Bremen will mehr Geld für Stadtteilprojekte ausgeben

  • Das Programm "Wohnen in Nachbarschaften" soll verlängert werden
  • Außerdem soll der Etat von 1,75 Millionen Euro schrittweise auf 2,3 Millionen erhöht werden
  • Weiteres Projekt soll eine Millionen Euro im Jahr kosten

Das Bremer Sozial- und das Stadtentwicklungsressort wollen mehr Geld in Projekte investieren, die das Zusammenleben in der Stadt fördern. Zum einen kündigten die grünen Senatorinnen Anja Stahmann und Maike Schaefer an, das Stadtteilprogramm "Wohnen in Nachbarschaften" (WiN) fortzuführen und mit mehr Geld auszustatten. Der jährliche Etat von derzeit 1,75 Millionen Euro soll in den kommenden sechs Jahren schrittweise auf 2,3 Millionen Euro angehoben werden.

Damit fördert Bremen derzeit 14 benachteiligte Stadtteile und Quartiere, um dort die Wohn- und Lebensbedingungen zu verbessern. Das Programm "Wohnen in Nachbarschaften" läuft aus Sicht von Sozialsenatorin Stahmann und Stadtentwicklungssenatorin Schaefer so gut, dass sie die Mittel um rund ein Drittel aufstocken wollen. Ohne Verlängerung würde es sonst nach 20 Jahren zum Ende dieses Jahres auslaufen.

CDU und FDP unterstützen das Programm grundsätzlich. Die CDU mahnt aber an, dass die begrenzten Mittel immer dort eingesetzt werden müssten, wo sie den größten Erfolg erzielen. Aus Sicht der FDP dürften Quartiere ohne Förderung aber nicht in ihrer Entwicklung benachteiligt werden. Das Geld muss noch bewilligt werden.

Ein positives Beispiel aus den vergangenen Förderperioden ist der Ortsteil Huckelriede. Der dort erreichte, insbesondere städtebauliche Erfolg, konnte allerdings nur erzielt werden, weil – zusätzlich zum WiN-Programm – behördenübergreifend gehandelt wurde. Das muss Standard werden, anstatt Ausnahme zu bleiben.

Sigrid Grönert, sozialpolitische Sprecherin der CDU

Neues Programm für kleine Quartiere geplant

Zudem wollen Stahmann und Schaefer das Programm "Lebendige Quartiere" neu schaffen. Es soll besonders benachteiligte Gegenden mit einer Million Euro im Jahr fördern. Vor allem kleinere Quartiere sollen damit unterstützt werden. So soll auch mehr für die Integration von Bremern mit Migrationshintergrund getan werden.

Wir haben das bewährte Programm "Wohnen in Nachbarschaften", das nach 20 Jahren weiterentwickelt werden soll. Aber wir haben auch Themen, die wir noch nicht abarbeiten können und wo es nötig ist, dass wir den sozialen Zusammenhalt stärken. Wir haben Ankommensquartiere in Bremen, wir haben kleinere Straßenzüge, wo wir sozialarbeiterisch tätig werden müssen.

Sozialsenatorin Anja Stahmann, Grüne

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 17. September 2019, 16 Uhr