Bremerhavener Flughafen wird Standort für Wasserstoff-Pilotanlage

  • Am ehemaligen Bremerhavener Flugplatz Luneort soll künftig Wasserstoff gewonnen werden
  • Landesregierung hat das Projekt des Fraunhofer-Instituts am Dienstag vorgestellt
  • Kosten liegen bei 20 Millionen Euro in den ersten zwei Jahren
Der stillgelegte Flugplatz Luneort in Bremerhaven von oben aufgenommen.

Der ehemalige Flugplatz Luneort in Bremerhaven wird Standort einer Pilotanlage zur Wasserstoff-Gewinnung. Die Landesregierung hat das Projekt am Dienstag vorgestellt. Dabei sprach die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Claudia Schilling, von einem ersten Schritt, um Bremerhaven zu einem Kompetenzzentrum für Wasserstoff zu machen.

Das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme will auf dem Flugplatzgelände "grünen", also CO2-neutralen, Wasserstoff produzieren. Dafür soll der größte der alten Hangars umgebaut werden. In ihm könnten dann zwei Wasserstoffreaktoren Platz finden, die jeweils so groß wie ein 20-Fuß-Container sind. Diese Elektrolyse-Apparate werden für die Umwandlung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff benötigt.

Die dafür nötige Energie liefert die ehemalige Adwen-Windkraftanlage. Das Modellprojekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Die Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro teilen sich das Land Bremen und die EU.

Wasserstoff könnte als Schiffsbrennstoff verwendet werden

Hinter dem Projekt steckt die Hoffnung, Wasserstoff als Energieträger weiterzuentwickeln. Die in Bremerhaven vorgestellte Pilotanlage könnte beispielsweise in 24 Stunden rund eine Tonne Wasserstoff produzieren. Das würde reichen, um 200 Autos jeweils bis zu 600 Kilometer fahren zu lassen.

Auch für Schiffe könnte Wasserstoff künftig als Brennstoff genutzt werden. Entsprechende Schiffsantriebe sollen in Bremerhaven entwickelt werden. Für Lastwagen und Züge gilt der Wasserstoffantrieb ebenso als Option wie für die Lebensmittel-Technologie: zum Beispiel Wasserstoff-Öfen, mit denen Bäcker CO2-neutrale Brötchen backen können.

Bremens Senatorin für Wirtschaft, Kristina Vogt, hofft daher, dass der Wasserstoff nach dem Zusammenbruch der Offshore-Windenergie in Bremerhaven zum langfristigen Aufbau eines neuen Wirtschaftszweigs führt. Die norddeutschen Bundesländer hatten in der vergangenen Woche eine gemeinsame Wasserstoff-Strategie beschlossen. Sie soll zu einer Säule der angepeilten Energiewende werden.

So funktioniert Wasserstoff H 2 H 2 O ( W asser) H 2 H 2
So kann man Wasserstoff nutzen: Aus Strom, zum Beispiel aus überschüssiger Windenergie, und Wasser wird Wasserstoff gewonnen. Er wird dann über Tankstellennetze vertrieben und in Fahrzeugen mit Brennstoffzellen verbrannt. Als Abgas entsteht nur Wasserdampf. Wenn „grüner Strom“ für die Produktion genutzt wird, ist Wasserstoff ein schadstofffreier Treibstoff.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 12. November 2019, 16 Uhr