Infografik

Darum steigen die Corona-Zahlen im Land Bremen wieder

Vor etwa einem Monat hatte die Kurve der Neuinfektionen einen Tiefpunkt erreicht, doch jetzt nehmen die Fälle wieder leicht zu. Das hat vor allem einen Grund.

Video vom 20. August 2020
Auf einem Schild am Bremer Hanhof ist eine Person abgebildet, die einen Mundnasenschutz in Regenbogenfarben trägt mit der Aufschrift ";aske Tragen! Abstand halten!".
Bild: Radio Bremen

Nachdem die Pandemie das kleinste Bundesland Anfang März erreicht hat, hatte Anfang Juli die Zahl der neuen Corona-Fälle in Bremen einen Tiefpunkt erreicht. Die Kurve der gemeldeten Infektionen schien eine Zeit lang vor allem in der Hansestadt abzuflachen. Doch zuletzt stiegen die Zahlen wieder an.

Tägliche Neuinfektionen im Land Bremen

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Vor allem in den vergangenen Tagen sind Neuinfektionen im niedrigen zweistelligen Bereich gemeldet worden. Woran liegt das? Sind es die viel diskutierten Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten, die die Zahlen etwas in die Höhe treiben? Oder sind die Bremer bei der Hitze der vergangenen Wochen übermütig und unvorsichtig geworden?

Entwicklung der Fallzahlen in Bremen

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Entwicklung der Fallzahlen in Bremerhaven

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Tatsächlich stehen die meisten neuen Corona-Fällen in Verbindung mit Reisenden, die nach Bremen zurückgekommen sind. Wie das Bremer Gesundheitsressort erklärt, gab es in den vergangenen zehn Tagen im gesamten Bundesland 69 neugemeldete Infektionen. Davon waren 41 auf Einreisende zurückzuführen. Das heißt: mehr als die Hälfte, fast 60 Prozent.

Diese Gruppe [der Einreisenden, AdR.] spielt aktuell also eine sehr große und zentrale Rolle beim Bremer Infektionsgeschehen.

Lukas Fuhrmann
Lukas Fuhrmann, Sprecher der Bremer Gesundheitssenatorin

An einem Anstieg der Zahl durchgeführter Tests könne die Zunahme nicht liegen, sagt Ressortsprecher Lukas Fuhrmann. "Wir testen täglich im Schnitt 1.100 bis 1.200 Bremer*innen, die leicht steigende Infektionszahl steht demnach nicht in einem direkten Zusammenhang mit zunehmenden Tests." Auch gebe es keine Auffälligkeiten beim Alter oder Geschlecht der Infizierten. Besondere Hotspots oder Zusammenhänge mit Partys seien ebenfalls nicht bekannt.

Anzahl durchgeführter Corona-Tests im Land Bremen

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Wer Corona-Daten analysieren will, muss dabei immer auch die potenziell zweiwöchige Inkubationszeit im Blick behalten. Die steigenden Zahlen sollen laut Gesundheitsressort zur Vorsicht mahnen. Vor allem, wenn Reisende aus einem Risikogebiet zurückkehren: Hier gelte eine Quarantänepflicht, bis ein negatives Test-Ergebnis vorliegt. Aber auch Rückkehrern aus anderen Gebieten wird empfohlen, sich unbedingt testen zu lassen.

Die Situation zeigt erneut sehr deutlich, welche bedeutende Rolle Reisende bei der Verbreitung der Infektionen spielen. Um das Infektionsgeschehen weiterhin kontrollierbar zu halten, ist die Vorsicht aller von hoher Bedeutung.

Lukas Fuhrmann
Lukas Fuhrmann, Sprecher der Bremer Gesundheitssenatorin

Keine Restriktionen geplant

Aus dem Gesundheitsressort heißt es weiter, man wolle erneute Einschränkungen im öffentlichen Leben vermeiden – vor allem im Hinblick auf den Schulstart kommende Woche. "Von daher gelten das Abstandsgebot, das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen wenn nötig und das Einhalten von Hygieneregeln weiterhin als oberste Gebote", so Fuhrmann. Restriktionen sind im Augenblick allerdings nicht geplant, wie Senatssprecher Christian Dohle bestätigt.

Bremen ist anders als andere Bundesländer in den vergangenen Monaten immer "auf Sicht gefahren". Das heißt, wir haben nach dem Lockdown die Restriktionen schrittweise aufgehoben und geschaut, ob und wie sich die jeweilige Lockerung auf das Infektionsgeschehen ausgewirkt hat. Wir haben bewusst keinen langfristigen Plan für Lockerungen beschlossen. Deshalb müssen wir jetzt auch keine Lockerungen verschieben oder gar geplante Lockerungen zurücknehmen.

Der Sprecher der Bremer Senats, Christian Dohle, steht vor dem Rathaus.
Christian Dohle, Senatssprecher

Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. August 2020, 19:30 Uhr