Bauprojekte-Ranking: Hier sollen die Bremer ab 2019 wohnen

Der Bremer Wohnungsbau hält kaum mit dem Bevölkerungswachstum Schritt. Dies ändert sich jedoch gerade: Wir nehmen die größten Projekte unter die Lupe.

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Hochrechnungen zufolge könnte die Bevölkerungszahl Bremens bis 2035 um mehr als 20.000 ansteigen. Die Stadt versucht nun darauf zu reagieren, indem sie Wohnraumprojekte vorantreibt. 2019 sollen dem Senat zufolge beispielsweise 1.531 Wohnungen fertig werden – statt den ursprünglich geplanten 1.390. 2020 sollen dann weitere 2.472 Wohnungen entstehen.

Die meisten Wohnbauprojekte laufen derzeit in der Überseestadt. Die größten und prägendsten sind aber in anderen Stadtteilen zu finden. Wir zeigen sie hier im Überblick – geordnet vom kleinsten bis zum größten.

1 Otto-Brenner-Allee (Osterholz-Tenever)

Rund zehn Jahre nach dem Stadtumbau in Osterholz-Tenever, also dem Rückbau Klein-Manhattans, hat die städtische Wohnbaugesellschaft Gewoba im Bremer Osten wieder ein Projekt angestoßen: Auf einer Brachfläche an der Otto-Brenner-Alle, Ecke Pfälzer Weg, entstehen 70 öffentlich geförderte Wohnungen.

Visualisierung Atrium-Haus an der Otto-Brenner-Allee
Bild: GEWOBA

Sie sind aufgeteilt in sechs kleinere und größere Mehrfamilienhäuser und ein dreistöckiges Atrium-Haus. In den sechs zwei- bis dreistöckigen Mehrfamilienhäusern entstehen insgesamt 42 Wohnungen mit zwei bis sechs Zimmern, die an die Bedürfnisse des kinderreichen Stadtteils angepasst sind.

Die Grundrisse der 28 Wohnungen im Atrium-Haus orientieren sich an den Bedürfnissen von Singles und Familien – von kleineren Zwei-Zimmer- bis hin zu Fünf-Zimmer-Wohnungen. Im Erdgeschoss ist zudem eine Kindertagesstätte geplant.

Wohnungen: 70

Fertigstellung: Herbst 2019


2 Blauhaus (Überseestadt)

Visualisierung des Wohnprojekt "Blauhaus" in der Überseestadt
Bild: GEWOBA

Alles andere als blau dürfte schon jetzt die Stimmung der künftigen Mieter des Neubauprojekts "Blauhaus" sein. Denn in der Überseestadt am Kommodore-Johnsen-Boulevard wird es künftig bunt zugehen. 84 Wohnungen plant die Gewoba in Kooperation mit dem Verein Blaue Karawane, der Kita Quirl-Kinderhäuser, dem Martinsclub Bremen und dem Verein Inklusive WG Bremen.

"All inclusive" ist dabei Programm. Denn hier wird Menschen mit und ohne Beeinträchtigung das stadtnahe Wohnen ermöglicht. Das Blauhaus ist eine Alternative zu betreuten Wohnformen oder der Unterbringung in Heimen.

Auf einem knapp 7.800 Quadratmeter großen Grundstück werden dafür zwei fünfgeschossige Wohngebäude und die eingeschossige „Blaue Manege“ mit Ateliers und Veranstaltungsräumen entstehen. Geplant sind insgesamt 84 barrierefreie, teilweise rollstuhlgerechte Wohnungen, von denen 50 öffentlich gefördert werden. Die Größen und Grundrisse orientieren sich an den Bedürfnissen der Bewohner – bis hin zur Zwölf-Zimmer-WG mit knapp 330 Quadratmetern für eine achtköpfige Wohngruppe.

Wohnungen: 84, alle barrierefrei und 50 davon öffentlich gefördert

geplante Fertigstellung: September 2019


3 Vor Stephanitor (Stephaniviertel)

Fertiggestellte Wohnhäuser im Packhausstil am Stephanitor

Autofahrer, die aus Richtung Oldenburg über die B75 die Weser überqueren, können sie nicht übersehen: Die architektonisch an alte Packhäuser erinnernden Wohngebäude werden derzeit auf einem ehemaligen Schulgrundstück direkt neben der Stephani-Kirche gebaut. Sie fußen auf 319 Pfählen und dürften eines der prägendsten Wohnbauprojekte der Stadt sein.

Rund 36 Millionen Euro investiert das Unternehmen Tektum in den Bau der 94 Wohnungen. Für die bevorzugte Lage verlangt die Immobilienfirma allerdings auch einen stolzen Preis. Pro Quadratmeter sind für Käufer mindestens 3.200 Euro fällig. Immerhin sind 24 Ein-Zimmer-Appartements in rückwärtiger Lage für Mieter mit kleinerer Brieftasche, also beispielsweise Studenten und Rentner, vorgesehen.

Wohnungen: 94

Fertigstellung: Ende 2018


4 Tauwerkquartier (Grohn)

Visualisierung des Tauwerk-Corners in Bremen-Nord
Bild: M-Projekt

Grün, Grüner, Grohn – eins der wichtigsten Bauprojekte im Bremer Norden macht sich dies zu eigen. Denn das geplante "Tauwerkquartier" soll eine Klimaschutzsiedlung werden. Das heißt: Die Häuser müssen weniger Energie verbrauchen und dürfen nur halb so viel Kohlenstoffdioxid ausstoßen wie Gebäude, die nach den neuesten gesetzlichen Standards gebaut worden sind.

Den Namen hat das Quartier von der ehemaligen Bremer Tauwerk-Fabrik. Die Produktionsstätte, wo während des Booms der Bremer Werften bis zu 450 Menschen arbeiteten, schloss im Zuge des Niedergangs des Industriezweigs Ende der 80er-Jahre ihre Pforten. 2007 wurden die Hallen abgerissen.

In das Wohnprojekt sollen nun rund zwanzig Millionen Euro fließen. Nach dem bereits weitgehend fertiggestellten Lesum-Park mit seinen rund 200 Wohnungen ist das Tauwerkquartier somit das zweitgrößte Wohnbauprojekt im Bremer Norden.

Wohnungen: rund 110, davon 25 Prozent sozialer Wohnungsbau

Fertigstellung: 2018 bis 2020


5 Cecilien-Quartier (Überseestadt)

Das Cecilien-Quartier ist eines der zahlreichen Bauprojekte in der Überseestadt. Angesiedelt ist es auf dem westlichen Teil des sogenannten Baufelds 10 zwischen dem zukünftigen „Blauhaus“ der Blauen Karawane, Kommodore-Johnsen-Boulevard, Kommodore-Ziegenbein-Allee und Herzogin-Cecilie-Allee. Es liegt nur zwei Gehminuten von der Uferpromenade und dem alten Hafenbecken entfernt.

Vor allem Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen sind geplant. Wie auch beim noch etwas größeren Projekt "Überseegärten" umschließen die Gebäude zwei grüne private Innenhöfe, die als Gärten gestaltet sind.

Auffällig sind die rot-blauen Ziegelfassaden der einzelnen Gebäude. Sie sind mit jeweils unterschiedlichen Mustern gemauert. Ein Plus für Autofahrer: Unter den Wohnhäusern ist eine Tiefgarage mit rund 170 Auto-Stellplätzen geplant.

Wohnungen: 136, davon 30 öffentlich gefördert

Fertigstellung: Ende 2019


6 Hans-Hackmack-Straße (Arsten)

Visualisierung von Wohnhäusern in der Hans-Hackmack-Straße in Arsten
Bild: Brebau

An der Hans-Hackmack-Straße in Arsten wird nicht nur gebaut, sondern auch gestritten. Zuletzt über 22 Bäume, die während der Brutzeit gefällt worden sind, um dort den Bau von 144 Wohnungen in sieben großen Mehrfamilien- und 21 Reihenhäusern zeitig fertigzustellen. Auch 36 Sozialwohnungen sollen darin Platz finden. Vor allem die unteren Einkommensschichten möchte das Wohnungsbauunternehmen Brebau damit ansprechen. Das neue Familienviertel mit seinen dann drei- und viergeschossigen Häusern dürfte den Stadtteil ab 2021 prägen.

Wohnungen: 144 Wohnungen in Mehrfamilien- und Reihenhäusern, darunter 36 Sozialwohnungen

Fertigstellung: 2021, Vermarktung hat bereits begonnen


7 Überseegärten (Überseestadt)

Visualisierung Überseegärten
Bild: GEWOBA

In der Bremer Überseestadt entsteht ein Quartier neben dem nächsten. Einige dieser Bauprojekte werden gemeinsam vom städtischen Bauunternehmen Gewoba und dem Immobilienunternehmen Justus Grosse umgesetzt. Zu diesen Bauvorhaben zählt auch das Projekt "Überseegärten". Im Bereich der Hafenkante entstehen dabei in der Überseestadt 154 Wohnungen, von denen 67 öffentlich gefördert und somit erschwinglicher auch für den kleinen Geldbeutel sind.

Neben den Wohnungen entstehen zwei Bürogebäude mit rund 4.000 Quadratmetern Nutzfläche. Die Gesamtkosten des Projekts werden von den Beteiligten auf rund 35 Millionen Euro beziffert.

Wohnungen: 154, davon 67 öffentlich gefördert

Fertigstellung: Ende 2019


8 Hafenpassage (Überseestadt)

Visualisierung Alte Hafenpassage
Bild: GEWOBA

Die "Hafenpassage" ist ein weiteres Projekt, das Bremens städtisches Wohnbauunternehmen Gewoba gemeinsam mit dem Immobilienunternehmen Justus Grosse umsetzt. 149 der 200 im Bau befindlichen Wohnungen werden öffentlich gefördert. Die Wohnflächen betragen zwischen 29 und 105 Quadratmetern. In die Räume im Erdgeschoss sollen Einzelhandelsgeschäfte sowie eine Kindertagesstätte ziehen.

Seit April 2017 dauern die Bauarbeiten des auf rund 41 Millionen Euro bezifferten Projekts an. Die ursprünglich für Herbst 2018 geplante Fertigstellung der Hafenpassage könnte sich allerdings noch bis Anfang 2019 hinziehen.

Wohnungen: 200, davon 149 öffentlich geförderte Mietwohnungen

Fertigstellung: frühestens Herbst 2018


9 Schuppen 3 – Europaquartier (Überseestadt)

Europaquartier Teaserbild

520 Wohnungen mit Blick auf die Weser, eine Kita und 10.000 Quadratmeter für Kreativwirtschaft und Gastronomie – dies sind die Eckdaten des künftigen Europaquartiers, das rund um den alten Lagerkomplex des "Schuppen 3" in der Überseestadt entstehen soll. Die Lager werden zu diesem Zweck größtenteils abgerissen. Erste Wohnungen werden voraussichtlich ab Herbst 2018 oder im Frühjahr 2019 entstehen. Geplant sind 360 Eigentumswohnungen direkt am Europahafen, in zweiter Reihe zusätzlich rund 160 öffentlich geförderte Wohnungen.

Damit Kreativschaffende sich das Arbeiten in dem neuen Quartier auch leisten können, soll die Nettokaltmiete für Atelierflächen nicht mehr als sieben bis acht Euro pro Quadratmeter betragen. Direkt am neuen Europaviertel soll zudem ein 13-stöckiges Hochhaus gebaut werden. Auch dort sind Wohnungen vorgesehen, so dass in dem neuen Quartier in einigen Jahren rund 1.000 Menschen leben werden. Die geplanten Kosten für das Quartier liegen bei rund 175 Millionen Euro.

Wohnungen: 520, davon 160 öffentlich gefördert

geplante Fertigstellung: 2021 geplant


10 Gartenstadt Werdersee (Habenhausen)

Blick über eine große Grünfläche in Richtung Weser-Stadion.

Die Gartenstadt Werdersee ist nicht nur eines von Bremens größten Wohnbauprojekten, es gehört auch zu jenen, die sich am längsten hinziehen. Denn der Bau der rund 590 Wohnungen wurde bereits im Herbst 2013 von der Baudeputation beschlossen. Die ersten Häuser hätten demnach schon 2015 entstehen sollen. Als "Gartenstadt des 21. Jahrhunderts" soll das Baukonzept an die historische Tradition der Gartenstädte an – mit einem Grünanteil von 70 Prozent.

Die Diskussionen um dieses Konzept zwischen Behörden, Bauherren, Experten und Anwohnern hat die Pläne jedoch um Jahre verzögert. Inzwischen rollen jedoch die Bagger auf der großen Wiese zwischen Friedhof Huckelriede, Werdersee und Habenhauser Landstraße. Das Baugelände ist 16,3 Hektar groß, was ungefähr dem anderthalbfachen der vom Freimarkt beanspruchten Fläche der Bürgerweide entspricht. Baukosten: rund 200 Millionen Euro.

Wohnungen: 590, darunter 280 Einfamilienhäuser und 310 Wohnungen

Fertigstellung: 2024, erster Bauabschnitt bis 2019


11 Hulsberg-Quartier (Viertel/Peterswerder)

Noch größer und wohl ebenso langwierig wie die Gartenstadt Werdersee ist Bremens potenziell größtes Wohnbauprojekt: das Hulsberg-Quartier. Zwischen dem Viertel und Peterswerder gelegen, sollte es eigentlich schon 2019 vollendet sein. Die bislang vom Klinikum-Mitte genutzte rund 14 Hektar große Fläche soll mit Häusern und Wohnungen bebaut werden. Der Bebauungsplan ist Ende Mai beschlossen worden.*

Dass der Zeitplan sich so nach hinten verschoben hat, liegt allerdings auch am verzögerten Klinikneubau, der fünf Jahre später als geplant erst Ende 2018 fertig sein dürfte. Die Bürgerschaft und der Senat haben über das Projekt bereits beraten und den Bau des Hulsberg-Quartiers beschlossen.

Wohnungen: rund 1000

Fertigstellung: offen, erste Bauarbeiten wohl frühestens 2019

*Artikel wurde geändert. Zuvor hatten wir gemeldet, es gebe noch keinen Bebauungsplan.

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  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 2. Juli 2018, 23:20 Uhr