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Darum fühlt sich Claudia Schilling für ihr Ressort besonders geeignet

Der Posten des Häfensenators ist traditionell mit Bremerhavenern besetzt. Jetzt übernimmt Claudia Schilling (SPD) – und freut sich auch auf Justiz und Wissenschaft.

Eine Frau vor einem Bremerhaven-Bild
Claudia Schilling in ihrem alten Büro. Das Bremerhaven-Panorama will sie mit nach Bremen nehmen.

Leicht fällt Claudia Schilling der Weggang aus Bremerhaven nicht: "Wir haben hier so viel angeschoben", erzählt sie, "da hätte ich vieles auch gern weiter verfolgt." Doch ihre Zeit im Bremerhavener Sozialdezernat geht vorbei. Als Senatorin für Wissenschaft, Häfen und Justiz folgt sie auf den Stadt- und SPD-Parteigenossen Martin Günther, der das Amt nach der letzten Bürgerschaftswahl freiwillig aufgab.

Mit dem Personalwechsel wird auch das Ressort neu zugeschnitten. War Günthner noch für Wirtschaft, Justiz und Häfen zuständig, vertritt die 51-jährige Schilling nun die Belange von Häfen, Wissenschaft und Justiz – die Wirtschaft wechselt zu Kristina Vogt (Die Linke), die Wissenschaft kommt vom Gesundheitsressort zu ihr.

Für Claudia Schilling ist dieser neue Zuschnitt mehr Glücksfall als Problem: "Für Justiz: Das passt ja sowieso", sagt die promovierte Juristin, die vor ihrer Zeit als Dezernentin Amtsgerichtsdirektorin im Kreis Cuxhaven war.

Hauptverantwortung für ein Schlüsselressorts

Das Foto zeigt die haupt- und ehrenamtlichen Stadträte um Oberbürgermeister Melf Grantz (Mitte oben).
Im Magistrat der Stadt Bremerhaven ist Claudia Schilling (hinten, 2. v. r.) Stadträtin für Soziales – noch.

Die beiden anderen Bereiche – Häfen und Wissenschaft – sieht sie als Themenfelder, für die sie als Bremerhavenerin besonders geeignet sei. "Bremerhaven ist der bremische Hafenschwerpunkt, der Containerterminal hier ist das Herzstück des Hafenumschlags." Und die Wissenschaft? Die finde man sogar im Hafenbereich: "Hier in Bremerhaven gibt es schon sehr viele Kooperationen Wissenschaft und Häfen. Und ich glaube, in Bremen ist es genauso." Darüber hinaus sei Bremerhaven seit vielen Jahren ein wichtiger Wissenschaftsstandort im Land Bremen: "Das Alfred-Wegener-Institut oder das Thünen-Institut sind ja nur die größten und bekanntesten Einrichtungen. Es gibt noch viele mehr."

Natürlich habe ich vor dieser Aufgabe einen gewissen Respekt. Aber ich glaube, das ist normal und das sollte man auch haben.

Claudia Schilling schaut in die Kamera.
Claudia Schilling

Nun muss Schilling aber die Brille wechseln – sie wird für das ganze kleine Bundesland zuständig sein. Ganz neu ist der Schritt nach Bremen für sie nicht. Für zwei Jahre war Claudia Schilling als Richterin schon einmal zum Senator für Justiz und Verfassung abgeordnet. Doch nun ist sie hauptverantwortlich für ein Schlüsselressort. Traut sie sich das ohne weiteres zu? "Wenn ich mir diese Aufgabe nicht zutrauen würde, dann hätte ich mich nicht dafür bewerben dürfen. Insoweit können Sie daraus ersehen, dass ich mir sie zutraue." Die gebürtige Wolfsburgerin weiß aber, dass sie eine große Aufgabe hat.

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Mehr Justiz-Personal, weniger Studenten-Gebühren

Skizze Schwerlastkaje
Das Projekt OTB ist ein schwieriges. Es ist aber zunächst verschoben.

An Themen mangelt es in ihrer Senatsbehörde nicht. Einer der umstrittenen Erbhöfe ist der zwischen Planung und Gerichten festhängende OTB, der Offshore-Terminal Bremerhaven, an dem sich schon Amtsvorgänger Günthner die Zähne ausgebissen hat. Sie werde das weiter verfolgen, sagt Schilling – zitiert aber auch gleich aus dem Koalitionsvertrag, dass das OTB-Projekt in der kommenden Legislaturperiode quasi ruhen soll.

Zum Brennpunkt für Schilling könnte sich auch die immer wieder aufkommende Frage entwickeln, ob der Bremerhavener Hafen Hoheitsgebiet der Stadt Bremen bleiben soll – oder ob er dem Land zugeschlagen wird.

Für Schilling ist auch die Entwicklung der Kreuzfahrtbranche in Bremerhaven wichtig. "Hier gibt es die große Chance, bei steigenden Passagierzahlen den Tourismus und den Einzelhandel in Bremerhaven zu stärken." Für die Häfen wünscht sie sich außerdem eine rechtssichere Planung für die Vertiefung der Außenweser.

Als Wissenschaftssenatorin will Claudia Schilling die Verwaltungsgebühren für Studenten abschaffen und die Hochschule Bremerhaven auf 5.000 Studierende ausbauen. Auch für den Bereich Justiz hat sie Ziele: Sie fordert mehr Personal für die Justiz, damit Verfahren schneller bearbeitet und abgeschlossen werden können.

Für mich ist es wichtig, dass Justiz personell und sachlich so ausgestattet ist, dass Verfahren zügig abgearbeitet werden. Nur so können wir das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger auch stärken.

Claudia Schilling schaut in die Kamera.
Claudia Schilling

Mit einem Klick zu den Senatoren und Senatorinnen:

Die Bremer Senatoren Andreas Bovenschulte Präsident des Senats Bürgermeister Dietmar Strehl Senator für Finanzen Ulrich Mäurer Senator für Inneres Kristina Vogt Senatorin für Wirtschaft und Arbeit Claudia Schilling Senatorin für Wissenschaft, Häfen und Justiz Claudia Bogedan Senatorin für Kinder und Bildung Maike Schaefer Senatorin für Umwelt, Bau und Verkehr Anja Stahmann Senatorin für Soziales, Jugend und Sport Claudia Bernhard Senatorin für Gesundheit und Frauen

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Autor

  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. August 2019, 19:30 Uhr