Tarifstreit bei Ryanair: Piloten sprechen von "Kriegserklärung"

  • Ryanair will seine Bremer Basis im November schließen
  • Gewerkschaft bezeichnet Vorgehen der Airline als "aggressiven Schachzug"
  • Vereinigung Cockpit droht mit weiteren Streiks
Ryanair Flugzeug startet am Bremer Flughafen
Bild: DPA | Egon Bömsch

Der Ton im Tarifstreit beim Billigflieger Ryanair wird rauer. Die jüngste Ankündigung der Fluggesellschaft, ihre Basis in Bremen mit zwei stationierten Flugzeugen zu schließen, werten Gewerkschaften als "Kriegserklärung". "Eine Station zu schließen und die Angestellten in ein anderes Land zu versetzen, ist mit dem sozialen Dialog nicht kompatibel", erklärte Arthur van de Hudding, Präsident der niederländischen Pilotengewerkschaft VNV, am Freitag in einer Mitteilung der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). "Wir sehen das als Kriegserklärung und absolut im Widerspruch zu allen Behauptungen, man wolle verhandeln."

Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen

Von Piloten und Flugbegleitern würden die angekündigten Maßnahmen als Strafe für die jüngsten Streiks wahrgenommen, heißt es in der Mitteilung weiter. Ryanair hatte einen solchen Zusammenhang bestritten. Die Gewerkschaftsvertreter sprechen jetzt von einem "aggressiven Schachzug des Ryanair-Managements". Der Präsident der VC, Martin Locher, kritisierte: "Falls Ryanair es ernst meint damit, bis Weihnachten Abkommen zu treffen, dann ist so ein Verhalten überhaupt nicht hilfreich."

Die Androhung weiterer Streiks bei Europas größtem Billigflieger steht nach wie vor im Raum. Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 12. Oktober 2018, 23:30 Uhr