Corona an Bremens Schulen: Zahl der infizierten Schüler steigt stetig

Zwei Schüler sitzen mit Masken in einem Klassenzimmer.

Schule und Corona: Wie lässt sich das managen?

Bild: DPA | Fleig / Eibner-Pressefoto

Seit zwei Wochen läuft im Land Bremen wieder der Schulunterricht. Für die meisten in Präsenz. Noch. Erste Klassen lernen schon wieder von zuhause. Eine erste Bilanz.

Derzeit sind in der Stadt Bremen 3.204 Schülerinnen und Schüler in Isolation und Quarantäne. Darunter sind 624 Infizierten, aber auch Kontaktpersonen und die Schülerinnen und Schüler mit einem positiven Schnelltest, die noch auf ihr PCR-Test-Ergebnis warten. 

Tendenz: steigend. Am Dienstag waren in der Stadt Bremen noch 2.822 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne. Jetzt sind fast 400 mehr. Und damit insgesamt knapp 5 Prozent aller Bremer Schüler. 21 Lehrerinnen und Lehrer haben sich im Moment in der Stadt Bremen mit dem Coronavirus angesteckt, insgesamt sind 129 in Quarantäne.

In Bremerhaven sind aktuell 130 Schülerinnnen und Schüler und eine Lehrkraft in Quarantäne. Was nicht nur nominell sondern auch prozentual auf die Gesamtzahl der Schüler- und Lehrerschaft gerechnet deutlich unter dem Bremer Niveau liegt.

Noch klein Alarmismus bei der Behörde

Noch können die meisten Bremer Schüler weiter in den Unterricht gehen. Nur eine Klasse ist im Moment in Bremerhaven und 71 Klassen in der Stadt Bremen im Distanzunterricht.

Das sei im Verhältnis zur gesamten Klassenanzahl von 2.230 Klassen in der Stadt Bremen eher wenig, sagt die Bildungsbehörde. "Der Distanzunterricht plus tägliches Testen hat sich als bewährtes Instrument etabliert", sagt die Ressort-Sprecherin Maike Wiedwald.

Die Regel ist: Wenn mehr als vier Kinder infiziert sind, geht die Klasse für fünf Tage in den Distanzunterricht. Wenn dann weitere Infektionen hinzukommen, verlängert sich der Distanzunterricht. Das sei aber laut Behörde tatsächlich eher selten.

Keine Hotspots auszumachen

"Die Infektionen verteilen sich in der Stadt Bremen über alle Schulformen und Stadtteile hinweg. In vielen Klassen sind nicht mehr als vier Schüler infiziert und es bleibt auch oft dabei, dass sich nicht unbedingt mehr Kinder anstecken", so Wiewald.

Die Bremer Schulleiter betrachten die steigenden Infektionszahlen an den Schulen mit Sorge. Mit der Strategie der Bildungsbehörde sind sie aber weitgehend zufrieden. "Die derzeitigen Corona-Maßnahmen haben an einigen Stellen noch Schwächen, sind insgesamt aber gerade mit der momentan täglichen Testung gut organisiert, sodass größere Infektionsgeschehen rechtzeitig erkannt werden", sagt Thorsten Maaß von der Schulleitungsvereinigung Bremen.

Allerdings seien die Schulleitungen durch die zusätzlichen Aufgaben stark gefordert. Sie wünschen sich mehr Unterstützung, zum Beispiel mehr IT-Support für den digitalen Distanzunterricht. Der läuft auch aus Sicht des Zentralen Elternbeirats nicht immer rund.

"Wir hören schon immer noch, dass das mit dem Hybridunterricht an manchen Schulen auch nach 22 Monaten Erfahrung, mehr als zäh ist.

Das Foto zeigt Martin Stoevesandt vom Zentralelternbeirat Bremen.
Martin Stoevesandt, Zentraler Elternbeirat Bremen

Aus Sicht von Martin Stoevesandt vom Zentralen Elternbeirat ist das größte Problem für die Schulen im Moment aber, "wenn plötzlich 20 Prozent der Kita-Gruppen dicht sind". Dann fehlten die Lehrkräfte eben auch in Schulen. Die neuen verkürzten Quarantäneregeln könnten diese Situation aber bald verbessern.

Autorin

  • Lieselotte Scheewe Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 21. Januar 2022, 11:38 Uhr