Bremen sagt Schottergärten den Kampf an

  • Umweltschützer sehen in Steingärten Bedrohung für Tiere
  • Bremen will die Begrünung von Freiflächen vorschreiben
  • Gesetz soll Mitte Mai beschlossen werden und in Kraft treten
Eine kleine Grünpflanze ragt zwischen Steinen hervor
Garten im Ungleichgewicht: Eine kleine Grünpflanze kämpft sich durch Kieselsteine. Bild: DPA | Jochen Tack

Der Naturschutzbund Nabu hat größere Anstrengungen von Städten und Gemeinden im Kampf gegen Schotter- und Steingärten gefordert. "Einige Kommunen sind schon sehr aktiv, es müssten natürlich noch mehr werden", sagte Nabu-Gartenexpertin Marja Rottleb. Das Problem sei, dass Schottergärten nur wenige oder gar keine Pflanzen enthalten. Zudem würden häufig in Deutschland nicht heimische Pflanzen in die Steinbeete gesetzt, welche den hiesigen Tieren kaum oder gar keine Nahrung böten.

Gärten sollen per Gesetz grün bleiben – und das schon ab Mitte Mai

Pflanzen ragen aus einem bremer Vorgarten mit grauen und schwarzen Kieselsteinen
Trockene Angelegenheit: ein Vorgarten in Bremen. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Vielerorts wird derzeit in kommunalen Parlamenten über ein Verbot von Schotter- und Steinflächen auf Privat-Grundstücken diskutiert. Bremen ist schon einen Schritt weiter: Der Senat plant für das Gebiet der Stadt Bremen ein Gesetz, das die Begrünung oder Bepflanzung von Freiflächen vorschreibt. Fahrrad-Stellplätze oder Terrassen dürften aber gepflastert werden, sagte Bremens Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne). Das sogenannte Begrünungsortsgesetz soll in der zweiten Maiwoche in der Bremischen Bürgerschaft verabschiedet werden und gleich danach in Kraft treten.

Es ist das Bestreben, der schleichenden Verschotterung der Vorgärten einen Riegel vorzuschieben und dort eine Bepflanzung sicherzustellen.

Bremens Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne)

Vor allem gehe es um die Verbesserung des kleinräumigen Stadtklimas angesichts künftiger Hitzesommer und Starkregen-Ereignisse, sagte Lohse. Das neue Gesetz, das nicht für Bremerhaven gilt, entstand auf Initiative der Grünen. Eine Liste insektenfreundlicher Pflanzen soll den Grundstücksbesitzern an die Hand gegeben werden. Bestehende Gärten und Bauanträge sind von der neuen Regelung nicht betroffen. "Es gibt keine Eingriffe in Besitzstände von Menschen", betonte Lohse.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 7. April 2019, 13 Uhr