhörnchen jedoch nicht füttern. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass die Futterstation regelmäßig sauber gemacht wird.

Übrigens: "Eicheln mögen Eichhörnchen nicht gerne – obwohl viele das meinen", sagt Freiling.

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  • Lina Brunnée

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 26. Oktober 2018, 23:30 Uhr