Umweltsenator Lohse geht – aber wohl nicht ganz freiwillig

  • Joachim Lohse tritt nicht bei der Bürgerschaftswahl an
  • Rückzug offenbar nicht ganz freiwillig
  • Nach Radio-Bremen-Informationen hatte ihm seine Partei den Abgang nahegelegt

Umweltsenator Lohse hört auf

Joachim Lohse sitzt vor einem Bücherregal während eines Interviews.

Keine weitere Bürgerschaftswahl mit Joachim Lohse – das haben die Grünen ihrem Bau, Umwelt und Verkehrssenator offenbar schon vor Wochen klargemacht. Nur die Ankündigung überließen sie ihm selbst. Die Co-Vorsitzende der Bremer Grünen, Alexandra Werwath, dazu heute: "Ich habe Respekt vor Lohses Entscheidung. Wir gehen nicht im Groll auseinander."

Verstimmung aber gab es reichlich. Denn Lohse hat den Grünen Konkurrenz durch eine Wählervereinigung eingebrockt. Die geht explizit gegen die grüne Umwelt- und Baupolitik auf die Barrikaden und will auch bei der nächsten Bürgerschaftswahl antreten.

Lohses Nachfolgerin könnte die grüne Fraktionschefin Maike Schaefer werden. Die Entscheidung über ihre Kandidatur soll in ein bis zwei Wochen fallen. Dann ist auch klar, ob die grüne Finanzsenatorin Karoline Linnert nach drei Wahlkämpfen noch einmal als Spitzenkandidatin antritt.

Lohse hatte seinen Abschied angekündigt

Der Bremer Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Joachim Lohse (Grüne), hatte dem "Weser-Kurier" gesagt, er stehe bei der Bürgerschaftswahl im kommenden Jahr nicht mehr als Senator zur Verfügung. Auch für das Landesparlament will er nicht mehr kandidieren. Lohse ist seit 2011 Mitglied des Kabinetts.

Zur Begründung für seine Entscheidung sagte er der Zeitung: "Ich möchte mich nach dann acht Jahren in der Bremer Regierung noch einmal einer neuen beruflichen Herausforderung stellen." Mit knapp 60 Jahren wolle er noch einmal etwas Neues anfangen. Etwas Konkretes gebe es dazu aber noch nicht zu vermelden.

Lohse sorgt mit Fukushima-Äußerung für Kritik

In den nächsten Wochen wollen sich die Bremer Grünen für den Bürgerschaftswahlkampf aufstellen. Als amtierender Senator hätte Lohse einen Spitzenplatz auf der Liste beanspruchen können — dieser ist nun frei für andere Kandidaten.

Der gebürtige Hamburger Lohse gehörte, bevor er in Bremen Senator wurde, der Kasseler Kommunalregierung an. 2010 wurde er in der nordhessischen Stadt Verkehrs- und Umweltdezernent. Zuletzt war Lohse wegen einer umstrittenen Äußerung zum Klimaschutz in die Kritik geraten. Im Studio von buten un binnen hatte Lohse gesagt: "Möglicherweise braucht es mal wieder ein Ereignis wie Fukushima. Man kann das nicht wünschen – aber damit es in der Wahrnehmung der Bevölkerung als wichtiges Thema erkannt wird, müssen manchmal solche Ereignisse sein." Später entschuldigte sich Lohse für diese Aussage.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 13. April 2018, 15 Uhr