Lebensmittelbranche kehrt Bremen den Rücken

Nach Coca Cola, Kellogg's und Könecke nun also Hachez: Wieder einmal hat ein Unternehmen der Lebensmittelbranche schlechte Nachrichten für Bremen. Ein Überblick.

Zerrissene Verpackungen von Kelloggs, Hachez, Könecke und eine Flasche Coca-Cola.
Vor Hachez sind bereits Coca Cola, Kellogg und Könecke aus Bremen abgewandert.

1890 ging alles los: Am 5. Juli gründeten Joseph Emil Hachez und Heinrich August Friedrich Gustav Linde die "Bremer Chocolade-Fabrik Hachez & Co.". 130 Jahre später könnte alles zu Ende gehen, zumindest in Bremen: Das Bremer Traditionsunternehmen Hachez plant, seine Produktion von der Weser nach Polen zu verlagern.

Ein beträchtlicher Teil der aktuell noch etwa 240 Hachez-Mitarbeiter in der Hansestadt würden dann wohl ihre Jobs verlieren. Nur der Vertrieb und die Marketing-Abteilung sollen in Bremen bleiben. Für den Lebensmittelstandort Bremen ist das ein harter Schlag. Hatten zuletzt doch schon so einige Branchen-Schwergewichte der Hansestadt den Rücken zugekehrt.

1 Coca Cola

Im Sommer 2016 ist am Bremer Standort des amerikanischen Brauseherstellers die letzte Flasche vom Band gelaufen. Der Konzern teilte mit, dass er seine Produktion bündeln müsse, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Hintergrund war, dass in Bremen nur Mehrwegflaschen abgefüllt wurden. Da der Marktanteil der Mehrwegflaschen aber seit Jahren sinkt, schloss Coca Cola seine Mehrwegstandorte zugunsten der Einwegstandorte.

So wurde auch die Bremer Produktion an andere Standorte verlagert, die Logistik zog nach Achim. Unter dem Strich fielen in Bremen rund 300 Arbeitsplätze weg. Immerhin 90 Mitarbeiter fanden in Achim oder an anderen Cola-Standorten einen neuen Job.

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2 Kellogg

Mit der Kellogg Company hat im vergangenen November ein weiteres Lebensmittelunternehmen mit Sitz in den USA sich von Bremen abgewendet. Mehr als 200 Mitarbeiter verloren ihren Job. Seit 1963 hatte der Hersteller von Frühstücksflocken an der Weser produziert. Als Begründung gab der Konzern an, dass die Bremer Fabrik im Vergleich zu den anderen Standorten am wenigsten ausgelastet sei.

3 Könecke

2012 führte der Wursthersteller seine Produktion in Delmenhorst zusammen. Der Bremer Standort wurde geschlossen, 417 Beschäftigten machten den Umzug mit. 50 Verwaltungs-Arbeitsplätze fielen der Verlagerung zum Opfer. Das Könecke-Areal in Bremen-Sebaldsbrück liegt seither brach.

4 Hachez

Der Schokoladenhersteller plant einen neuen Fertigungsbetrieb für Pralinen und Schokoladen in Polen. Dort solle die Herstellung der Schokoladen in Kooperation mit einem führenden Hersteller von Premium-Schokoladen erfolgen, heißt es in einer Pressemitteilung. Ziel sei es, neue Fertigungskapaziäten und Synergien zu schaffen.

Bis 2020 produziert Hachez laut Unternehmensführung auf jeden Fall noch in Bremen. Dann sollen aber nur noch das Marketing und der Vertrieb in Bremen verbleiben.

Autor

  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 1. März 2018, 6 Uhr

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