Bremer Firmen wollen bis 2023 Raketen von der Nordsee ins All schicken

  • Konsortium hat eine Betreiber-Firma mit Sitz in Bremen gegründet
  • Ab 2023 sollen Mini-Raketen von der Nordsee ins All starten
  • Bremerhaven könnte profitieren
Eine Rakete startet ins Weltall.
Wenn alles gut läuft, könnten schon 2023 Raketen von der Nordsee aus ins All starten. (Symbolbild) Bild: Imago | Xinahua

Im Vorgriff auf Pläne für einen Weltraumbahnhof in der Nordsee hat sich in Bremen eine Betreibergesellschaft aus mehreren Firmen für das Projekt gegründet. Ziel sei es, spätestens 2023 Raketenstarts aus der deutschen Nordsee zu realisieren, teilte die neueGerman Offshore Spaceport Alliance (Gosa) mit.

Zum Konsortium gehört auch der Bremer Raumfahrtkonzern OHB, dessen Tochterfirma Rocket Factory Augsburg (RFA) eigene Mini-Raketen zum Transport kleiner Satelliten ins Weltall entwickelt. In Deutschland gebe es drei Hersteller dieser sogenannten Microlauncher, die 2021/22 auf den Markt kommen wollten. Neben RFA sind dies Isar Aerospace und Hylmpulse.

Bremerhaven könnte Logistik-Knoten werden

Deutschland sei damit in Europa in diesem Bereich führend. Gosa-Anteilseigner sind je zu 25 Prozent die Reedereigruppe Harren & Partner, die OHB Gruppe, die Mediamobil und die Tractebel DOC Offshore. Strategische Partner seien das Versicherungsunternehmen Lampe & Schwartze und der Logistikdienstleister BLG.

Das Bundeswirtschaftsministerium prüft derzeit ein vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vorgelegtes Konzept für eine Startplattform für Microlauncher-Raketen. Präferiertes Modell wäre ein umgebautes Spezialschiff. Als Basis- und Logistikhafen für den "Offshore-Weltraumbahnhof" in der Nordsee ist Bremerhaven im Gespräch. Von dort wären es rund 460 Kilometer bis zur geplanten Startposition im äußersten Westen der deutschen Außenwirtschaftszone.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 16. Dezember 2020, 17 Uhr