Das sind die Spitzenkandidaten aus Bremen

Die Wahl steht vor der Tür, die Parteien gehen an den Start. Wir stellen die Spitzenkandidaten vor. Hier sind die sieben Kandidaten des Wahlbereichs Stadt Bremen.

Für die Bürgerschaftswahl im Mai 2019 gibt es streng genommen für jede Partei zwei Spitzenkandidaten. Es gibt keine Gesamt-Landeslisten – denn die Bremerhavener schicken ihre eigenen Leute ins Rennen. 66 der Sitze sind für Abgeordnete aus Bremen reserviert, 16 für die aus Bremerhaven.

Dr. Carsten Sieling – SPD

Carsten Sieling
Bild: SPD Land Bremen

Geboren: 1959 in Nienburg/Weser (Niedersachsen)

Familienstand: verheiratet, 3 Kinder

Politischer Werdegang: SPD-Mitglied seit 1976, 1993–2002 Mitglied des Landesvorstandes, 1995–2009 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, 2004–2006 Landesvorsitzender der SPD, 2005–2009 Fraktionsvorsitzender, 2009–2015 Mitglied des Deutschen Bundestages, seit 2015 Bürgermeister und Präsident des Senats und Senator für Kultur und Angelegenheiten der Religionsgemeinschaften.

Beruflicher Werdegang: 1975 Ausbildung zum Industriekaufmann, 1979–1982 Studium in Hamburg (zweiter Bildungsweg), Abschluss als Diplom-Kaufmann, 1982–1988 Studium der Wirtschaftswissenschaften in Bremen, darin ein Auslandsjahr in Maryland (USA), 1999 Promotion

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Bremen geht nur sozial. Mein Ziel ist es, die Lebensqualität und den sozialen Zusammenhalt in unserem Land weiter zu stärken. Das bedeutet beste Bildung für die Kinder, Entlastung für die Familie und Vorrang für Mieterinnen und Mieter in Bremen und Bremerhaven. Dafür habe ich als Bürgermeister die finanziellen Grundlagen geschaffen.“

Carsten Sieling

Carsten Meyer-Heder – CDU

Carsten Meyer-Heder hat die Unterstützung des Landesvorstandes als CDU-Spitzenkandidat.
Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Geboren: 1961 in Bremen

Familienstand: verheiratet, 3 Kinder

Politischer Werdegang: seit März 2018 Mitglied der CDU, seit Mai 2018 Spitzenkandidat der Bremer CDU, seit 2019 kooptiert im Bundesvorstand der CDU

Beruflicher Werdegang: 1982–86: Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bremen, 1991 Umschulung zum Anwendungsentwickler, 1991–93 Softwareentwickler, 1993 Gründung der neusta GmbH

Politischer Schwerpunkt: Bildung, Wirtschaft und Digitalisierung

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Die wichtigste Aufgabe im Land Bremen ist für mich die Verbesserung der Bildungsqualität, damit unsere Kinder untereinander aber auch im bundesweiten Wettbewerb die gleichen Chancen haben. Das werden wir angefangen von der frühkindlichen Bildung mit einem verpflichtenden dritten Kindergartenjahr über den verlässlichen Ganztag in der Grundschule bis hin zu stärkerer Berufsbildung in den Schulen und der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren am Gymnasium angehen. In Bremerhaven geht es mir vor allem darum, Zukunftsperspektiven sowohl für die Stadt aber vor allem für die Menschen dort  zu schaffen, indem wir die Seestadt als erfolgreichen Wissenschaftsstandort noch weiter ausbauen und durch den Bau eines neuen Schwerlasthafens neue wirtschaftliche Impulse setzen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Carsten Meyer-Heder

Dr. Maike Schaefer – Grüne

Maike Schäfer
Bild: Grüne Bremen

Geboren: 1971 in Schwalmstadt (Hessen)

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Politischer Werdegang: seit 2007 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, seit 2015 Fraktionsvorsitzende der Grünen-Fraktion und dort zuständig für Umweltpolitik.

Beruflicher Werdegang: Nach einem Auslandsjahr in London Biologie-Studium in Bremen, danach wissenschaftliche Mitarbeiterin am am Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie (UFT). 2004 Promotion. Ehrenamtlich tätig in der Ökologie-Station Bremen-Nord.

Politischer Schwerpunkt: Umwelt- und Klimaschutz, Kinder- und Familienpolitik

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Wir werden die Bildungsqualität und Ausgaben pro Schüler*in erhöhen. Wir erreichen mehr Klimaschutz durch das Abschalten der Bremer Kohlekraftwerke bis 2023 und eine echte Verkehrswende. Um den Preisanstieg bei Mieten zu dämpfen, schaffen wir mehr bezahlbaren Wohnraum. Nicht zuletzt sind flexiblere Kita-Öffnungszeiten nötig, damit Alleinerziehende mit hohem Armutsrisiko arbeiten können. Für Bremerhaven sind der Ausbau der Studienplätze auf 5000 und die Entwicklung Bremerhavens Potenziale zur Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze wichtig.

Maike Schäfer

Kristina Vogt – Die Linke

Kristina Vogt
Bild: Die Linke Bremen

Geboren: 1965 in Münster

Familienstand: ledig, 1 Sohn

Politischer Werdegang: 2002–2006 Schulelternsprecherin Grundschule Pastorenweg, 2008–2011 sachkundige Bürgerin Beirat Walle, 2010–2011 Mitglied im Landesvorstand, seit 2011 Fraktionsvorsitzende "Die Linke" in der Bremischen Bürgerschaft und Sprecherin für Bildung und Inneres

Beruflicher Werdegang: Betreiberin einer Kneipe bis 1994, danach Weiterbildung als Druckvorlagenherstellerin, seit 1998 Rechtsanwaltsfachangestellte (Ausbildung 1998 bis 2000)

Politischer Schwerpunkt: Bildung, Inneres, als Fraktionsvorsitzende Generalistin

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Die soziale Spaltung muss überwunden werden, dazu brauchen wir andere Ansätze im Bereich, Bildung, Qualifikation, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik. Stadtentwicklung ist zentrale Aufgabe, nicht nur in Fragen des Wohnungsbaus, wo wir auch mehr kommunalen und sozialen Wohnungsbau brauchen, sondern auch in Bezug auf eine breitere soziale Zusammensetzung in den Stadtteilen, Urbanität und Einzelhandel. Der ÖPNV muss ausgebaut und perspektivisch kostenlos werden. Die Gelder, die seit Jahren für den OTB geparkt werden, müssen unabhängig von der Frage der Zukunft des OTB für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik in Bremerhaven eingesetzt werden, wie etwa für die Weiterentwicklung der Verkehrs- und Logistikbranche und der Nahrungsmittelindustrie.

Kristina Vogt

Lencke Steiner – FDP

Lencke Steiner
Bild: FDP Bremen

Geboren: 1985 in Bremen

Familienstand: getrennt lebend, keine Kinder

Politischer Werdegang: Spitzenkandidatin der FDP Bremen zur Bürgerschaftswahl 2015. Seit 2015 Mitglied des FDP-Bundesvorstandes und Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. 2017 Spitzenkandidatin der FDP Bremen zur Bundestagswahl, 2019 Spitzenkandidatin zur Bürgerschaftswahl 2019

Beruflicher Werdegang: 2004–2006: Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau, 2004–2008: Duales Studium der Business Administration an der Akademie der Wirtschaft in Bremen und Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Privaten Fachhochschule für Wirtschaft und Technik in Vechta, Abschluss: Diplom-Kauffrau (FH)

Politischer Schwerpunkt: Wirtschafts- und Bildungspolitik 

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Wir brauchen im bremischen Bildungssystem endlich eine Trendwende, damit jeder Schüler und jede Schülerin, die eine Schule in Bremen oder Bremerhaven verlässt, ausbildungsfähig ist. Eine hervorragende Bildung ist der Schlüssel für ein lebenswertes gutes Leben.
Bremerhaven und Bremen haben an vielen Stellen die gleichen Probleme, daher finde ich gemeinsames Arbeiten zur Problemlösung wichtiger als überflüssiges Konkurrenzdenken. Es gibt dennoch Themen, bei denen ich Bremerhaven stärken will. Beispielsweise will ich mit meinem Team erreichen, dass die Häfen auf Landesebene einen höheren Stellenwert bekommen und notwendige Investitionen in die Infrastruktur nicht länger aufgeschoben werden.

Lencke Steiner

Frank Magnitz – AfD

Frank Magnitz
Bild: AfD Bremen

Geboren: 1952 in Neuenkirchen (Kreis Diepholz)

Familienstand: verheiratet, 6 Kinder, 3 Enkel

Politischer Werdegang: 30 Jahre CDU-Wähler ohne weitere politische Betätigung, Euro-Gegner, wachsende Differenzen zur politischen Entwicklung der CDU, mit Gründung der AfD Anfang 2013 dort eingetreten

Beruflicher Werdegang: Bankkaufmann, Pädagogik-Studium, eigenes Bau- und Immobilienunternehmen

Politischer Schwerpunkt: Bau- und Verkehrspolitik

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Deutschland im Herzen Europas hat eine besondere Funktion als Drehscheibe des Warenverkehrs, unsere Infrastruktur ist die Lebensader der heimischen Wirtschaft, diese wird seit Jahrzehnten in sträflicher Weise vernachlässigt. Umdenken und Neuausrichtung sehe ich auf Bundes- und Landesebene als meine Aufgabenstellung.
Entrümpelung der Landesbauordnung und der Erneuerbare-Energien-Verordnung sowie der Investitionshemmnisse des Mietrechts, soweit die Umsetzung auf Landesebene rechtlich möglich ist. Entlastung des Wohnungsmarktes durch konsequente Abschiebung der durch alle Instanzen abgelehnten Asylbewerber.

Frank Magnitz

Hinrich Lührssen – Bürger in Wut (BIW)

Hinrich Lührssen
Bild: BIW Bremen

Geboren: 1958 in Bremerhaven

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Beruflicher Werdegang: Volontariat, Redakteur für Landespolitik in Hannover, Autor der "Zeit", Reporter beim NDR, Chef vom Dienst bei Stern TV, Geschäftsführer Studio Bremen, Buchautor des Rowohlt-Verlages, Reporter bei buten un binnen und Stern TV

Politischer Schwerpunkt: Wirtschaft, Soziales und Bildung

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Ich setze mich ein für die Wiederherstellung der inneren Sicherheit in Bremen, für eine schnellere Justiz, für ein besseres Bildungssystem und für den Abbau von Bürokratie und überflüssigen Vorschriften, die den Mittelstand belasten. Ich finde es unerträglich, daß es in Bremen so viel Armut gibt und trete für eine gerechte Bezahlung aller Arbeitnehmer ein. Asylverfahren in Bremen müssen endlich beschleunigt werden.Wir brauchen in Bremen mehr Respekt – Polizeibeamte, Feuerwehrmänner und Sanitäter dürfen nicht länger bedroht werden. Sie haben unsere Anerkennung verdient.

Hinrich Lührssen

Wir haben die Parteien nach dem Wahlergebnis 2015 (Wahlbereich Stadt Bremen) sortiert.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 8. März 2019, 9:45 Uhr