Ist Schwarzfahren bald keine Straftat mehr?

  • Schwarzfahren soll keine Straftat sein, fordern Bremer SPD, Grünen und Linke
  • Stattdessen Umwandlung zur Ordnungswidrigkeit
  • Mögliche Entlastung für Staatsanwälte und Gerichte
Von einem Schwarzfahrer werden die Personalien aufgenommen
Schwarzfahren soll nach dem Willen von SPD, Grünen und Linken in Bremen künftig zu einer Ordnungswidrigkeit herabgestuft werden. Bislang ist es eine Straftat. Bild: DPA | Uwe Zucchi


Das Fahren ohne Ticket soll nach dem Willen von SPD, Grünen und Linken in Bremen künftig zu einer Ordnungswidrigkeit herabgestuft werden. Bislang ist das Schwarzfahren in Bussen und Bahnen eine Straftat.

Wenn Schwarzfahren eine Straftat bleibe, dann werde mit Kanonen auf Spatzen geschossen, sagt die Bremer SPD-Rechtspolitikerin Sascha Aulepp. Ihrer Meinung nach gehören Menschen, die mehrfach ohne Ticket erwischt werden, nicht ins Gefängnis.

Umwandlung wäre eine Entlastung

Eine Umwandlung zu einer Ordnungswidrigkeit wäre für die rechtspolitische Sprecherin der Grünen, Sülez Dogan, zudem eine Entlastung für Staatsanwälte und Gerichte.

Gefängnisstrafen treffen auch nach Meinung der Linken vor allem Mittellose, die die verhängten Geldstrafen oft nicht bezahlen könnten. Dass Schwarzfahrer 60 Euro bezahlen müssen – daran würde sich durch die Pläne nichts ändern. SPD, Grüne und Linke verlangen nun vom Bremer Senat, sich der schon vorliegenden Initiative der Länder Thüringen und Berlin im Bundesrat anzuschließen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 21. Oktober 2019, 17 Uhr