Verdi droht mit weiteren Warnstreiks in Bremens Häfen

Hafenarbeiter hängen ein Schild mit der Aufschrift "Warnstreik" auf.
In den Nordseehäfen wurde zuletzt vor knapp zwei Wochen gestreikt. Bild: DPA | Axel Heimken
  • 6. Verhandlungsrunde für Hafenarbeiter gescheitert
  • Verdi nennt Angebot ungenügend
  • Gewerkschaft schließt weitere Streiks nicht aus

Bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in den Seehäfen gibt es weiter keine Einigung. Die Gewerkschaft Verdi wies das aktuelle Angebot der Arbeitgeber als ungenügend zurück. Die Forderung nach einem echten Inflationsausgleich werde damit nicht erfüllt. Die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft wollte weitere Warnstreiks nicht ausschließen. Diese würden voraussichtlich auch Bremen und Bremerhaven betreffen.

Das Arbeitgeberangebot umfasst laut Verdi eine dauerhafte Erhöhung der Entgelte ab Juni zwischen 5,18 Prozent für Beschäftigte im Automobilumschlag und acht Prozent für die Beschäftigten in Vollcontainerbetrieben. Ab Juni 2023 sollen die Löhne dann dauerhaft um weitere 3,1 Prozent steigen. Die Laufzeit soll 24 Monate betragen. Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth erklärte, die lange Laufzeit mit einer niedrigen Erhöhungsstufe im zweiten Jahr ohne die Möglichkeit einer Nachverhandlung sei "sehr problematisch". Wichtig für die Beschäftigten wäre eine Reallohnsicherung auch 2023. 

Ende Juni hatten Hafenarbeiter mit Beginn der Frühschicht mit einem 24-stündigen Warnstreik die Abfertigung von Container- und Frachtschiffen in Deutschlands großen Nordseehäfen weitgehend lahmgelegt. Betroffen waren die Häfen Hamburg, Emden, Bremen, Bremerhaven, Brake und Wilhelmshaven. Es war der zweite Warnstreik innerhalb von drei Wochen. Zuvor gab es bei den Hafenarbeitern viele Jahre lang keine Arbeitsniederlegungen.

Rückblick: Hafenarbeiter legen im Tarifstreit wieder Arbeit nieder

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 6. Juli 2022, 17 Uhr