Als die ersten Mercedes-Autos "Made in Bremen" vom Band liefen

Heute vor 40 Jahren verließen mit dem T-Modell die ersten 100 Pkw das Mercedes-Werk in Bremen. Ein Blick zurück auf die Zeit, als Kombis noch bejubelt wurden.

Die ersten 100 Kombi-Limousinen der Mercedes T-Reihe werden an die Händler ausgeliefert
Im Spalier stehen die Händler auf der Bürgerweide stolz neben dem neuen Mercedes-Modell. Bild: DPA | Werner Schilling

Transporter mit dem Stern am Kühlergrill werden zwar schon seit ein paar Jahren hier gefertigt. Aber nun laufen auch wieder Pkw vom Band. Damit ist Bremen endlich wieder eine Autostadt. Und die Werksleitung ist froh, dass mit dem T-Modell diese Tradition wieder aufgenommen wurde. Viele können sich noch an die Borgward-Ära erinnern. So wie Heinz Schütte, der diese großen Zeiten des Automobilbaus in Bremen miterlebt hat. Er war früher bei Borgward und denkt mit Stolz an diese Zeiten zurück. Nun baut er mit 500 ehemaligen Kollegen das T-Modell von Daimler Benz, den ersten Mercedes Kombi.

Heute sind wir wieder stolz, bei Daimler zu sein! Wenn man an die Zwischenzeit denkt: die war natürlich schlecht und schwierig für uns.

Heinz Schütte, ehemaliger Arbeiter bei Borgward

1961 ging Borgward pleite. Viele Arbeiter verloren ihren Job. Dass 17 Jahre später dort die Autos mit dem Stern produziert werden, ist für Bremen ein Glücksfall. Vor allem Bremens Bürgermeister Koschnick hatte sich für die Mercedes-Ansiedlung stark gemacht. Jetzt entstehen bei Daimler Tausende neue Arbeitsplätze. Bewerber gibt es viele – aber nicht alle bringen die erforderlichen Kenntnisse mit. Deshalb kommen auch Bewerber aus artverwandten Berufen zum Zuge. Sie drücken in der Lehrwerkstatt bei Daimler in Sindelfingen die Schulbank.

Mercedes-Kombi in der Montagehalle im Bremer Werk

Bislang wurden Pkw nur im Stammwerk produziert. Weil aber Sindelfingen an seine Kapazitätsgrenzen stößt, hat Daimler sich für Bremen als zweiten Standort entschieden. Damit liefert das Werk neben dem Transportner nun auch ein wichtiges Pkw-Produkt. Die T-Reihe ist eine echte Ergänzung für Mercedes, meint der Bremer Werksleiter Wolfgang Schreck. Denn ein Kombi gehörte bislang noch nicht zur Produktpalette. Kombis waren Fahrzeuge für Handwerker und kleine Gewerbetreibende, in Kombis wurden Werkzeug und Farbeimer transportiert.

Mercedes-Benz ändert nun sein Image – und fängt schon beim Namen an. T-Modell wird der in Bremen produzierte Kombi genannt – "T" wie "Transport und Touristik". Geworben wird mit Fahrrädern auf dem Dach und Veloursteppich im Gepäckraum. Die ersten 100 T-Modelle verließen heute vor 40 Jahren das Mercedes-Werk in Bremen.

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  • Birgit Sagemann

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Chronik, 6. Juni 2018, 7:50 Uhr