Investor für Senvion gefunden – Werk in Bremerhaven schließt dennoch

  • Siemens Gamesa übernimmt ausgewählte Bereiche
  • Es soll sich vor allem um Service- und Onshore-Bereiche handeln
  • Das Bremerhavener Werk mit seinen 200 Jobs profitiert nicht
Eine Luftaufnahme eines Gebäudes der Firma Senvion.
Was nach der möglichen Übernahme aus dem Bremerhavener Senvion-Werk wird, ist noch unklar.

Der deutsch-spanische Anlagenbauer Siemens Gamesa soll wesentliche Teile des insolventen Windanlagenbauers Senvion übernehmen. Dabei handele es sich um ausgewählte europäische Service- und Onshore-Bereiche, teilte Senvion am Montag in Hamburg mit. Der Gläubigerausschuss habe einer entsprechenden Vereinbarung zugestimmt. Demnach sind die Verhandlungen bereits in der Schlussphase, Ende des Monats könnten sie beendet sein. Für die übrigen Geschäftsfelder verhandelt Senvion nach eigenen Angaben weiterhin mit Investoren.

Was für das gesamte Unternehmen gut ist, hilft dem Standort Bremerhaven aber nicht weiter – dort ist die Turbinenfertigung von Senvion angesiedelt, rund 200 Mitarbeiter arbeiten dort. Das Werk soll nämlich weiterhin zum Jahresende geschlossen werden. Laut IG-Metall Chefin Doreen Arnold ist die Lage in Bremerhaven genauso ernüchternd wie zuvor. Die ersten Kündigungen wurden bereits ausgesprochen. In den Servicebereich, den Siemens Gamesa bundesweit übernehmen will, könnten laut Gewerkschaft höchstens eine Handvoll Mitarbeiter aus Bremerhaven wechseln.

Verhandlungen über Transfergesellschaft laufen

Die Bremerhavener Mitarbeiter sollen nach der Schließung ihres Werks in die Transfergesellschaft wechseln, um sie für andere Jobs zu qualifizieren. IG Metall verhandelt noch mit dem Land Bremen über eine Verlängerung der Transfergesellschaft um zwei Monate – also von Januar bis Juni.

Die Gewerkschaft geht davon aus, dass bundesweit rund 900 der gegenwärtig über 1.400 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. "Mit dem geplanten Verkauf von Teilen des Unternehmens an Siemens Gamesa zeichnet sich nur für 500 der einstmals 1.800 Beschäftigten in Deutschland eine Übernahme durch den neuen Investor ab", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, am Montag in Hamburg.

"Die heutige Ankündigung bedeutet, dass wir kurz davor stehen, einen sicheren Hafen für einen wesentlichen Teil des Unternehmens und seiner Mitarbeiter zu finden", sagte Senvion-Vorstandschef Yves Rannou. "Unter diesen schwierigen Umständen sind das positive Nachrichten."

Senvion hatte im April Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet und nach Investoren gesucht. Seit drei Wochen ist klar, dass Senvion aufgeteilt wird und Teile seines Geschäftsbetriebs stilllegen muss.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. September 2019, 19:30 Uhr