Zwei Meinungen – ein Bremen: Mit Andersdenkenden reden

Soll die Galopprennbahn bebaut werden? Brauchen Grundschüler Noten? Und soll die Innenstadt in Bremen autofrei sein? Diese Themen bewegen Bremen. buten un binnen hat Menschen zusammengeführt – das sind ihre Gespräche.

Zwei Meinungen: So argumentieren ein Wähler und ein Nichtwähler

Zwei Männer sitzen sich gestikulierend gegenüber.

Karl Bronke ist langjähriges Mitglied der SPD Bremen. Zurzeit sitzt er im Landesvorstand und kandidiert für die Wahl der Bremischen Bürgerschaft auf Listenplatz 42 seiner Partei. Für ihn ist es naturgemäß selbstverständlich zur Wahl zu gehen. Er will so mitbestimmen, was in dem Land und in der Stadt in er er lebt, passiert. Außerdem sei die Lage zwischen CDU und SPD zurzeit so eng, dass auf jede Stimme ankomme, so Bronke.

Hendrik Schröder ist Politikwissenschaftler und Nichtwähler. Politiker sind in seinen Augen "Bremser", sie seien Teil des Problems und nicht die Lösung. Er wolle keine Verantwortung für das aktuelle politische Geschehen mit übernehmen, deshalb geht er nicht zur Wahl.

Im Gespräch ringen beide um das Für und Wider – kann Karl Bronke den Nichtwähler doch noch zur Stimmabgabe am 26. Mai bewegen? Wer überzeugt Sie?

Sozialer Wohnungsbau ja – aber wie?

Silvia Pehling wohnt in Bremen-Arbergen. Das gehört zu Hemelingen, genau wie die Galopprennbahn in der Vahr. Die 52-Jährige will, dass Bremen Flächen schützt. Darunter auch die Rennbahn. Außerdem hat sie den Eindruck, dass der Senat Interessengruppen gegeneinander ausspielt: Menschen, die auf sozialen Wohnungsbau angewiesen sind und diejenigen, die eine attraktive Stadt erhalten wollen.

Benjamin Hess aus Schwachhausen dagegen will, dass mehr Sozialwohnungen im Stadtgebiet gebaut werden. Er wünscht sich Vielfalt und dass Menschen mit geringerem Einkommen nicht an den Stadtrand gedrängt werden.

Das Video zweigt das Ringen um Für und Wider – wer überzeugt Sie?

Benjamin Hess und Silvia Pehling sitzen und diskutieren.

Brauchen Grundschüler Noten?

Julian Unbescheid hat die Schule gerade erst hinter sich gelassen. Der 18-Jährige aus Bremen-Hastedt schloss sie mit der erweiterten mittleren Reife ab. Wencke Wolak hat den Bildungsbereich zu ihrem Beruf gewählt: Die 47-jährige aus Burglesum ist Lehrerin an einem Gymnasium in Niedersachsen. Zu Schulnoten haben beide einen klaren Standpunkt, der weit auseinander liegt. Mit diesen Vorstellungen trafen sie bei der buten un binnen-Aktion "Zwei Meinungen – ein Bremen" aufeinander. Dabei kamen sie auch auf andere Themen: Gymnasium oder Oberschule? Und wie steht es um die Inklusion? Das Video zeigt Auszüge aus dem mehr als einstündigen Gespräch.

Ein Mann und eine Frau sitzen am einem Tisch.

Alle Oppositionsparteien haben das Thema "Schulnoten" in ihre Wahlprogramme aufgenommen. Einzig die Linke will Noten in allen Schulen vollständig abschaffen. Die CDU dagegen fordert die Einführung von Noten in den Grundschulen ab der dritten Klasse. Das fordern auch FDP und Bürger in Wut. Die AfD spricht ebenfalls davon, Zensuren wieder einführen zu wollen.

Auch das Thema der Schulform wollen einige Parteien angehen: So will die CDU sicherstellen, dass das zweigliederige Schulsystem mit Oberschulen und Gymnasien erhalten bleibt. Die FDP fordert mehr Gymnasien für das Land Bremen, sie sollen also nicht nur erhalten, sondern auch neu gegründet werden. Die Bürger in Wut wollen zurück zu Realschule, Gymnasium und Förderschule.

Soll die Bremer Innenstadt autofrei werden?

Einer ist dafür, der andere dagegen: Jörg Fengler aus dem Bremer Viertel will, dass die Innenstadt Bremens autofrei wird. "Meine Vision ist, autofrei vom Bahnhof bis zur Schlachte", sagt der 50-Jährige. Der Kaufmann und Gastronom lebt und arbeitet im Viertel. Für ihn ist klar: Die City muss attraktiver werden. Jörg Schomburg wohnt am nördlichsten Ende Bremens, in Farge. Von dort fährt er täglich in die Innenstadt zur Arbeit – mit dem Auto. Aber auch in seiner Freizeit nimmt er den Pkw. Würde er noch in der City einkaufen, wenn sie autofrei wäre?

In einem Café in Vegesack haben sich die Männer getroffen. Sie wollten mit jemandem sprechen, der politisch anders denkt als sie selbst. Das Video zeigt ihr Gespräch.

Zwei Männer sitzen in einem Café in Bremen

Die Grünen in Bremen haben dieses Thema in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Sie fordern eine autofreie Innenstadt bis 2030. Die anderen Parteien haben sich bislang nicht für einen solchen Schritt ausgesprochen oder sind dagegen.

Wegen der großen Resonanz der Bremerinnen und Bremer auf das Projekt von buten un binnen, haben die Landeszentrale für politische Bildung und die Bürgerschaft die Idee aufgegriffen. Bei einem Treffen diskutierten sie in der Bürgerschaft über das, was sie bewegt.

"Zwei Meinungen – ein Bremen" in der Bremischen Bürgerschaft

Zwei Personen bei einer Diskussion.

Autorin

  • Birgit Reichardt

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 2. April 2019, 9:35 Uhr