Pastor Ulrich: "Christian Weber fehlt an allen Ecken und Enden"

Mit Trauerfeier und Staatsakt haben Politiker und Bürger Christian Webers gedacht. Der Pastor der Domgemeinde sagte, dass Webers Tod eine große Lücke hinterlasse.

Christian Webers Sarg mit Blumenschmuck und Bremer Flagge.

Mit einer großen Trauerfeier haben rund 1.000 Menschen Abschied vom langjährigen Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft, Christian Weber, genommen. Unter den Trauergästen waren Bremer Politiker, Freunde und Weggefährten Webers, seine Familie und Bürger. An den gehaltenen Reden im Bremer Dom zeigt sich, dass Weber über Parteigrenzen hinweg geschätzt wurde.

Neben Pastor Peter Ulrich sprachen auch Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), die Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Carola Veit (SPD), und der Vizepräsident der Bremischen Bürgerschaft, Frank Imhoff (CDU). Hier die wichtigsten Zitate:

Ja, Christian Weber fehlt uns, er fehlt an allen Ecken und Enden. Erst langsam begreifen wir, dass er nicht mehr bei uns ist. Sein Tod hat eine große Lücke aufgetan. [...] Wenn ich mit ihm ins Gespräch kam, wusste ich: Jetzt kriegst Du als Pastor gleich Deine 'Dusche' ab! Und sie kam. Dann sagte er: 'Ihr müsst mehr Kante zeigen! Wir brauchen das! Wir benötigen Ethik und Werte!'

Pastor der Domgemeinde, Peter Ulrich

Mit Christian Weber verlieren wir nicht nur den höchsten Repräsentanten der Freien Hansestadt Bremen, sondern einen leidenschaftlichen und authentischen Politiker, der mit großer Offenheit auf die Menschen zugegangen ist. Dem die Sorgen und Nöte der Bremerinnen und Bremer am Herzen lagen, der zuhören konnte und da war, wenn man ihn brauchte. [...] Er öffnete das Parlament den Bürgerinnen und Bürgern. Mit Veranstaltungen, Lesungen, Ausstellungen holte er die Menschen in das Haus des Landtages, das als ein Denkmal politischer Architektur für Transparenz und Klarheit in der Politik steht.

Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD)

Die Zeit ohne Christian Weber wird eine Zäsur. Ein Parlament ohne ihn, ohne seine Stimme ist nur schwer vorstellbar. Christian Weber war ein Mann, so würde man heute sagen, vom alten Schlag. Hart in der Sache, aber stets voller Respekt im Umgang mit dem Gegenüber. [...] In den vielen Gesprächen, die ich mit ihm in seinem Büro geführt habe, ging es im Kern immer um zwei Dinge: die Würde des Hauses zu wahren und die Demokratie zu schützen und zu fördern.

Vize-Präsident der Bremischen Bürgerschaft, Frank Imhoff (CDU)

Abgeordnete und Mitarbeiter der Bremischen Bürgerschaft hielten auch nach dem Ende der Trauerfeier noch Totenwache für Christian Weber. In einer langen Schlange zogen die Menschen am Mittelaltar im Dom vorbei. Immer wieder hielten politische Weggefährten und Freunde inne vor dem Sarg.

Der Sozialdemokrat Weber war seit 1999 Präsident der Bremischen Bürgerschaft. Er hatte das Bremer Parlament für die Bürger und die Öffentlichkeit geöffnet und sich immer für eine starke parlamentarische Demokratie eingesetzt.

Nachruf auf Christian Weber

Christian Weber

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. Februar 2019, 19:30 Uhr