Infografik

So zufrieden sind Bremer Unternehmen mit ihrem Standort

Eine aktuelle Befragung der Handelskammer Bremen-Bremerhaven zeigt, wie attraktiv das Bundesland für Unternehmen ist – und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Blick von der umgedrehten Kommode auf die Bremer Innenstadt.
Laut einer Umfrage der Handelskammer Bremen ist die Hansestadt für Firmen als Standort eher befriedigend.

Insgesamt befriedigend: So lautet das Fazit einer Umfrage der Handelskammer für Bremen und Bremerhaven (IHK) zur Attraktivität des Bundeslandes für Unternehmen. Mit einer durchschnittlichen Note von 2,9 bewerteten die befragten Unternehmer Bremen als Unternehmensstandort. Etwas positiver betrachteten sie das kleinste Bundesland als Wohnort: 2,5 im Schnitt. Fast 40 Prozent der Befragten empfanden ihren Firmenstandort als befriedigend, etwa 35 Prozent als gut und nur circa 4 Prozent als sehr gut. Dagegen ist das Bundesland für fast 50 Prozent der Befragten ein guter Ort zum Wohnen.

Befragt wurden 776 Unternehmen, 74 Prozent davon mit Sitz in Bremen und 26 Prozent in Bremerhaven. Vertreten waren unter anderem Industrie, Handel, Dienstleistungs- und Baugewerbe. Die große Mehrheit der Teilnehmer beschäftigt weniger als 250 Mitarbeiter. Die Unternehmen mussten etwa 40 Faktoren, die für ihren Standort relevant sein könnten, sowie deren Wichtigkeit mit Schulnoten bewerten. Am wenigsten zufrieden waren die Teilnehmer mit der Bearbeitungsdauer von Genehmigungen und Anträgen, Schulen, digitalen Verwaltungsverfahren sowie Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit.

Größter Handlungsbedarf bei Sicherheit, Schulen und Breitband

"Ein alles in allem befriedigendes Urteil ist aber auch kein gutes Urteil", schreiben die Autoren. Die IHK nennt für das Land Bremen insgesamt zehn Faktoren, in denen der Handlungsbedarf am größten ist. Darunter Sicherheit und Sauberkeit, Schulen, Breitbandversorgung, Straßennetz und die Leistungsfähigkeit öffentlicher Verwaltung. Der Handlungsbedarf wurde aufgrund des Unterschieds zwischen Wichtigkeit und Zufriedenheit gemessen: Je wichtiger ein Faktor und je schlechter seine Bewertung, desto größer die Notwendigkeit, etwas daran zu ändern.

Laut der Umfrage waren für die Unternehmer Sicherheit, Schulen und Breitbandversorgung besonders wichtig, aber gleichzeitig nicht besonders gut (mit Bewertungen von 3,8, 3,9 und 3,5). Positiv beurteilt wurden dagegen die Grünflächen, die Erholungsmöglichkeiten im Umland und die Nähe zu Hochschulen und Universitäten. Auch die Mobilität zu Fuß oder mit dem Fahrrad sowie die Nähe zu den Kunden werden von den Unternehmern im Land Bremen geschätzt.

Bremerhaven als Standort vor Bremen

Dabei gibt es Unterschiede in der Bewertung der Städte Bremen und Bremerhaven. Während Bremerhaven als Unternehmensstandort besser bewertet wird als Bremen (2,7 versus 2,9), schneidet die Stadt am Meer als Wohnort schlechter ab (2,9 zu 2,3). Etwa 71 Prozent der Befragten würde Bremerhaven als Standort weiterempfehlen. Dagegen würde nur 62 Prozent der befragten Bremer die Hansestadt als Sitz für ein Unternehmen seinen Freunden anraten.

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Auch bei der Bewertung der einzelnen Faktoren gehen die Meinungen der Bremer und Bremerhavener oft auseinander. Insgesamt fällt das Urteil in Bremerhaven etwas positiver aus, die Zufriedenheit ist größer. Am besten bewertet werden die Anbindung an Häfen, die Erholungsmöglichkeiten im Umland und die Nähe zu Hochschulen und Kunden. Schlechtere Bewertungen bekommen hingegen etwa die Anbindungen an Flug- und Schienenfernverkehr, digitale Verwaltungsverfahren und das Niveau der kommunalen Steuern und Abgaben. Die wichtigsten Handlungsfelder sehen die Bremerhavener jedoch bei Breitbandversorgung, Sicherheit, Schulen und kommunalen Steuern.

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Bremer zufriedener mit Image der Stadt

In Bremen sieht die Studie vor allem beim lokalen Straßennetz, der Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung, den Schulen und der Sicherheit Handlungsbedarf. Vor allem das Straßennetz wird schlechter bewertet als in Bremerhaven (3,9 versus 2,9). Auch die Leistung der öffentlichen Verwaltung wird insgesamt schlechter bewertet.

Zufriedener sind die Bremer dagegen mit ihrer Verkehrsanbindung, dem Image der Stadt und der Toleranz und Weltoffenheit der Hansestadt. Geschätzt werden vor allem Erholungsmöglichkeiten im Umland, Grünflächen, die Nähe zu Hochschulen und die Mobilität zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Besonders kritisch betrachtet werden hingegen einige Aspekte der öffentlichen Verwaltung, Schulen, Sicherheit und das lokale Straßennetz.

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Kleine Unterschiede je nach Stadtteil und Branche

Insgesamt unterscheiden sich die Bremer Ergebnisse zwischen den Stadtteilen nicht besonders. Mit wenigen Ausnahmen: Die Unternehmen im Technologiepark sind in ihrem Urteil deutlich positiver, während die in der Überseestadt sich mit den Verkehrsanbindungen besonders unzufrieden zeigen. Auch sehen die Unternehmen in Bremen-Nord und -Nordost offenbar einen größeren Verbesserungsbedarf bei der öffentlichen Verwaltung.

Vor allem Freiberufler sowie Unternehmen in der Kommunikation oder technischen und wissenschaftlichen Dienstleistung würden ihren Standort im Bundesland weiterempfehlen. Lücken bei der Verkehrsinfrastruktur und der Breitbandversorgung sehen vor allem Logistikdienstleister, während besonders für Hoteliers und Gastronomen das Kultur- und Freizeitangebot verbessert werden sollte. Eine große Diskrepanz zwischen Wichtigkeit und Zufriedenheit bei der Bearbeitungsdauer von Anträgen zeigt sich vor allem für das Baugewerbe und die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Mit der Größe des Unternehmens steigt außerdem der Bedarf, Fachkräfte einfacher rekrutieren zu können.

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  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 19. Februar 2019, 19:30 Uhr