Werder-Boss: Bundesliga-Standort durch DFL-Urteil in Gefahr

  • Präsident Hess-Grunewald fürchtet um Werders Finanzlage
  • Auswirkungen des Urteils würden sofort zu spüren sein
  • Innensenator Mäurer setzt auf bundeseinheitliche Regelung
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer im Interview

Werder Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald hat das Urteil des Bremer Oberverwaltungsgerichts zum Streit um Polizeikosten kritisch kommentiert. Bremen kann nach diesem Urteil den Ligaverband DFL für überdurchschnittliche Kosten bei sogenannten Hochrisikospielen zur Kasse bitten. Sollte auch das Bundesverwaltungsgericht so entscheiden, will die DFL die Kostenbescheide an Werder weiterreichen.

Kein guter Tag für Werder Bremen – man werde die Auswirkungen des Urteils sofort zu spüren bekommen, so Hess-Grunewald. "Das wäre eine zusätzliche wirtschaftliche Belastung in einem sehr erheblichen Umfang, die wir in unserem ohnehin sehr knappen Budget unterbringen müssen", sagte Hess-Grunewald. Der Verein müsse sich nun mit der Frage befassen, in welcher Form Rücklagen gebildet werden. "Ob es ein guter Tag für den Bremer Steuerzahler ist, wird sich zeigen, wenn der Bundesliga-Standort so in Gefahr gebracht wird", so der Werder-Präsident. "Das würde uns sehr, sehr wehtun und wäre sicherlich für den Wettbewerb in der Bundesliga nicht gut."

Mäurer will andere Länder zum Umdenken bringen

Bremens Innensenator Mäurer setzt auf eine bundeseinheitliche Regelung bei der Kostenbeteiligung. Er hofft, mit dem Rückenwind des OVG-Urteils auch andere Länder zum Umdenken zu bringen. Offen für den Bremer Vorstoß äußerte sich der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz. Doch die meisten Länder wollen zunächst die schriftliche Urteilsbegründung  und die Entscheidung der nächsten Instanz abwarten.

Sollte am Ende des Verfahrens rechtssicher feststehen, dass die Kosten bei Risikospielen umgelegt werden können, gelte es, die weitere Verfahrensweise mit den Ländern abzustimmen, so Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht, der zurzeit Vorsitzender der Innenministerkonferenz ist. Beim nächsten Treffen der Innenminister Anfang Juni wird das Thema auf der Tagesordnung stehen.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 21. Februar 2018, 17 Uhr