Schwimmen und Paddeln: Was in der Weser erlaubt ist und was nicht

Ob Schwimmerin, Badeboot oder Standup-Paddler – in der Weser gelten klare Regeln. Diese sieben Gebote und Verbote sollten Wasserratten und Hobbykapitäne kennen.

Kinder spielen in der Weser am Café Sand, im Hintergrund kommt ein Lastenschiff
Kinder spielen im flachen Wasser in der Weser am Café Sand. Bild: Radio Bremen

Temperaturen über 30 Grad locken viele Bremer an die Weser. Doch was als feucht-fröhlicher Spaß beginnt, kann auch tragisch enden. Der Ruderbootunfall auf der Weser, bei dem am vergangenen Wochenende ein 64-jähriger Mann starb, ist dafür ein Beispiel.

Um die Menschen zu schützen, gelten an Bremens Flüssen daher folgende Regeln, die jeder kennen sollte.

1 Schwimmen, Baden und Rudern auf eigene Gefahr

In Bundeswasserstraßen, zu denen die Weser gehört, gilt die Binnenschifffahrtsstraßenordnung. Sie besagt: Im Zweifel sollte auf das Baden in der Bundeswasserstraße verzichtet werden. Denn es besteht die Gefahr, von Schiffen übersehen zu werden oder in Strömungen zu geraten. Das Bremer Umweltressort warnt vor allem bei Ebbe vor den Gefahren des Tidenhubs an der Weser, der selbst geübte und gute Schwimmer ins Fahrwasser ziehen kann.

Diese Regeln gelten laut Umweltbehörde, die für Bremens Gewässer zuständig ist, auch für Standup-Paddler und kleine Badeboote ohne Motor sowie Taucher.

2 Abstandsregeln an Häfen und Schleusen

Ausdrücklich verboten ist das Baden, Tauchen und Fahren in kleinen Badebooten in Bremen bis 100 Meter oberhalb und unterhalb von Brücken, Wehren, Schiffs- und Fähranlegestellen. Auch Wasserbaustellen und Baggerliegeplätze sind bis 100 Meter Abstand tabu. Zu Hafeneinfahrten sowie im Schleusen- und Sperrwerksbereich gilt sogar ein Abstandsgebot von 200 Metern. Verboten ist das Baden in der Weser auch in der Nähe von Kläranlagen zwischen dem Lankenauer Höft und Ochtum am linken Weserufer und auf Höhe Farge-Rekum am rechten Weserufer.

Badende oder Paddler dürfen auch nicht den Kurs von in Fahrt befindlichen Wasserfahrzeugen, also zum Beispiel Binnenschiffen, kreuzen. Dies war beim Ruderbootunfall am vergangenen Wochenende offenbar versehentlich geschehen. Hier gilt eigentlich ein Mindestabstand von 50 Metern.

3 Kein Klettern und Springen an Brücken und Schifffahrtszeichen

Verboten ist es auch, Schifffahrtszeichen oder Bojen zu erklettern. Zu Molen und Pegeln muss mindestens ein Abstand von 20 Metern eingehalten werden. Die Weser zu durchschwimmen ist ebenso untersagt.

Hinweisschild am Strand des Café Sand
Hinweisschilder an der Weser, hier am Café Sand, verdeutlichen das Risiko des Badens im Fluss. Bild: Radio Bremen

Strengstens verboten ist überdies das Springen von Brücken in die Weser. Brückenspringer müssen in jedem Fall mit einer Anzeige der Wasserschutzpolizei rechnen und für die Kosten eines eventuellen Hilfs- und Rettungseinsatzes von Feuerwehr und Polizei selbst aufkommen.

4 Badestrand am Café Sand ist eine Ausnahme

Die Badestelle am Café Sand ist eine Ausnahme: Dort darf gebadet werden, obwohl sie direkt neben einem Fähranleger liegt. Der Strand sei schon seit Ewigkeiten als Badestelle ausgewiesen, sagt Jens Tittmann, Sprecher des Umweltressorts. Die Fähre sei erst später dazugekommen, um den Strand besser zu erschließen, deshalb und weil die Fähre so klein sei, gebe es an der Stelle eine Ausnahme von der Regel.

Doch auch hier gilt: Die Weser zu durchschwimmen oder mit einem Schlauchboot zu überqueren, ist verboten. Auch zur kleinen Weserfähre muss mindestens ein Abstand von 20 Metern eingehalten werden.

5 Stand-Up Paddling ja, Windsurfen nein

Das immer beliebtere Stand-Up-Paddling ist laut Bundesverordnung auf der Weser erlaubt – außer an Fährstellen und Schleusen. Der Gesetzgeber weist jedoch ausdrücklich daraufhin, auf die Geschwindigkeit der Schiffe zu achten. Außerdem sollten Paddler sich überwiegend am Rand der Wasserstraße aufhalten. Das Windsurfen ist an der Weser in Bremen hingegen nicht erlaubt.

6 Tabu für Wasserski, Wakeboards und Wassermotorräder

An der Weser gibt es zwar einige offizielle Wasserskistrecken und Wakeboard-Anlagen. Diese liegen aber nicht im Land Bremen oder der näheren Umgebung. Auch für Wassermotorräder gibt es auf der Weser in Bremen und Bremerhaven keine freigegebenen Strecken. Einzige Ausnahme sind so genannte Wanderfahrten, bei denen von den Wassermotorradfahrern ein "erkennbarer Geradekurs" eingehalten wird.

7 Regeln gelten nicht nur auf der Weser

Die Verordnung für Bundeswasserstraßen gilt nicht nur für Badende und Ruderer auf der Weser. Sie gelten auch für ihre Nebenarme, also zum Beispiel die Kleine Weser in Bremen, die am Teerhof vorbei bis zum Wehr fließt. Auch die Westergate, das Rekumer Loch, Lesum und Hunte fallen unter die Bestimmungen.

Lust auf Paddeln: Unterwegs auf Bremens Wasserwegen

Video vom 26. Mai 2020
Ein junges Mädchen sitzt konzentriert in einem Paddelboot auf dem Wasser.
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 6. August 2020, 23:30 Uhr