Institut soll Qualität an Bremer Schulen verbessern

Ein Schüler meldet sich.
Bild: DPA | Bernd Weißbrod
  • Bildungsdeputation beschließt Gründung des Instituts
  • Mitarbeiter sollen Qualität der Bremer Schulen erfassen
  • Personalrat kritisiert Konzept

Bremens Schulen werden künftig von einem "Institut für Qualitätsentwicklung" (IQHB) überprüft. In der Deputation für Kinder und Bildung war das Konzept der Einrichtung Thema, die am 1. Februar gegründet werden soll. "Es ist wichtig, Wege zur Veränderung zu finden und zu gehen. Ausgangspunkt muss dabei das Wissen über die konkrete Situation sein", sagte Bildungssenatorin Sascha Aulepp (SPD).

Institut soll auch Fortbildungen entwickeln

Die 25 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der neuen Behörde sind zuständig für die Verbesserung des Schulsystems und der frühkindlichen Sprachförderung. Zunächst ist geplant, das Bremer Bildungssystem gründlich zu bewerten. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Schülerinnen und Schülern, die beim Lernen den Mindeststandard nicht erreichen. Mithilfe der Ergebnisse will das Institut dann zielgerichtete Fortbildungen entwickeln. Bereits 2017 hatte die Bürgerschaft das Projekt auf den Weg gebracht.

Als frisch gewählte Senatorin habe ich mir die Bremer Ergebnisse der bundesweiten Vergleichsstudie VERA 8 vorstellen lassen. Die Ergebnisse waren besorgniserregend, da gab und gibt es nichts schön zu reden.

Bildungssenatorin Sascha Aulepp (SPD)

Zusätzliche Personalkosten sollen durch das neue Institut nicht anfallen. Untergebracht wird das Institut im Tabakquartier in Woltmershausen. Die Kosten belaufen sich pro Jahr auf gut 100.000 Euro. Laut Bildungsressort wird das Institut zwar der Behördenleitung angegliedert, es soll aber "frei von Weisungen ein ungeschminktes Bild von der Realität an den Schulen" liefern.

Personalrat der Bremer Schulen ist skeptisch

Der Personalrat der Bremer Schulen bewertet die Einführung des Instituts allerdings sehr skeptisch. Personalratsmitglied Angelika Hanauer befürchtet eine weitere Überlastung der Lehrkräfte. Die seien schon vor Corona am Limit gewesen. Sie geht nicht davon aus, dass die Ergebnisse des Instituts die Lage verbessern. Bremen sei bisher auch anderen Empfehlungen von Experten zu mehr Personal und Material an Schulen nicht gefolgt.

Das wies Bremens Bildungssenatorin Aulepp zurück. Man habe in den vergangenen Jahren viel Geld in die Schulen investiert. Allerdings räumte die Behörde ein, dass es auch mithilfe des neuen Instituts nicht sofort bessere Lernerfolge an Bremer Schulen geben würde. Kritik kam auch von der CDU, es sei nicht zu erkennen, wie das neue Institut arbeiten will, hieß es, ein Konzept alleine reiche nicht.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 19. Januar 2022, 17 Uhr