Viele Fragen offen: Wie gelangte Joe aus Oldenburg ins Kanalsystem?

Vermisster Junge aus Oldenburg lebend in Gully gefunden
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Joe ist wieder da – Oldenburger Polizei ermittelt weiter

Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich
  • Befragung des Jungen nach der Kanalschacht-Rettung steht aus
  • Polizei untersucht Kanalsystem mit Roboter
  • Bei Regenwetter wäre Kanal wohl voll gelaufen

Das Verschwinden des achtjährigen Joe aus Oldenburg hinterlässt noch immer viele Fragezeichen. Zwar hat die Polizei den Jungen am Samstag aus dem Kanalsystem gerettet, offen bleibt aber die Frage, wie Joe dort hinein gekommen ist. Die Polizei ermittelt in unterschiedliche Richtungen. Am Wochenende hatte eine Fachfirma im Auftrag der Polizei mit einem Kamera-Roboter das Kanalsystem nach Spuren durchsucht. Die Auswertung der Ergebnisse dauert noch an. "Wir gehen davon aus, dass er Spuren hinterlassen hat", sagte ein Polizeisprecher.

Der Achtjährige befindet sich laut Polizei auch am Dienstag noch im Krankenhaus. Er konnte bislang noch nicht abschließend befragt werden, teilte die Polizei mit. Äußerlich ist der Junge unversehrt.

Regenwetter hätte fatale Folgen für Joe gehabt

Unklar ist, wie lange und an welchen Stellen Joe in der Kanalisation ausgeharrt hat. Jens de Boer vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband glaubt nicht, dass Joe sich innerhalb des Systems viel bewegt habe. Die Rohre seien schon 300 Meter vom Fundort so schmal, dass sich selbst ein Kind dort nicht durchzwängen könne. Joe müsse deshalb im Umkreis seines Elternhauses in die Kanalisation gelangt sein, vermutet de Boer.

Dass es in den vergangenen Tagen in Oldenburg nicht geregnet hat, sei ein Glücksfall, fügte er hinzu. Hätte es Regen gegeben, wäre der Schacht voll gelaufen. Der Achtjährige war am frühen Sonnabend aus der Kanalisation gerettet worden. In den Rohren habe zu dem Zeitpunkt das Regenwasser wegen der Trockenheit nur knöcheltief gestanden, so de Boer.

8-jähriger Joe aus Oldenburg in Gully entdeckt

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 27. Juni 2022, 7 Uhr