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Metall-Tarifstreit: Warnstreiks im ganzen Norden

  • 70 Betriebe in ganz Norddeutschland sollen bestreikt werden
  • In Bremerhaven sind unter anderem die Lloydwerft und Senvion betroffen
  • Gewerkschaft kämpft unter anderem für das Recht auf geringere Arbeitszeit
Menschen stehen vor einem Werkstor und streiken. Ein Mann kehrt dem Betrachter den Rücken zu und hält eine große IG-Metall-Fahne.
In Bremerhaven streiken Beschäftigte eines Windanlagenherstellers und von der Lloydwerft. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Die IG Metall will heute die Warnstreiks in der Metall- und Elektrobranche im Norden ausweiten. Nach Angaben der Gewerkschaft sind in allen norddeutschen Bundesländern Beschäftigte aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Das gilt für mehr als 70 Betriebe.

Streiks zum Beispiel in Bremerhaven und Rastede

In Bremerhaven sind Warnstreiks unter anderem bei der Lloyd-Werft, den German Dry Dock und dem Windanlagenhersteller Senvion geplant. In Rastede im Ammerland beteiligen sich Beschäftigte des Heizungsbetriebes Brötje. In der Nacht auf Donnerstag hatten auch schon Beschäftigte des Bremer Mercedes-Werkes die Arbeit niedergelegt. Mehr als 2.000 Menschen hatten sich daran beteiligt.

Die IG Metall will mit ihren Aktionen Druck vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde machen. Die Tarifverhandlungen für den Bezirk Küste gehen am kommenden Donnerstag in Bremen weiter. Die IG Metall will mit ihren Aktionen Druck auf die Arbeitgeber machen – am nächsten Verhandlungstag sogar mit ganztägigen Warnstreiks und zwei geplanten Demonstrationszügen, für die Tausende Teilnehmer mobilisiert werden sollen.

Die Forderung: Mehr Geld und vorübergehend weniger arbeiten

Beide Seiten streiten um Einkommen und Arbeitszeiten. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und das Recht für die Beschäftigten, die Wochenarbeitszeit vorübergehend zu verkürzen. Außerdem will die Gewerkschaft einen teilweisen Lohnausgleich für Schichtarbeiter und Beschäftigte mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen erreichen. Die Arbeitgeber bieten bisher zwei Prozent und einmalig 200 Euro. Dafür wollen sie aber auch die 35-Stunden-Woche aufweichen. Ziel der Unternehmen ist, die Wochenarbeitszeit auf bis zu 42 Stunden zu verlängern.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 12. Januar 2018, 7 Uhr